Veröffentlicht: 27.05.2026. Rubrik: Menschliches
Am Vortag…
war ich bei einer Beerdigung. Über jemand aus unserer Verwandtschaft hat man den allerletzten Deckel verschlossen und seine veraschten Überreste dem Boden des Zentralfriedhofes von Erfurt überantwortet.
Zuvor hielt in der „Verabschiedungshalle“ ein Trauerredner eine ziemlich lange und schwülstige Rede. Untermalt von leisen Klängen des Herrn Smetana aus dem Zyklus „Mein Vaterland“ (die Moldau, nur weil der Verblichene auf dem Gebiet der heutigen Tschechei geboren war). sind mir da schon fast die Augen zugefallen. Dann folgte ein urig langer Weg zu dem vorbereiteten Loch im Erdboden, wo durch den Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens die Urne abgesenkt wurde. Das alles zu Fuß, bei Außentemperaturen um die 40 Grad (gefühlte 50). Bei der Armee wäre das unter Mitnahme von diversen Ausrüstungsgegenständen durchaus als Härtetest (15km) anerkannt worden. Vielleicht war es ja auch nur eine Überprüfung, wie weit man die Überbliebenen körperlich noch belasten kann, um eventuell schon ein nächstes Urnengrab vorzubereiten.
Ich danke, wem auch immer, dass ich aufs Dorf gezogen bin. Hier sind die Friedhöfe wesentlich kleiner und der Weg zur nächsten Grabstelle absolut überschaubar. Zumal wenn man als erster den Löffel abgibt wird man zur letzten Ruhe getragen, egal wie weit das ist. Das sollte einen schon zum Nachdenken anregen.
Unseren Hund durften wir nicht mitbringen, das war aber Glück, weil diese hohen Außentemperaturen sicher nicht gut für unseren besten Freund gewesen wären.
(O.R.F.)
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