Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
hab ich gern gelesen
geschrieben von Pierre 64.
Veröffentlicht: 20.09.2026. Rubrik: Unsortiert


Das fünfte Mitglied der Stadtmusikanten

Das fünfte Mitglied der Stadtmusikanten

Es war ein sonniger Nachmittag auf dem Bremer Marktplatz, und vor dem prachtvollen, geschichtsträchtigen Rathaus drängten sich die Menschen. Doch heute waren sie nicht wegen der berühmten Bronzestatue gekommen. Heute gab es ein echtes Konzert.

Mitten auf dem Pflaster stand eine hölzerne Bühne. Darauf hatten sich die Bremer Stadtmusikanten in ihrer klassischen Formation aufgebaut: Der Esel trug den Hund, der Hund die Katze, und ganz oben thronte stolz der Hahn. Doch neben ihnen stand der eigentliche Star des Tages: Popeye.

Popeye war kein gewöhnlicher Seemann, sondern ein stattlicher Birmakater mit strahlend blauen Augen, dunklen Point-Zeichnungen im dichten Fell und weißen Pfötchen, die wie feine Handschuhe wirkten. Trotz seiner samtenen Natur trug er stolz sein Matrosenheft mit dem typischen blauen Kragen und das spitzbübische Grinsen im Gesicht.

Mit einer Pfote umklammerte er das alte Standmikrofon, reckte den anderen Arm triumphierend in die Luft und schmetterte ein Lied an, das über den gesamten Marktplatz hallte. Seine Stimme war eine Mischung aus tiefem, kräftigem Kater-Schnurren und maritimem Seemanns-Chantey. Die Stadtmusikanten stimmten begeistert mit ein – der Esel i-ahte den Rhythmus, der Hund bellte den Takt, die Katze miaute die Harmonien und der Hahn krähte das furiose Finale.

Die Bremer Bürger und Besucher standen im Kreis um die Bühne, klatschten begeistert Beifall und lachten. Sogar die steinernen Figuren am Rathaus schienen im Takt zu nicken. Es war offiziell: Bremen hatte ein neues, fellighaftes Ehrenmitglied, das bewies, dass man auch als Birmakater die sieben Weltmeere und die Herzen der Menschen im Sturm erobern kann.

Pierre Leschek 20.9.2026

counterhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

Mehr von Pierre 64:

Popey der Birmakater in Amsterdam