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4xhab ich gern gelesen
geschrieben von HanaLores.
Veröffentlicht: 18.04.2024. Rubrik: Unsortiert


Die Alchemie der Physik II

(Es war ein bisschen schwierig, für mich, diese Kurzgeschichte versöhnlich abzuschließen)

“Was unterscheidet die Homöopathie von anderen Wissenschaften (ja, es ist eine Wissenschaft, Punkt)? Sie akzeptiert grundlegende Mysterien, ist das nicht fantastisch? Nicht Meinungen, Glauben oder andere der Streitkultur dienliche Aspekte, einzig das Wesen der Natur zählt, die Grundkonstante von allem. Wie Homöopathen sind auch Physiker auf der Suche nach Feinstofflichem, nach Informationen über Wechselwirkungen auf subatomarer Ebene. Mich beschleicht der Verdacht, es geht wieder einmal darum, nach Jahrhunderten der Forschung zur Erkenntnis zu gelangen: Unsere Vorfahren wussten schon alles. Wie wäre es mal mit Vernunft als Wissenschaftsdisziplin? Schon Stanislav Lem wusste, das Sonnenfeuer gehört nicht auf die Erde. Auch wusste er, dass Atome zu zerlegen, sie zu manipulieren, eine Kaskade des Wahnsinns auslöst, genauso wie das Zerteilen von Molekülen, von kleinsten Einheiten, um damit Monster zu erschaffen, Gott zu spielen. Es gibt so viele Beispiele, wo die wissenschaftliche Dummheit zum Vorschein kommt. Wem nützt es, Jahrzehnte der Erdzerstörung verstreichen zu lassen, mit der Behauptung, es gäbe keine gesicherten Erkenntnisse, die dagegen sprechen? Das ist die Instrumentalisierung des Fachidiotentums, Leute! Macht da nicht mit!!”
Opa schaut eindringlich in die großen Augen seiner Enkel. Das Lagerfeuer knistert und entlässt magische Funken.
Nach einer besinnlichen Weile sagt Hana: “Aber Opa, Fachrichtungen sind doch wichtig, wir müssen doch das Wissen erweitern“. Mats kuschelt sich an. Funken erweitern die Sternenpracht. “Ja, das ist richtig, nur ist das Wissen erst von Wert, wenn es interdisziplinär abgeglichen ist, gerade auch mit den völlig entgegengesetzten Disziplinen. Nur die Schnittmengen können als erweitertes Wissen gelten. Sämtliche Wissenschaften unterliegen absolut der gesamtökologischen Kontrolle. Spezifisches Fachwissen darf außerhalb der Forschung nicht angewendet werden. Wir möchten ja das Wissen der Menschheit als Ganzes erweitern, oder?”.
Hana schmunzelt “Das hört sich wirklich richtig und wunderschön an, doch ist es so weit von der Realität entfernt. Wie können wir ein solches Ideal erreichen?”
“Es ist einfach, das Ideal ist da, schaut euch um, wir müssen es nicht erreichen, sondern beschützen. Ihr entscheidet darüber mit eurer Berufung. Was wollt ihr tun, welche Fachrichtungen wollt ihr verfolgen oder wollt ihr vielleicht Freigeister werden?” Mats zuckt bei diesem Wort “Auja, genau das will ich!”

counter4xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Bad Letters am 18.04.2024:
Kommentar gern gelesen.
Hallo HanaLores,
die Neandertaler und andere Vorfahren haben bewiesen, das der Mensch auch gut zurechtkommt, ohne besonders viel zu wissen. Zuviel zu wissen, verwirrt nur und deshalb halte ich es gern wie die Neandertaler, die wussten noch, was wirklich wichtig im Leben ist und was nicht. Back tot he roots!😉

MfG
Bad Letters





geschrieben von rubber sole am 18.04.2024:
Kommentar gern gelesen.
>HanaLores:
Der Wissenschaft kann man sich gut über ein Zitat aus Goethes 'Faust' nähern: „Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ - universell einfach. Vor diesem Anspruch können Wissenschaftler oder auch Freigeister die richtigen Fragen stellen. Neuerdings tauchen Freigeister auf, die einfache Antworten auf Fragen liefern, die niemand gestellt hat. Wissenschaft und Freigeist schließen sich nicht grundsätzlich aus. Doch für beide sollte der 'Kategorische Imperativ' als ethische Prämisse gelten.
l.g.r.s




geschrieben von HanaLores am 18.04.2024:

Hallo rubber sole
Opa ist ein Radikaler, ihm geht es längst nicht mehr um Erkenntnis. Für ihn ist der kategorische Imperativ zwingend geboten, nicht nur eine empfohlene Prämisse. Vor allem darf er nicht nur Wissenschaftler, Freigeister und sonstige Menschen mit einbeziehen, vielmehr gilt er für alle Wesenheiten, gerade für die schwächsten und selbst für die 'unbeseelte' Natur. Alleine die Hoffnung auf moralisches Handeln der Verantwortlichen ist ihm Zuwenig.
Inspiriert von deinem Kommentar könnte ich einen viele Seiten umfassenden Aufsatz schreiben, merke ich gerade. Vielen Dank für die Denkanstösse.. Liebe Grüße Hana




geschrieben von HanaLores am 18.04.2024:

Hallo Bad Letters
Ja, das ist die Sache mit Qualität und Quantität..
Du bringst es gut auf den Punkt. Danke und liebe Grüße auch an dich Hana

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