Veröffentlicht: 24.02.2026. Rubrik: Nachdenkliches
Die Geister die ich rief
Die Geister, die ich rief, warn mir nicht einerlei,
erst flüsterte ein Einzler und plötzlich warens zwei.
Sie erzählten auch von andren, mit heftgem Seitenhieb,
und dabei im Besondren, was wer am liebsten trieb.
Der eine schrieb Gedichte, der andre sammelt Zeit,
der dritte wollte Ordnung, der vierte Zärtlichkeit.
Sie blickten auf die Andren, schürten mit Fleiß die Glut.
Sie mischten sich in Dinge ein, gut gemeint, aber nicht gut.
Und als sie dann verschwanden, verpuffte all der Wahn.
Jetzt herrscht hier wieder Frieden – ade Du Geisterbahn.
Noch heut in vielen Nächten, wenn alles leise schlief,
spürt ich ein heimlich Wispern: die Geister, die ich rief.
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