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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2019 von Christine Todsen.
Veröffentlicht: 08.03.2019. Rubrik: Lustiges


Sprachliche Frauenfreundlichkeit

Nein, dieses kleine Geschreibsel handelt nicht von Binnen-I und Gendersternchen. Sondern von Artikeln.

Dass es im Deutschen „das“ Mädchen und „das“ Weib heißt, hat unserer Sprache manchmal den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit eingebracht („Frauen sind keine Sachen!“).

Dagegen kann ich mich nicht erinnern, jemals gelesen zu haben, dass das Deutsche in einer bestimmten Hinsicht ganz extrem frauenfreundlich ist. Stimmt aber.

Im Deutschen ist nämlich die große Sonne weiblich und der kleine Mond männlich! Ich kenne keine andere Sprache, in der dies genauso ist. (Falls jemand eine kennt, bitte als Kommentar schreiben!) Zwar gibt es Sprachen, in denen z.B. ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ beide weiblich sind, oder die gar kein grammatisches Geschlecht haben – aber „die“ Sonne und „der“ Mond?

Rainer Maria Rilke (1875-1926) gefiel dies nicht. Laut einem Brief vom 4. Februar 1920 an Nanny Wunderly-Volkart (siehe https://www.tu-braunschweig.de/Medien-DB/geschichte/unglaub.pdf, Seite 13) bevorzugte er die umgekehrte Sichtweise, so wie er sie aus dem Französischen kannte:

ich denke immer im Sinne von le soleil und la lune, und das Umgekehrte in unserer Sprache ist mir konträr, so dass ich immer machen möchte „der“ große „Sonn…“ und die Möndin!

Aber so ist es eben nicht, und was auch immer man gegen unsere Sprache sagen mag – „deutsches Sprach, schweres Sprach“ –, frauenfreundlich ist sie. Frohen Frauentag!

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