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4xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Catarina (Catarina).
Veröffentlicht: 12.08.2026. Rubrik: Satirisches


Was soll man da noch sagen?

Alles begann an einem Montag. Das Wetter war genauso trübe, wie die Stimmung im Amt – genauer gesagt, dem Amt für antidiskriminierende und gendergerechte Sprache AfagS.
Nach einem frustrierten Wochenende lag die Laune der Behördenleiterin B. Bock unter dem Gefrierpunkt und entsprechend gereizt zitierte sie ihre Mitarbeiter zu sich ins Büro.
Ohne Gruß und Vorrede kam sie sofort auf den Punkt: „Wir brauchen ein Gesetz, zum Schutz der allgemeinen Befindlichkeit, aus dem hervorgeht, dass bestimmte Wörter nicht mehr gesagt werden dürften, wobei ich nicht nur die offensichtlich diskriminierenden Worte meine, sondern auch die weniger offensichtlichen.“
Die Angestellten des Amts erwiesen sich als sehr kreativ, denn bereits wenige Monate später wurden lange Listen, mit verbotenen Wörtern, veröffentlicht und die Gespräche begannen zu stocken. Ein Satz begann flüssig, doch mitten im Wort sch… blieb er hängen, als hätte jemand dem Sprecher einen Tennisball in den Mund gestopft.
Gesetzesbrecher wurden sofort enttarnt. Da half auch alles Tuscheln nicht, so wie bei Herrn Meineid, der hinter vorgehaltener Hand geflüstert hatte: „gestern bin ich aus Versehen schwarzgefahren“.
Entsetzt blickten ihn alle Menschen, im Umkreis von 100 Metern, an. Nicht wegen des Schwarzfahrens – sondern weil ein Detektor sofort zu blinken und piepen begann.
„Man darf das nicht mehr sagen“, zischte eine ältere Dame. „Sie müssen sagen: Ich war gestern Fahrgast ohne gültigen Fahrausweis. Sonst gibt’s Punkte.“
Herr Meineid nickte schuldbewusst. Er hatte schon drei Punkte. Bei fünf würde er einen Kurs besuchen müssen: Sprachsensibilisierung für Sprachsünder. Und bei Wörtern, die mit „schwarz“ begannen, verstand die Behörde keinen Spaß. Da war Schluss mit lustig.
Aus schwarzsehen wurde„nicht autorisiertes Folgen, von öffentlichen Medien“.
Aus schwarzer Magie: „okkulte Praktiken mit dubiosen Effekten“.
Und aus Schwarzarbeit: „nicht gemeldete Erwerbstätigkeit mit steuerrechtlicher Relevanz“.
Schwarzbrot suchte man im Supermarkt vergebens, genau wie Schwarztee. Dafür gab alternativ im Sortiment: dunkles Roggenbrot und Tee aus fermentierten Blättern.
Nur beim Schwarzwald gab es bisher noch keine Einigung, aber Anlass für 47 Kabinettsitzungen, 17 Verträge mit unterschiedlichsten Beraterfirmen, Historikern, Sprachwissenschaftlern und, und, und.
Die Menschen lachten darüber – heimlich. Denn Lachen war zwar (noch ) erlaubt, aber nur, wenn es nicht um die Sprachbehörde und die Vergewaltigung unseres Sprachgut ging.

counter4xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Angricolan am 12.08.2026:
Kommentar gern gelesen.
2026 ist das Leben in der BRD nur mit dem Gedanken alles ist derzeit Satire, nicht ernst zu nehmen, also oft irre, zu ertragen.
Berlin ist ein Kasperle-Theater und die Hitze tut ihr Bestes dazu um nach Kaltgetränken zu greifen.
Es beginnt jeden Tag aufs Neue, nicht nur an einem Montag.
Liebe Grüße, mit Augenzwinkern versehen.




geschrieben von Catarina am 12.08.2026:

Lieber Angricolan,
das "Sahnehäubchen" des sprachlichen Irrsinns war für mich, dass das Lied "Skandal im Sperrbezirk" verboten werden soll.
Eigentlich heisst es ja: Grün ist die Hoffnung. Ich sehe bei Grün Sch.. ( Piep )
Viele Grüße
Catarina





geschrieben von Angricolan am 12.08.2026:

Da habe ich doch, las zuerst bei dir und kommentierte, gegriffen in meine lesbare Vergangenheit. Über die braunen grünen Parteigründer und ihre verwirrten Nachkommen, parteilich gesehen, wurde schon viel geschrieben. Ich verschonte sie nicht. Als Wort-Rebell, muss man Rauswürfe ertragen lernen. Ab und an sagte ich mir: richtig gemacht.
Wer unbequeme Fragen stellt, tat es eben noch bei FB, der muss den Gegenwind locker aushalten.
Was ist nun mit dem Skandal im Sperrbezirk? Lebt Rosi noch?
Schmunzelgrüße aus der NRW-Wüste

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