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3xhab ich gern gelesen
geschrieben von Screem.
Veröffentlicht: 26.10.2019. Rubrik: Nachdenkliches


Der Zug

Sie fiel und fiel. Mit dem Rücken nach unten. Sie fiel obwohl sie in einem Zug war. Als ob der Zug im 90° Winkel nach oben fuhr. Alle Türen waren offen und der Zug wirkte endlos lang.
Was ging ihr wohl durch den Kopf? Die gleiche Frage stellte sie sich auch. Ihr ging so einiges durch den Kopf. Was Symbolisiert dieser Zug? Was mach ich in diesem Zug? Warum bin ich in diesem Zug? Träume ich? Alles Fragen die sie sich in nur einem Bruchteil einer Sekunde durch den Kopf gehen ließ. Sie kann sich nicht erinnern Eingestiegen zu sein und doch schien dieser Zug Real. Sie versank immer weiter in diesem Gefährt und wie sie immer weiter in dem Zug versank, so vertieften sich auch ihre Gedanken. Mitlerweile nahm sie die Fahrben schon garnicht mehr wahr. Alles war in schwarz und weiß. Ihr ist schon längst klar das das ein Traum sein muss. Was soll es sonst sein?! Doch sie wacht dennoch nicht auf und je länger sie nicht aufwachte umso mehr zweifelte sie daran.
Sie dachte an ihre Existenz. Ob diese Real ist, sie in einer virtuellen Welt lebt oder schon immer lebte, sie eine Einbildung ist und garnicht existent, wie klein man im Universum doch ist, dem Sinn des Lebens und vielem mehr. Die Fragen warfen noch mehr Fragen auf und dies ging immer so weiter. Die wollte der einen Einzigen Antwort aus dem Weg gehen. Es gibt keinen Sinn und auch ihre Existenz oder Existenzort wird sie nie herausfinden. Doch sie suchte weiter. Dachte auch über den Sinn von Religionen nach. Sie sind da um den Leuten antworten auf diese Fragen zu stellen, doch längst will keiner mehr glauben. Die Leute wollen Beweise und damit wird die Wissenschaft zum Glauben da diese plausible Antworten darauf geben konnte.
Der Zug zog sich weiter und sie drehte auch mal den Kopf um zu sehen ob ein Ende in Sicht war. Was sich hinter ihr verbarg war schwarze Leere. Fiel sie überhaupt? Sie weiß es nicht. Als sie den Blick wieder nach oben lenkte und der Zug links und Rechts an ihr vorbei zog, fiel ihr auf das die Fenster mehr Bilder oder Nein Bildschirme oder sowas war. In den Fenstern waren unterschiedliche Erinnerungen von ihr zu sehen. An manche konnte sie sich selbst nicht erinnern und manche ersehnte sie sich täglich zurück. Sie hielt an diesen Erinnerungen Fest und wollte sie nicht los lassen. Nicht weil es schöne Erinnerungen waren, was sind sie so oder so. Nein! Es sind Ereignisse und Begebenheiten die sie sich zurück ersehnte, doch mittlerweile hat sich einiges verändert. Ihre Freunde, Familie und auch sie selbst. Alle haben sich verändert und das konnte sie scheinbar noch nicht ganz verarbeiten. Sie konnte selbst ihrer eigene Veränderung nicht akzeptieren. Es war zu viel über ein Jahr das sie erlebt hatte. Freunde und auch Familienmitglieder hatten sich zerstritten und sie stand immer in der Mitte und musste hin und her gerissen damit zurecht kommen. Sie war auch ungezogen und Verhältnisse auf der Arbeit hatten sich geändert. Alles Veränderungen mit denen sie zu recht kommen musste, da ist es einfach an der Vergangenheit festzuhalten. Es war nicht so verkrampft und stressig, sondern noch relativ sorglos und voller Freude. Freude. Wann verspürte sie zuletzt Freude? Ich meine so richtig Freude nichts sich selbst vorgespieltes. Es ist lange her. So lange das sie sich nicht daran erinnern konnte. Ein Schmerz ging durch ihre Brust und es rollte eine Träne in ihr Ohr. Wie gerne würde sie wieder dieses Glück spüren. In dem ganzen Stress vergaß sie was es heißt Freude zu verspüren oder glücklich zu sein. Ihr Leben zog nur noch an ihr vorbei und sie funktionierte nur noch für die Arbeit und ihren nahestehenden Menschen. War es das was der Zug Symbolisieren sollte? Das das Leben an ihr vorbei zieht wärend sie immer weiter ins dunkle fällt? In dieses Loch das alles verschlingte und ihr alles nahm was sie doch eigentlich so sehr liebte? Nein, so geht es nicht weiter. Sie muss was tun. Wenn sie aus diesem Zug raus ist würde sie darum kämpfen wieder zu leben und ihr Leben in die Hand nehmen. Nicht von diesem schwarzen Loch einsaugen lassen. Es ist doch ihr Leben, aber ihr fehlt die Kraft sich aufzuraffen. So stark dieser Gedanke doch sein mag. So viel sie weiter in die tiefe Schwärze. Bis eine Hand sie von hinten packte.

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