Veröffentlicht: 14.05.2026. Rubrik: Satirisches
Heimgeleuchtet!
An sich glaube ich nicht an so etwas wie Hexen, Magier, Götter und sonstigen Humbug aber letztlich, als ich, sagen wir mal, zur vorgerückten Stunde nachhause zurückkehrte, stand er auf einmal vor unserer Hütte, der große Gleichmacher oder was er sonst noch so tut in seiner, vermutlich reich bemessenen Zeit. Ich meine seine Kleidung entspricht nicht der neuesten Mode, er riecht auch etwas streng und hat offenbar noch nicht geschnallt, dass Kerzen so was von vorgestern sind. Heutzutage nimmt man batteriebetriebene LED-Leuchten nicht wahr, schon um das Weltklima zu schonen also möglichst keinen CO2 Abdruck hinterlassen. Ich latschte jedenfalls so durch die Kante, sang einen meiner selbstgemachten Blues vor mich hin, den außer mir und dem Hund keiner hören will als die Straßenbeleuchtung auf einmal ausfiel. Da stand ich nun ich armer Tor und es war wesentlich dunkler als zuvor. Und das mir als Nachtblinden!
Jedenfalls stand da dieser Typ auf einmal vor unserem Gebäude und leuchtete die Straße bis zum Hauseingang aus.
Der hatte keine Sense oder ein sonst bedrohlich wirkendes Werkzeug dabei. Kein Stundenglas oder sonst einen Timer, ich schwöre, zumindest habe ich so etwas nicht gesehen, nur eine sehr altertümlich aussehende Laterne mit deren Schein er dafür sorgte, dass ich unbeschadet ins traute Heim gelangte. Ich vermute meine Zeit war noch nicht gekommen und so sorgte er dafür, dass ich nicht vorfristig den Löffel abgab, indem ich vielleicht ernsthaft strauchelte auf der stockdunklen Straße.
In eben dem Moment war er schon ein Guter, der Boandlkramer, wie der Urbayer sagt.
Bei uns firmiert er unter Gevatter Hein, der große Gleichmacher usw. Ein sonstiger Besuch von ihm, aus beruflichen Gründen, sollte mir aber noch möglichst lange erspart bleiben
(O.R.F.)
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