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2xhab ich gern gelesen
geschrieben von Wortklauber.
Veröffentlicht: 09.02.2020. Rubrik: Lustiges


Mein erster Verkaufserfolg

Während meiner Studienzeit verdiente ich mein tägliches Brot durch manch kuriose Tätigkeit. So nahm ich unter anderem auch die Stelle eines beratenden Verkäufers im Supermarkt an. Meine Aufgabe bestand darin, einen völlig neuartigen Klobesen feilzubieten.

Um nicht im Überangebot der Toilettenartikel unterzugehen, wählte ich als Stätte meines Wirkens, das Zentrum der Waschmittelabteilung. Auch glaubte ich so, meinem Produkt den ihm zustehenden Anstrich der Sauberkeit zu verleihen.

Der Erfolg war zunächst umwerfend. Man beachtete mich kaum. Höchstens, um den Preis des einen oder anderen Waschmittels zu erkunden. Werbende Worte, die sprudelnd aus meinem Munde flossen, gingen ebenso im emsigen Marktgetriebe unter, wie die wilde Gestik des hocherhobenen Gerätes der Hygiene.

Schon nach kurzer Zeit ergab ich mich der hektisch vorbeistampfenden Menschenmasse. Erschöpft saß ich da; eingepfercht zwischen Waschtrommeln und Weichspülern, den Besen in der geballten Faust, als eine ältere Dame an mich herangeschoben wurde.

„Junger Mann!“ keuchte sie. “Was kostet diese Rückenbürste?“
„Nun“, erwiderte ich matt. „Dies ist keine Rückenbürste...“
„Was dann?“ wunderte sie sich.
Ich erhob mich, die Chance beim Schopfe packend und begann erneut das Wunderding des stillen Ortes Lob zu preisen.
„Ich weiß nicht recht..“ unterbrach sie mich kopfschüttelnd.
„Ja sie werden doch den Vorteil des hochwertigen Kunststoffes gegenüber herkömmlichen Produkten erkennen?“ drängte ich.
„Ehrlich gesagt,“ fuhr sie unschlüssig fort, „Ich hab´s noch nie probiert.“

Den Zeitpunkt ihrer ins Wanken geratenen Überzeugung nützend, begann ich von Neuem die Zeremonie des Werbens; plädierte von Krankheitserregern über Bakterienkulturen, bis hin zur Volksgesundheit die, wie ich kühn behauptete, den Kauf dieses Gerätes geradezu vorschreibe.

Inzwischen hatte sich einen beträchtliche Menge Schaulustiger um das Mütterchen gruppiert welche mich, offensichtlich meiner fulminanten Ansprache wegen, ergriffen anstarrten. Dieser Umstand trieb meinen Redefluß derart gewaltig voran, daß ich kurz darauf unter hysterischem Gebrüll mitsamt einer Waschtrommelpyramide zusammenbrach.

Japsend beobachtete ich halb sitzend, halb liegend im Gewirr des Geschehenen, wie meine Besen in den Einkaufswägen verschwanden. Das Gefühl die Welt aus ihren Angeln gehoben zu haben, durchrieselte mich. Auch das Mütterchen erhaschte einen und verlor sich stumm im Labyrinth der Regale.

Tage später begegnete ich ihr auf der Straße.
„Guten Tag!“ begrüßte ich sie freundlich. „Wie sind sie denn mit dem Besen zufrieden?“
„Ach!“ raunte sie gequält. „Wissen sie, das Papier war mir eigentlich lieber.“

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Weißehex am 13.02.2020:
Haha, echt gut. Schön, dass du dieses Portal hier entdeckt hast. Ich wusste noch gar nicht, dass du auch Geschichten schreibst. Gut gemacht!




geschrieben von Wortklauber am 13.02.2020:
Danke für das positive feedback. Dass ich auch Geschichten schreibe, wußte bislang fast niemand. Bin deshalb nun dabei dies zu ändern.:)

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