Veröffentlicht: 17.01.2026. Rubrik: Persönliches
Kontrolle
Ich persönlich fühlte mich in meiner Kindheit von meinem Vater und von meinen Großeltern zu keiner Zeit kontrolliert.
Sie vertrauten mir schon als Kind, soweit ich zurückdenken kann. Sie trauten mir zu, dass ich das, was ich mache oder tue, im Griff habe.
„Ich spüre die ganzen Fragezeichen in Euren Gesichtern, liebe Leser!“ ( lach ), mein Vater war ein Kind der 1960er Jahre Szene in Frankfurt, er kannte sie alle: Horst Lippmann, Joschka Fischer, Johnny Klinke...
und ich lebte meine persönliche "Hippiekultur" auch wenn mir das damals nicht bewusst war.
Dieses Vertrauen bezog sämtliche Bereiche meines Lebens, bis zum 18. Lebensjahr, mit ein.
-Freizeitgestaltung, Sport, Freundeskreis, soziales Umfeld, Ich zog mit 15 Jahren mit meinen Freunden zusammen nachts durch die Clubs ( damals noch Disco )
-Schule generell, Hausaufgaben, das Lernen für Klassenarbeiten, auch als ich mich entschloss kein Abitur zu machen, obwohl ich die Schulnoten dazu hatte. Ich ging nach der 10. Klasse der damaligen Gesamtschule, Ernst- Reuter-Schule II, heute Europäische Schule, ab.
Ich hatte das Gefühl: Hier in der Schule gibt es für mich und mein persönliches Weiterkommen keine Steigerung und suchte mir eine Ausbildungsstelle meiner Wahl. Nicht, weil ich dazu angehalten wurde, mir eine Ausbildungsstelle zu suchen, sondern, ich hatte das Gefühl: So macht man das! Ich habe es bei anderen gesehen und für mich selbst übernommen. Mir haben meine „Erziehungsberechtigten“ nicht den kleinsten „Anstupser“ dazu erteilt.
-Wie viel ich esse und trinke
-Pünktlichkeit ( Ich war und bin generell immer pünktlich, meist sogar überpünktlich ), ganz ohne Armbanduhr ( Handys gab es damals keine )
Kurz: Alles, was mich und mein Leben betraf.
Rückblickend ein Gefühl der absoluten Freiheit! -
Ja, es gab auch Regeln, aber wir verstanden uns gegenseitig „ohne Worte“ oder Taten. Da war dieses Urvertrauen, welches mich mein ganzes Leben schon begleitet, sodass ich meiner inneren Stimme vertrauen konnte und lag jederzeit, immer richtig, wenn ich dies tat und noch heute tue. Mir selbst vertrauen!
Ich spürte dieses Gefühl der Kontrolle und des Zwangs und daran erinnere ich mich sehr gut, einmal in der Grundschule, als ich das 1x1 auswendig lernen musste.
Mein Opa versuchte, mit all seiner mentalen Kraft, diese Zahlen in mich hinein zu bekommen und dieser Druck versetzte mich in eine Abwehrhaltung. Ich „wehrte“ mich innerlich dagegen, obwohl ich es lernen wollte! Ich wollte es lernen, aber dieser Druck verhinderte das. Es entstand in mir eine undurchdringliche, innere Blockade.
Wie ich es schließlich dann doch schaffte, das 1x1 auswendig zu lernen? -
In meiner Freizeit! Ich besuchte auf meinen Wegen draußen in meiner Freizeit spontan immer einmal wieder eine super nette, sympathische ältere Dame ( wir tranken oft Tee zusammen und sie hatte so super leckeres Gebäck ) und diese übte mir mir auf eine ganz zwanglose Art. Und auf einmal war der Knoten geplatzt! Dann konnte ich es, das 1x1!
Es ist nicht nötig, seine Kinder ständig zu kontrollieren, sie haben ihre eigene, innere Führung, zu jederzeit und immer, wie eine schützende Hand über sich!
Oder sie zu beschäftigen, so dass ihnen nicht langweilig wird, dabei fördert Langeweile die Kreativität! Sich mit sich selbst beschäftigen zu können ist sehr wichtig und außerdem bringt es den Eltern eine persönliche Freiheit, wenn sie nicht ständig nach ihren Kindern sehen und diese unterhalten oder bespaßen müssen...
Ja, hier stehe ich nun!
Ich stehe an einer Stelle, an welche ich, weil ich mein ganzes Leben auf meine innere Führung vertraute und es erlaubt war, dieser zu vertrauen, unterbewusst stehen wollte. Das war mein großes Lebensziel, auch, wenn ich das so nicht vorhergesehen habe und von hier aus geht es weiter, volle Kraft voraus, bis in alle Ewigkeit...
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