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geschrieben 2021 von Doris Fischer (Doris Fischer).
Veröffentlicht: 19.08.2021. Rubrik: Menschliches


Das Märchen eines Umzugs

Es waren einmal eine Mutter und ein Vater, die sehr viel arbeiteten. Sie hatten eine Tochter, die schon eine erwachsene Frau war. Eines Tages wurde sie von ihrem Vermieter aufgefordert, ihre Wohnung innerhalb von sechs Monaten zu verlassen. Die Tochter war sehr traurig, weil ihr ihre Wohnung alles bedeutete. Aber es half nichts. Die Tochter musste sich eine andere Wohnung suchen. Das war alles sehr schwierig. Aber sie war nicht allein. Sie hatte ihre Eltern, die immer für sie da waren und ihr bei allen Problemen halfen. So halfen sie selbstverständlich auch bei der Wohnungssuche. Die Eltern taten alles, für die Tochter eine passende Wohnung zu finden. Denn die Tochter war sehr anspruchsvoll. Das Beste war gerade gut genug. Sie stellte Forderungen, wie die Wohnung auszusehen hatte und wie hoch der Standard sein musste. Die Tochter war schon immer schwer zufriedenzustellen. Genauer gesagt, man konnte ihr eigentlich nichts recht machen. Sie übte an allem nur Kritik. Es war alles sehr schwierig. Die Wochen rannten dahin. Die Tochter fand keine Wohnung. Die Eltern fanden auch keine Wohnung. Die Stimmung sank und die Enttäuschung stieg. Was wäre, wenn die Tochter keine passende Wohnung finden würde? Der Vermieter war gnadenlos in seiner Forderung. Die Stimmung sank weiter. Keine Wohnung in Sicht. Die Eltern baten die Tochter, Kompromisse zu schließen. Nein, Kompromisse kommen nicht in Frage. Denn die Tochter war sehr anspruchsvoll und übte immer Kritik. Es wurde alles immer noch schwieriger. Die Eltern waren verzweifelt. Die Tochter war es auch. Die Wochen vergingen weiter wie im Flug.
Dann plötzlich – niemand konnte es glauben – die Tochter hat eine Wohnung gefunden – die „perfekte“ Wohnung! Das Glück war groß! Die Stimmung stieg! Alles war gut! Der Vater und die Mutter bereiteten den Umzug vor, die Tochter träumte weiter – denn zupacken und sich in die Arbeit stürzen war nichts für sie. Sie wusste, dass sie die besten Eltern der Welt hatte, die alles für sie klärten, organisierten und sich in die Arbeit stürzten. So war es dann auch! Die Eltern arbeiteten Tag und Nacht. Der Umzug ging reibungslos über die Bühne. Die neue und perfekte Wohnung wurde eingerichtet. Die Eltern schufteten und die Tochter ließ sich Zeit und träumte weiter. Sie hatte ja ihre Eltern. Das wusste sie. Das war schon immer so. Bis zum heutigen Tag. Wenn die Tochter nicht mehr weiter wusste in ihrem Leben, wurde ein bisschen gejammert und das Problem von den Eltern gelöst, nicht von der Tochter. Warum sollte die Tochter ihre Probleme selbst lösen, wo sie doch ihre Eltern hat?
Endlich war die perfekte Wohnung fertig eingeräumt und die Tochter konnte einziehen. Die Freude war groß und die Eltern dachten, endlich haben wir es geschafft und können uns entspannt zurücklehnen. Doch die Rechnung ging nicht auf! Die Tochter hat einen „Minuspunkt“ in ihrer „perfekten“ Wohnung entdeckt: Sie kann nachts nicht schlafen, weil sie sich durch den Lärm der Straße gestört fühlte. Sie braucht sofort eine Lösung, sonst kann sie in dieser Wohnung nicht bleiben, zetert sie. Für die Eltern bricht eine Welt zusammen! War alle Mühe und Arbeit umsonst? Das kann doch nicht wahr sein! Die Tochter jammert, schimpft und schreit die Eltern an. Sie macht ihnen Vorwürfe und ärgert sich zu Tode, dass sie selbst sich für die „perfekte“ Wohnung entschieden hat. Sie braucht sofort eine Lösung! Denn Lärm macht krank! Und sie möchte nicht krank werden! Sie braucht sofort eine Lösung! Die Eltern sind am Ende ihrer Kräfte. Die Mutter weint und ist verzweifelt. Der Vater ist erschöpft und verzweifelt. Was haben sie nur falsch gemacht? Die Tochter sitzt weiterhin in ihrer „Komfortecke“ und jammert: ich brauche sofort eine Lösung!
Das war das Märchen eines Umzugs mit traurigem Ende.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Susi56 am 25.08.2021:

Ich weiß nicht so recht, was du mit diesem Text sagen möchtest...? Mir hat er aus mehreren Gründen nicht gefallen. Zum Einen ist es unrealistisch, zumindest hier in Deutschland, dass ein unbescholtener Mieter innerhalb von 6 Monaten die Wohnung verlassen muss (und nicht auf die Idee kommt, sich zu wehren). Da fehlt mir der Realitätsbezug bzw. die Begründung. Dann hast du mal in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart geschrieben. Und mir erschließt sich auch nicht, warum die Eltern sich wie die letzten Deppen benehmen (ich weiß, es gibt tatsächlich solche Eltern). Aber die Begründung "es war schon immer so" ist mir hier ein bisschen schwach... Ist aber nur meine Meinung. 😀




geschrieben von Susi56 am 26.08.2021:

Liebe Doris, nachdem ich deinen anderen Text gelesen habe, vermute ich, dass dies hier auch kein erfundener Text ist? Möglicherweise wäre es hilfreich für die Eltern, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, damit sie sich aus ihrer vermeintlichen Verantwortung lösen können. Das würde wahrscheinlich beiden Parteien, Eltern und Kindern, Nutzen bringen. Liebe Grüße!

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