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5xhab ich gern gelesen
geschrieben von HanaLores.
Veröffentlicht: 21.01.2026. Rubrik: Unsortiert


Leergut

Unter freiem Himmel
auf geschundener Erde
Begegnung mit edlen Wilden im Einklang
womit auch immer
Unbekümmert jagen und sammeln
ohne Raub an Grund und Boden
Metajungfräuliche Reinheit
der Besitzverweigerung
Romantik heimatloser Völker
Ich spür die Last meines erhobenen Hauptes
Scham und Furcht sitzt mir im Nacken

counter5xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Jo Hannes Coltitz am 21.01.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo @Hana, ich gebe Dir erstmal recht, dass Naturvölker weitestgehend besitzlos leben bzw. lebten.
Und sie schützen ihre natürlichen Ressourcen.
Aber sie beanspruchen auch "ihre" Territorien, auf denen ihre Heiligtümer stehen, die sie mit aller Härte verteidigten.
Ich befasse mich, da ich gelegentlich Indianergeschichten schreibe, intensiv mit der Geschichte süd- und nordamerikanischer Völker.
Genauso ist es auch mit den Nomadenvölkern in Afrika.
Gern gelesen und viele Grüße, Jo





geschrieben von HanaLores am 21.01.2026:


Hallo Jo
Edle Wilde im urbanen Dschungel beschreibt mein kleiner Text. Menschen, bewusst wohnungs und besitzlos, Leergut sammelnd und nach dem Sinn des Lebens jagend, ja, die gibt es. Ob die Romantik des Nomadentums für sie dabei eine Rolle spielt oder diese im Geist der sesshaften Beobachterin stattfindet?
Vielen Dank für deinen Kommentar...:)




geschrieben von HanaLores am 21.01.2026:


Lieber Jo, für dich und alle die Indianergeschichten mögen, hier noch ein Brief von Fred last bull, Bewahrer der heiligen Pfeife, verfasst in den 1950er Jahren. Hatte den in meiner Jugend mal irgendwo abgeschrieben und in gewisser Weise prägte er mein ganzes Leben... Womöglich kennt ihr den ja schon, hatte ich schonmal hier gepostet.

Sie sind ein kraftvolles Volk, stark und zäh.
Sie fliegen auf in die Luft, in den Himmel.
Sie schwimmen im Wasser, Sie graben sich in die Erde.
Über der Erde töten sie alle Bäume und alles Gras und alle Früchte
und stecken ihre eigenen Bäume, ihr eigenes Gras hinein,
bringen ihre eigenen Früchte hervor.
Sie töten alle Tiere und setzen ihre eigenen Tiere an deren Stelle.
Aber die gute Erde ist tot.
Die guten Bäume, das gute Gras,
die guten Früchte und die guten Tiere sind tot.
Sie kommen immer näher, unaufhaltsam.
Dort hinten, New York und all diese Orte.
Dort ist die Erde verschwunden.
Sie nehmen den Donner, diese elektrische Kraft des Himmels
und beleuchten ihre Häuser, wenn es Nacht ist.
So töten Sie die Nacht mit totem Licht.
Vielleicht sind Sie sogar fähig den Mond zu ergreifen oder die Sterne,
einen oder zwei und mit ihrem Tod den Himmel zu erfüllen.
Unsere alte Nahrung, die wir aßen, war gut.
Das Fleisch des Büffels und des Wildes war gut. Es machte uns stark.
Wir wussten nicht, was Krankheiten und Siechtum sind.
Ihre Kühe, die so krank sind, dass sie ununterbrochen Milch geben.
Ihre Vögel, die so krank sind, dass sie ununterbrochen Eier legen.
Ihre Tiere, die so krank sind, dass sie ununterbrochen fetter und fetter werden,
nicht mehr laufen, liegen oder sitzen, sondern nur noch essen können,
immer nur essen essen essen, sind gut zu essen. Ihr Fleisch ist weich und zart.
Aber man wird krank davon an Seele und Körper.
Man will auch ununterbrochen Dinge hervorbringen,
viel mehr als man braucht und als je gebraucht werden.
Man will nicht mehr laufen, nicht mehr frei atmen, nicht mehr spüren, was gesund ist,
weder Hunger noch Durst noch Erschöpfung noch Hitze oder Kälte.
Unser Volk kannte einst nur lange Leben.
Heute essen wir des weißen Mannes Nahrung und wir leben nicht mehr so lange.
Wir sind nicht mehr gesund, weder im Körper noch im Geist.
Wir erleben vielleicht sechzig Jahre, vielleicht sogar siebzig Jahre
aber keine hundert oder hundertzwanzig mehr.
Ihre süße Medizin hat uns dies gebracht.
Sie sagte, der weiße Mann sei zu stark.
Sie sagte, seine Nahrung sei süß und nachdem wir diese Nahrung kosteten,
würden wir nur noch Sie haben wollen und unser altes Leben vergessen.
Wildkirschen und Präriepflaumen, wilde Wurzeln und den Honig der wilden Bienen.
Aber diese andere Nahrung ist zu süß. Wir essen Sie
und mit Ihr, was eines Menschen unwürdig ist,
das Vergessen.




geschrieben von Butterblume am 21.01.2026:
Kommentar gern gelesen.
...sie sind ein Kraftvolles Volk, sowie "Leergut"
hat mich zum Reflektieren veranlasst.

Danke HanaLores

Beste Grüße
Butterblume





geschrieben von Jo Hannes Coltitz am 21.01.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo @Hana, ich glaube Du hast mich da ein wenig missverstanden. Ich rede nicht von verklärten Indianergeschichten.
Ich meine richtige Bücher über das Leben der Ureinwohner. Bücher, die von Ureinwohnern bzw. deren Nachkommen geschrieben waren.
Vor Jahren haben wir bei den Karl-May-Festtagen Kontakt mit einer Aztekengruppe gehabt, die durch Europa gereist ist, um für ihre Sache zu werben und Geld für Rechtsstreitigkeiten zu sammeln. Diese Gruppe möchte die Krone von Montezuma zurück haben, die einst unter den Habsburgern mit nach Europa genommen wurde.
Der Anführer der Gruppe hat ein selbstgeschriebenes Buch verkauft, in der er das Leben von uns Zivilisierten und der angeblichen Wilden vergleicht.
Die Erkenntnisse aus diesem Buch sind echt niederschmetternd.
Als Fazit bleibt, dass wir uns trotz des Zeitgeistes mit der Natur und Umwelt arrangieren müssen. Anders wird es nicht funktionieren.
Viele Grüße, Jo




geschrieben von HanaLores am 22.01.2026:


Hallo Butterblume, danke dir für deinen Kommentar^^
Ganz liebe Grüße.. Hana

Hallo Jo, falls du das Missverständnis auf den Brief beziehst, ja, der kann schon etwas verklärt wirken. Für mich ist er ein wichtiges historisches Dokument, indem sehr vieles über das Leben der Ureinwohner beschrieben ist. Vielleicht sollten wir den Begriff "Indianergeschichten" in Anführungszeichen setzen ;)
Liebe, wilde Grüße.. Hana

ps: Ich denke, wir sollten uns nicht nur mit der Natur arrangieren, sondern der unbedingten Pflicht nachkommen sie zu beschützen.


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