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2xhab ich gern gelesen
geschrieben von Leyla.
Veröffentlicht: 09.06.2021. Rubrik: Unsortiert


Zwei schöne Seelen

Zwei Tage hatten sie. Zwei Tage in dem verwunschenen italienischen Dorf fernab aller Erwartungen.
Auf dem Markt kauften sie sich reife blutrote Erdbeere. Die alte Frau flüsterte dem Mädchen zu sie seien ein schönes Paar.
Mit ausgeliehenen Fahrrädern fuhren sie zum See. Der Mann beobachtete wie sie sorglos in das tiefgrüne Wasser lief. Eng umschlungen blieben sie so lange unter Wasser wie ihr Atem für sie beide reichte. Im Schatten der Bäume lauschten sie dem Konzert der Vögel und die sanften Finger des Mädchens malten mit dem rauen Sand Blumen auf seinen Rücken. Wenn er blinzelte sah es so aus als wäre die Sonne im Tal ihrer Kurven eingebettet. Mit seinen Fingern folgte er mit Präzision den Umrissen ihres Gesichts, ihres Körpers. Sie bedeckte seinen Körper mit kindlichen Küssen, für jedes Muttermal einen. Während er den Zigarettenrauch inhalierte, folgte sie seinen routinierten Bewegungen. Leise hauchte sie ihr Lieblingsgedicht in sein Ohr. Wenn das Mädchen in seine Augen sah tauchte sie in das schönste Blau des Himmels und fühlte sich verstanden.
Nachts tanzten sie betrunken durch die Straßen, betrunken von der Nähe, dem Lachen, der Leidenschaft. Der Mann beobachtete wie sie sich im Rhythmus ihres Herzen bewegte, ihre Hüften kreiste. Wie zwei ausgelassene Kinder über ein Feld rannten sie durch die Gassen.
Dieses Glück war besonders, weil es kurz war. Jeder Kuss, jedes Wort, jede Bewegung war begleitet vom Schmerz der Zukunft.
Diese zwei schönen Seelen, mit schweren Herzen zur Verurteilung verdammt, berührten mit verschränkten Händen ihre sinnlichsten Sehnsüchte.
Auf dem Weg zur Sonne der schönen Seele versagte der Treibstoff aus Leidenschaft und Emotionen. Der Sprecher der verlorenen Erde sagte es fehle die Vernunft.

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