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3xhab ich gern gelesen
geschrieben 2022 von Stephan Heider (Stephan Heider).
Veröffentlicht: 20.03.2022. Rubrik: Nachdenkliches


Als du gingst

Inspiriert durch das Gedicht "Du wolltest mir von deinen Gedichten erzählen" von Weißehex


Du solltest mir die Welt erklären,
wolltest mit mir Bälle fangen.
Plantest mir keinen Wunsch zu verwähren,
mochtest nichts dafür verlangen.

Du sehntest mich einst in dein Leben,
wünschtest uns jegliches Glück.
Schworst mir immer Halt zu geben,
gabst für mich ein kleines Stück...

... ein kleines Stück tiefe Liebe,
Du versprachst mir Lebensgeleit.
Dass am Ende davon nichts bliebe,
von deiner wertvollen Zeit...

... drückt sicher schwer in dein Genick.
Mein Lachen starb in jener Nacht,
als du gingst mit verhärtetem Blick
und aufgabst deine schützende Wacht.

Die Wacht über mein Leben.
Den Schutz meines Geschicks.
Für deine Wahl und dem Streben
nach einem Stück deines eigenen Glücks.

Die Zeit lindert langsam die Schmerzen,
wenn man sich nur wieder verzeiht.
Sich wieder nimmt in die Herzen,
dazu warst du nicht bereit.

Deinen Preis zahlte ich nicht allein,
dass du mich aufgabst für deine Ruh.
Du wolltest doch mal mein Papa sein.
Mein Herz ging auf, deines ging zu.

Nicht wissen zu wollen, wer ich mal werde,
ich verstand nie deine bittere Wahl.
Für jeden Vater dieser Erde,
die Wahl der größtmöglichen Qual.

Für welche Lehre warst du für mich da?
Nur für die Lehre vom größten Verderben.
Denn als du stumm gingst, da wurde mir klar.
Ich verlasse niemals mein Kind, ohne dabei zu sterben.

3xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Christelle am 21.03.2022:

Genauso wie das Gedicht von Weißehex handelt deins von nicht gehaltenen Versprechen, diesmal eindeutig einem Kind gegenüber. Es gefällt mir ebenfalls sehr, ist aber auch vom Stil her völlig anders.




geschrieben von Stephan Heider am 21.03.2022:

Danke Christelle. Weißehex hat mir mit ihrem tollen Gedicht die Inspiration gegeben, eine Geschichte zu vertexten, die mich schon lange bewegt. Die Kontroverse zwischen ursprünglicher hehrer Absicht und eingetretener Realität ist manchmal bitter. Mir fehlte lange ein Impuls, die traurige Geschichte eines liebgewonnenen Menschen in Worte zu fassen




geschrieben von Gari Helwer am 21.03.2022:
Kommentar gern gelesen.
Verlassen werden - das Allerschlimmste für ein Kind, eine Verletzung, die nie ganz verheilen wird...




geschrieben von Christelle am 22.03.2022:
Kommentar gern gelesen.
Ein tiefgreifendes persönliches Erlebnis. Es ist bestimmt hilfreich, dass du es mit deinem Gedicht in Worte fassen konntest. Es tut mir leid, wenn mein Kommentar nicht passt, mir fehlen die richtigen Worte. Aber dein Gedicht ist so schön, so berührend!

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