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geschrieben 2019 von Die Märchenerzählerin (Märchenerzählerin).
Veröffentlicht: 22.09.2019. Rubrik: Märchenhaftes


Karl und Karla

Karl und Karla wurden in einem kleinen Dorf geboren, sie wuchsen dort auf und besuchten zusammen die Dorfschule.

Als sie älter wurden, verliebte sich Karl in Karla. Er versteckte sich hinten den Bäumen und beobachtete sie. Karla sah nie zum hinüber und Karl war zu schüchtern, um mehr zu tun, als verliebt zu sein.

An einen besonders mutigen Tag fragte er höflich, ob er ihren schweren Korb tragen darf. Karla kam vom Beeren sammeln und man sah ihr an, dass der Korb sehr schwer war. Doch Karla stand auf dunkelhaarige Jungs und Karl war rothaarig, sie trug ihren Korb allein weiter.

Karl war sehr betrübt und wusste nicht weiter. Eines Tages, der Sommer war fast vorüber ging Robert, ein großer, grobschlächtiger Junge aus dem Dorf zu Karla rüber und machte einen viel zu frechen Spruch, um Karla auf sich aufmerksam zu machen. Doch Karla war das zu aufdringlich, sie ließ Robert abblitzen und der stellte Karla daraufhin tatsächlich ein Bein. Sie fiel in hohen Bogen auf die Erde, das rechte Knie zerkratzt, der Fuß verstaucht. Als Karl dies sah wurde aus dem schüchternen Jungen ein sehr saurer Karl. Er rannte zu Robert, im Laufen schon die Fäuste geballt und boxte zu. Robert fiel und Karla sah Karl zum ersten Mal richtig an und lächelte ihm dankbar zu. Von diesem Tag an waren die zwei unzertrennlich und liefen Hand in Hand, heiraten und bauten ein kleines Haus abseits vom Dorf.

Sie lebten glücklich und zufrieden. Einige Jahre gingen ins Land und an einen sonnigen Herbsttag gingen beide in den Wald, Karl wollte Pilze sammeln und während er sie suchte, hing Karla ihren Tagträumen nach. Sie lief so vor sich hin und lächelte wie schon seit Tagen, niemand hätte sagen können, warum sie so besonders glücklich war.

Als Karl mit dem Pilze sammeln fertig war, schaute er sich nach Karla um. Er konnte sie nicht sehen, also rief er nach ihr. Doch es gab keine Antwort. Sich langsam Sorgen machend, stellte er den Korb mit den Pilzen ab und lief immer schneller laufend durch den Wald. Karl bekam Panik. Er rannte ins Dorf und holte Hilfe, den es wurde langsam dunkel. Die Dorfbewohner suchten mit Karl den ganzen Wald ab, doch außer einiger Haarsträhnen von Karla an einem Ast, so als ob sie daran hängen geblieben war, konnte Karla nicht gefunden werden. Sie war wie vom Erdboden verschwunden.

Aus Tagen wurden Monate, dann Jahre. Karl ging jeden Tag zu dem Ast mit den Haarsträhnen, der Platz, an dem er Karla das letzte Mal sah. Karl war mittlerweile ein alter Mann geworden, der Gang in den Wald fiel ihm immer schwerer und seine Knochen taten so weh, wie sein Herz.
Als er so bei den Ast mit Karlas Haarsträhnen saß, fiel ihm auf, dass Karlas Haare grau am Ast hingen. Sein staunender Blick wurde zu einem Lächeln. War es Magie und Zauberei, dass die Haare im Wald ergrauten oder war es womöglich ein Zeichen von ihr, dass sie noch lebte und glücklich war, und dass es ihr gut geht?

Karl starb in dieser Nacht mit einem Lächeln, denn Hoffnung war das, auf dass er gewartet hatte.

Und wenn Ihr nicht gestorben seid, dann sehen wir uns zum nächsten Märchen
Die Märchenerzählerin

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Weißehex am 24.09.2019:

Eine zauberhafte, berührende Geschichte.

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