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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Christina Kopany (Daniela Geb. Kopany).
Veröffentlicht: 07.02.2026. Rubrik: Nachdenkliches


Mein Lebenslauf

Als ich vor 15 Jahren geboren wurde, war ich noch sehr jung.
Meine Eltern waren gerade nicht zu Hause. Sie waren auf dem Felde, Kartoffeln holen.
Es war nicht unser Feld, aber wir holten da immer unsere Kartoffeln.

Mein Vater ist jetzt im Gefängnis, wegen seines Glaubens.
Er hatte geglaubt, seine Miete nicht bezahlen zu müssen.
Ich war nicht alle Kinder, die/wir hatten. Wir waren 20
Geschwister und zwar: 10 Jungen, 9 Mädchen und ein Blindgänger.
Wir schliefen alle in einem Zimmer, mit Gasmasken.
Das Handtuch stand hinter der Tür. Da wir nur ein Bett hatten,
war es mit dem Schlafen sehr schwierig. Das erste Kind wurde,
wenn es eingeschlafen war, wieder herausgenommen und an die Wand
gestellt. Dann kam das nächste. Auch mit dem Wecke war es schwierig.
Ich bin einmal 14 Tage stehengeblieben, und es ist gar nicht aufgefallen.
Wir waren eine sehr intelligente Familie. Mein Buder ist auf einer Universität in Heidelberg. Er steht dort in Spiritus, denn er hat zwei Köpfe. Ein anderer Bruder ist Verwandlungskünstler. Er geht mit einem alten Mantel ins Cafe und kommt mit einem neuen wieder heraus.
Ein anderer isst im Stadtbad als Brause, er hat einen Wasserkopf. Wir waren auch eine sehr musikalische Familie. Meine Mutter nähte auf einer Singer-Nähmaschine. Mein Vater war Pianoträger. Einer meiner Brüder war Sänger. Er sank immer tiefer. Jetzt brummt er schon zwei Jahre. Am musikalischten war meine kleine Schwester. Sie ging schon bei der Geburt flöten.

Wir Jungens hießen alle Emil, außer Fritz, der hieß Paul.
Meine Schwestern waren furchtbar dünn, Sie mussten immer zweimal ins Zimmer kommen, damit man sie überhaupt sah. Eine hat jetzt Zwillinge, die sehen sich sehr ähnlich, besonders die eine.

Als ich 6 Jahre alt war, ging ich zur Schule. Ich war der Liebling aller Lehrer. Manche Klasse durfte ich zweimal besuchen.
Brachten wir schlechte Zeugnisse nach Hause, bekamen wirs mit dem Ausklopfer. Bei guten Noten gabs einen Groschen für die Sparbüchse. War die voll, wurde ein neuer Ausklopfer gekauft.
Dann kam ich aus der Schule und fing die Lehre an bei einem Schmied. Der gab mir einen Hammer, legte ein Stück Eisen auf den Ambos und sagte: " Wenn ich mit dem Kopf nicke, schlägst du drauf."

Er hat nur einmal genickt!!!!!

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