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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2019 von Andreas Schmieger.
Veröffentlicht: 04.01.2020. Rubrik: Nachdenkliches


Gedanken

Erstaunlich, mein Fuß hat etwas Weiches berührt, unüblich auf dem kalten Betonboden. Ich mache einen Schritt nach vorne doch der Untergrund bleibt der gleiche. Es fühlt sich an wie - ich weiß es nicht. Undefinierbar, so etwas habe ich noch nie gespürt. Ich versuche einen Blick auf den Boden zu erhaschen doch das Gedränge ist zu groß. Bevor ich meinen Blick senken kann trifft mich ein Schlag im Gesicht und von hinten werde ich weiter nach vorne geschoben.
Schmerzen, ein Dauerzustand . Ein jammernder Schrei entspringt meinem Rachen.
Sinnlos.
Er geht im Getöse der unzähligen anderen, von Leiden gequälten, Töne unter. Keiner, der mich hört. Ich versuche meine Schmerzen zu unterdrücken, an etwas anderes denken. Dauerhaft.
Aber es scheitert schon an der einfachsten Sache. Ich kenne nichts anderes.
Gibt es etwas schöneres, oder tatsächlich etwas, das schlimmer ist? Gibt es einen Ort an dem man sich frei bewegen kann?
Doch bevor ich meinen Gedanken weiter nachhängen kann trifft mich schon der nächste Tritt. Es dreht mich, und so kann ich doch noch einen Blick auf den Boden erhaschen.
Diesen Ausstoß des Entsetzen kann ich nicht unterdrücken. Es liegt jemand am Boden. Tot? Ich will ihn anstupsen, aber schon werde ich von links weiter geschoben. 
Warum liegt er da, frage ich mich. Alle trampeln über ihn hinweg, keiner der sich kümmert. Keiner der .....
Schmerzen, der letzte Schlag muss schlimmer gewesen sein als die üblichen. Etwas läuft mir über das Gesicht. Tropft, tropft,..... . Blut. 

Die Tore gehen auf, wie jeden Tag. Die einzige Veränderung des täglichen Kampfes um den besten Platz.
Die komischen Zweibeiner kommen und scheuchen einige von uns aus der Umgebung. Heute schlagen sie sogar mit langen Stäben auf uns ein. Ich bekomme Angst. Das hatte ich noch nie, aber die Stäbe lassen einige von uns zu Boden gehen. Deshalb lag er auf dem Boden. Deshalb bin ich über ihn hinweg gelaufen. Ich bekomme mehr Angst. 
Angst, was ist das? Ich kenne dieses Gefühl eigentlich nicht. Ich will nur nicht sterben, nicht sterben. Vielleicht ist es hinter den Toren besser. 
Ein Stab schlägt neben mir ein, nicht getroffen werden, denke ich und hüpfe nach vorne.
Das Tor fällt hinter mir zu.
Noch enger hier. Viel enger.
Ein beißender Geruch schießt mir in die Nase. Die anderen scheinen es auch zu riechen. Es riecht nach Tod, Panik bricht aus. 
Die Halle in der wir stecken setzt sich in Bewegung,....

Ich will nicht sterben, nicht sterben, nicht...

2xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von ehemaliges Mitglied am 11.02.2020:

wenn es nur noch einen Menschen außer mir berührt, hat sich die KurzGschichte gelohnt ... Danke ...




geschrieben von Andreas Schmieger am 14.06.2020:

Danke😇 @Rudiratlos

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