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4xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 03.08.2026. Rubrik: Nachdenkliches


Blut

Ende Juni, ein warmer Sommerabend, eine Nacht die durch die Kühle ihn verleitete noch eine Runde spazieren zu gehen. Da er es öfter machte, selten einem Mensch begegnete, blickte er diesmal hin zu der Gestalt auf der geschützt liegenden Parkbank. Sie stand vor einer hohen Buchenhecke und war dazu seitlich bewachsen, leicht versteckt für den der sie nicht kannte.
Bei seiner Rückkehr nach einer halben Stunde saß da immer noch jemand aber lag mehr als er saß. Er trat näher und sah es war eine Frau deren braune Haare vom Kopf herabhingen im Schein seiner Taschenlampe. Sie hatte die Augengeschlossen zuckte aber mit ihrem linken Bein ab und zu. Er sprach sie an, fragte, ob sie Hilfe brauchte. Sie nickte nur setzte sich dann aufrecht. Was er nun sah, ließ ihn zu seinem Smartphone greifen.
Blut, er sah nun das Blut, die blauen geschwollenen Stellen in ihrem Gesicht, Blut an ihren Armen, die von einer dünnen Bluse bedeckt waren. Er wählte ungefragt den Notruf, sagte Ort und genaue Stelle dazu gab er eine kurze Schilderung, was er sah.
Bitte nicht, nun sprach sie im kaum verständlichem deutsch, geht gleich wieder.
Er gab ihr keine Antwort wartete. Sie schwieg, weinte nun sichtbar.

Eine der beiden Polizistinnen nahm ihn beiseite, während die Krankenwagenfahrer behutsam die verletzte Frau in den KW trugen, der Notarzt noch Anweisungen gab. „Wir müssen noch ihre Aussage aufnehmen, kommen sie Morgen zu uns auf die Wache“.
Er nickte, sagte gute Nacht ich brauche meinen Schlaf. Sie reichte ihm seinen Personalausweis, sagte noch einmal danke und gute Nacht.
Am anderen Morgen, er saß nun in einem Büro einem Beamten in Zivilkleidung gegenüber der sich kurz vorstellte.
Nicht fragen sagte er zu sich, er wird doch nur das Wort Datenschutz aussprechen. Was er wusste, sagte er in kurzen Worten, unterschrieb das ausgedruckte Protokoll und wollte aufstehen. Ein Moment noch kam, begleiten sie mich bitte zu einer Kollegin.
Was nun folgte ließ ihn innerlich lächeln. Eine Psychotante hatte er nicht erwartet. Etwas musste mit dieser gefundenen Frau nicht stimmen deren Namen unbekannt schien da sie keine Papiere bei sich trug. Der Notarzt hatte es erwähnt. Er konnte sich nun nicht an weitere Details erinnern, bat gehen zu dürfen.
Bei Tageslicht stand er vor der blutigen Bank sah sie war abgesperrt mit einem Polizei-Band. Nach einer Woche waren alle Spuren beseitigt. So wie schon oft war es schnell vergessen, niemand fragte nach.
Datenschutz, wen schützt es wirklich? Er hätte gerne mehr von ihr erfahren, aber da war die Sperre. Lässt man so den Helfer im Regen stehen, sagt einfach Datenschutz und das war es? Doch will oder muss ein Fremder alles erfahren, will ein vermeintliches Opfer nicht lieber unerkannt bleiben oder doch seinem Helfer danken?
Wir leben in einer anderen Zeit. Wir leben mit Situationen die fremd erscheinen, teilweise Angst machen. Nicht jeder schaut einfach weg, geht vorbei.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Butterblume am 03.08.2026:
Kommentar gern gelesen.
Gern gelesen.
Starke Botschaft.

Beste Grüße
Butterblume

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