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geschrieben 2011 von Frank Hainke (Frank Hainke).
Veröffentlicht: 29.05.2016. Rubrik: Satirisches


Migration im Neandertal

Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder gelebt habenden oder leben werdenden Gattungen oder mit gewesenen, seienden oder kommenden Gesellschaftformen, wären rein zufällig und keinesfalls beabsichtigt. Die beschrie­benen Verhältnisse aber hätten sich, so unwahrscheinlich sie auch klingen mögen, ganz allgemein so oder so ähnlich in der eiszeitlichen Wirklichkeit abgespielt haben können.

Zu einer Zeit, als ganz Europa noch ein einziges Neandertal war, beobachtete ein Eingeborener, dessen Name, soweit die Überlieferung über einen so langen Zeitraum her eine Klärung überhaupt noch zulässt, möglicherweise Dik gewesen sein könnte, eines sonnigen Tages eine kleine Gruppe von merkwürdig schmalschultrigen, schlanken Gestalten, die unerwartet aus einem Waldstück herausbrachen. Völlig verblüfft starrte er die vielen fremdartigen Wesen an, wie sie da alle in einer Reihe, laut redend, die Lichtung überquerten. Er konnte sich an diesem ­faszinierenden und unerklärlichen Schauspiel gar nicht satt sehen. Wie diese Fabelwesen da von der Hüfte an aus dem Gras herausragten sahen sie so anbetungswürdig aus, dass Dik gar nicht anders konnte als aufzuspringen und auf sie zuzurennen.
„Hallo! Willkommen!“ rief er und lief so schnell seine Füße ihn tragen konnten. Er war so von seiner Begeisterung benebelt, dass er gar nicht bemerkte, dass diese Fremden seine Gefühle überhaupt nicht zu teilen schienen. Er nahm gar nicht wahr, wie sie ausschwärmten und Pfeile in die Sehnen ihrer Bögen legten. Erst als ein Pfeil an seinem linken Ohr vorbeizischte überkamen ihn Zweifel. Und als ein Pfeil plötzlich in seinem rechten Oberschenkel steckte wusste er, dass er die Situation falsch eingeschätzt hatte.
Dik duckte sich ab, sah sich um, ­drehte herum und begann so schnell wie möglich wegzurennen. Da er die Gegend seit seiner Kindheit und Jugend kannte, und weil er schon oft hier gejagt hatte, wusste er natürlich um jede Besonderheit des Geländes und nutzte dies so gut er konnte aus. Seine Gegner schwärmten zwar aus und waren nicht nur hinter, sondern auch links und rechts neben ihm, er aber sprang in eine tiefe sich langziehende Bodenfurche und verschwand damit aus deren Blickfeld.
Die Schmerzen in seinem Bein waren so stark, dass er kaum laufen konnte. Aber er war zäh und verzweifelt und sprang auf seinem linken Bein den Hügel empor. Ob seine Verfolger ihm schon auf den Fersen waren, oder ob sie noch suchten wohin er abgetaucht sein könnte, konnte er währendessen natürlich nicht sehen. Er wusste aber, dass jeder suchende Blick seiner Verfolger ihm wichtige Augenblicke Vorsprung verschaffte. Aber als er am Scheitelpunkt des Hügels zurücklugte, konnte er sehen wie die Fremden gestikulierend im Tal standen. Somit duckte Dik sich wieder ab und verschwand heimlich hinter der Kuppe.
Mit Mühe und Not rettete sich Dik so zu seiner Sippe und berichtete ebenso verwundert wie aufgeregt ­alles ­seinen erstaunten Verwandten.
„Das Verhalten der Fremden war bestimmt nicht aggressiv gemeint.“ behauptete Kallba, die Mutter und somit älteste der Sippe, als sie den Pfeil in Diks rechtem Bein sah. „Wahrscheinlich warst du nicht sensibel genug, um erkennen zu können, dass dein poltriges Verhalten diese armen Leute fürchterlich erschreckte. Am liebsten würde ich dich dazu verdonnern dich bei diesen Leuten für dein Benehmen zu entschuldigen. Aber das könnte die Gefahr bergen, dass sie dich erkennen und denken, du würdest sie wieder angreifen wollen. Wir müssen uns daher etwas anderes ausdenken.“
Während der Pfeil aus Diks Bein gezogen und die Wunde mit zerriebenem Huflattich umwickelt wurde, wurde von allen darüber beraten, was man tun könne, um die Fremden im Neandertal willkommenheißen zu können. Kallbas Tochter Ailo meldete sich als erste zu Wort und schlug vor eine nackte Jungfrau auszusuchen, sie auf Blüten zu betten und den Fremden zu übergeben. Mit der Kraft der körperlichen Liebe sollten diese somit besänftigt werden. Sie bot sich dann selbst als Geschenk des guten Willens an und schwärmte schon davon wie niedlich doch ein dabei herauskommendes Kind aussehen müsse. „Nein.“ sagte Kallba. „Ein solches Angebot könnte von den Fremden den Eindruck erwecken bei uns würden die Frauen zu bloßen Sexualobjekten herabgewürdigt werden.“
Laik schlug daher vor dies abzuwandeln und den Fremden eine Baumscheibe frisch gegrillten Mammuts und verschiedener Fruchtsäfte auf einem Blumenspiegel zu servieren, einen kleinen Imbiss der Friedfertigkeit sozusagen. Diese Scheibe sollte dann in einer feierlichen Prozession zu den Fremden herrüber getragen werden. Dabei sollten Lieder gesungen werden und niemand dürfte eine Waffe tragen. Dies fand allgemeine Zustimmung und wurde ersteinmal vorgemerkt.
Han schließlich machte den Vorschlag, dass alle Neandertaler eine Kette bilden sollten, und zwar Nachts, und dass jeder von ihnen einen glühenden Kienspahn halten sollte. Dies sollte als Mahnmal für die Friedfertigkeit und Toleranz der Neandertaler stehen. „Nein.“ sagte Kallba. „Dies könnte als ein aggressives Verhalten missdeutet werden. Sie könnten denken, dass wir ihr Lager in Brand stecken wollten. Wir sollten uns unbedingt eine friedlichere Aktion ausdenken.“
Han hatte dann die Idee in einen Hungerstreik zu treten. Man könne diesen ja einen Hungerstreik für ein größeres Miteinander nennen. Und der ­Vollständigkeit halber könnte man dann ja auch gleich das Waschen und die Müllentsorgung einstellen. Er ­erntete damit allgemeines Gelächter, da alle wussten wie ungerne er sich wusch. Somit war auch dieser Vorschlag schnell vom Tisch.
Da es keine weiteren Ideen gab, wurde schließlich Laiks Vorschlag angenommen. Sofort bereiteten sich die erfahrensten Männer darauf vor ein Mammut zu erlegen. Die Frauen dagegen begannen damit eine Liste der schönsten Blumen anzulegen. Denn sobald das Mammut da wäre, sollte es auch gleich serviert werden.
Die kleine Gruppe der wagemutigsten Jäger brach sofort zur Pirsch auf. Erfahren, wie sie waren, fanden sie sehr schnell die Fährte eines jungen männlichen Mammuts und folgten ihr. Es gelang ihnen, sich dem Tier gegen den Wind zu nähern. Als sie auf Sichtweite waren, schwärmten sie aus und nahmen diesen eiszeitlichen Elefanten in die Zange. Als Han plötzlich aus dem Dickicht stürzte und mit aller Kraft einen Speer in den Leib des Tieres schleuderte, war dieses so überrascht, dass es erst reagieren konnte, als es bereits getroffen war. Einen Moment lang wusste das Tier nicht, ob es flüchten oder mit all seiner Wut gegen den Angreifer vorgehen sollte. Dieses Zögern eröffnete den anderen Jägern die Gelegenheit drei weitere Speere zu werfen und diese tief in die dicke Haut des Tieres zu treiben. Mit einem von Schmerz erfüllten Trompeten bäumte es sich auf und wandte sich den Angreifern zu. Blitzschnell stoben die Jäger auseinander und verwirrten so das Tier. Als es sich nach der einen Seite wandte, kam aus der anderen schon wieder ein Speer geflogen und traf es im Hals. Es wandte sich wieder um, wurde es nun wieder von der ersten ­Seite getroffen. Nun ergriffen die Männer ihre langen Spieße, stellten sich längs zu dem Mammut, stemmten die unteren Enden der Schäfte gegen den hinteren Fuß und richteten die Spitzen auf ihr Opfer. Das stand taumelnd und unschlüssig da, bis es schließlich ächsend zusammenbrach.
Als das Mammut nun am Boden lag und die Jäger gerade anfangen wollten es auszunehmen, erhob sich plötzlich ein großes Geschrei und die Neandertaler waren unversehens von einer zuvor nicht bemerkten, mit Speeren und Pfeil und Bogen bewaffneten Horde jener schlanken Menschen umringt. Diese zeigten auf das tote Mammut und machten verächtliche und gebieterische Gesten, die eindeutig die Neandertaler auffor­derten zu gehen und ihnen ihre Beute zu überlassen. Die Männer waren ganz verwirrt, denn sie hatten dieses Mammut doch sowieso für diese Fremden vorgesehen. Wie sollten sie es jetzt noch feierlich übergeben?
Unschlüssig standen sie da. Unfähig eine Entscheidung zu fällen, sahen sie sich um. Die Fremden machten immer drohendere Gesten und Grimassen. Die Neandertaler wussten, dass alles andere als eine unterwürfige Haltung zu einem Konflikt führen würde. Also verbeugten sie sich tief und gingen langsam rückwärts von dem Mammut weg. Als sie sich weit genug entfernd hatten, drehten sie sich um und begannen zu rennen. Die Fremden brachen in lautes Gelächter aus und schossen im Übermut den Fliehenden noch ein paar ungezielte Pfeile hinterher.
Als sie wieder zuhause ankamen, mussten sie berichten, dass ihr Vor­haben nur zum Teil hatte ausgeführt werden können. „Ihr seid doch zu blöd!“ rief Kallba aus. „Was habt ihr da blos wieder angestellt? Wahrscheinlich ward ihr mal wieder viel zu tolpatschig. Man kann euch doch nichts machen lassen, ohne dass man euch beaufsichtigt.“ Enttäuscht zog sie sich zurück und dachte darüber nach, wie man sich doch noch bei den Fremden entschuldigen könnte.
Eines Tages kam Lok mit rusverschmiertem Gesicht aus der Höhle, die er gerade mit seinen im ganzen Neandertal berühmten Tierbildern ausschmückte und sröhnte. „Immer nur Tiere. Wo bleibt da der künstlerische Fortschritt?“
Dann setzte er sich vor der Höhle hin und dachte eine Zeitlang nach. Die geänderte Situation mit diesen anderen Menschen beschäftigte ihn schon eine ganze Weile. Er dachte sich, dass es nun an der Zeit sei, dem einen künstlerischen Ausdruck zu verleihen. Schließlich lebte man als Künstler nicht in einem Mammutzahnturm. Man trug Verantwortung und war immerhin ein Teil auch der gesellschaftlichen Entwicklung. Während er so nachdachte, kam ihm plötzlich eine Idee. Inspiriert verschwand Lok wieder in der Höhle und arbeitete weiter.
Einige Tage später kam Kallba vorbei und erkundigte sich bei Lok wie es denn voran ginge. Stolz führte er sie in die Höhle und zeigte seine neuesten Kreationen. Anders als bisher aber waren an den Höhlenwänden keine Wollnashörner und keine Mammuts und keine Wisente und keine Rentiere und keine Pferde zu sehen. Stattdessen war eine ganze Felswand mit Händen, die von einer farbigen Aura umgeben waren übersäht.
„Was soll das sein?“ erkundigte sich Kallba überrascht.
„Das ist eine Botschaft.“ antwortete Lok und seine breite Brust schwoll vor Stolz.
„Ich wusste gar nicht, dass Botschaften so aussehen.“ bemerkte Kallba verdutzt.
„Sehr witzig.“ flüsterte Lok zur Seite, um dann zu erläutern „Das ist die Botschaft, derzufolge die Menschen eine offene Hand haben sollten, statt einer geballten Faust.“
„Oh, das gefällt mir.“ Kallba wandte sich in verschiedene Richtung. „Und so viele hast du gemacht.“
„Ja.“ rief Lok ganz begeistert. „Das ist viel einfacher und geht viel schneller als bei den Tierbildern. Der Fortschritt ist schon was tolles.“
„Hast du denn eine neue Produktionstechnik entwickelt?“ wollte Kallba wissen.
„Ja.“ Lok war ganz begeistert darüber, dass die Sippenmutter sich für Kunst interessierte. „Ich habe eine Hand hingehalten und die Farbe dagegengepustet. Alles, was an der Hand vorbeigeht, geht and die Felswand. Und meine Hand ist ganz bunt. Siest du?“ und er hielt sie ihr hin.
„Vielleicht sollten wir die gespreizte Hand ja zum Symbol der Freundschaft zwischen den Menschen machen.“ überlegte Kallba laut. „Vielleicht sollten wir immer dann, wenn wir diesen Fremden begegnen, die Hände ausstrecken und die Finger spreizen. Dann wüssten sie, dass wir unbewaffnet sind.“
„Das ist eine ganz hervorragende Idee!“ rief Lok begeistert aus. „Das würde ja bedeuten, dass ich als Künstler einen Weg in die gesellschaftliche und politische Realität gefunden habe. Das zeigt meine Bedeutung für die Kunst und den Weltfrieden.“
„Nun bleib mal schön bescheiden.“ ermahnte ihn Kallba. „Die größte Tugend des Neandertalers ist die Demuth. Nur so können wir die Achtung der Fremden gewinnen.“
L ange Zeit war Han der beste Verfertiger von Speer- und Pfeilspitzen aus Feuerstein. Niemand konnte so wie er den Strukturen im Stein nachspühren und mit ebenso geringem Kraftaufwand wie Materialverlust die benötigten Werkzeuge anfertigen. Eines Tages hielt er plötzlich in der Arbeit inne und wandte sich zu Dik um, der gerade mit der Herstellung eines Lanzenschafts beschäftigt war. „Du achtest doch bei der Auswahl der Stämme genau darauf, wie diese gewachsen sind, stimmt’s?“ „Ja, natürlich.“ antwortete Dik ohne aufzuschauen. „Und du bedenkst doch bei der Arbeit die Struktur des Holzes, damit kein Astloch das Ganze unbrauchbar macht?“ fuhr Han fort. „Ja sicher, alles andere wär doch nachteilig.“ Dik unterbrach nun seine Tätigkeit. Han schaute wieder zu ihm herüber. „Aber hast du denn niemals über Entfremdung nachgedacht?“ Dik guckte verdutzt drein. „Entfremdung? Was soll das sein? Es klingt ja ganz interessant, aber wenn du schon wieder ein neues Wort erfunden hast, must du mir auch sagen, was es bedeuten soll.“ Han begann zu dozieren „Aber das habe ich doch gerade. Nicht du entscheidest, welcher Stamm benutzt wird, noch wie du ihn formst, sondern das Material und die Anforderungen an das fertige Produkt bestimmen deine Vorgehensweise. Also etwas fremdes, von aussen an dich herangetragenes. Ausserdem produzierst du ja nur einen Teil des fertigen Produkts. Du stellst den Schaft her, und ich die Spitze. Das heißt, dass auch unsere Spezialisierung uns dem fertigen Produkt gegenüber entfremdet. Das sind nicht wir, das ist etwas fremdes ausserhalb von uns beiden, und auf der nächsten ­Stufe, von jedem von uns.“ Dik schien ihn nicht zu verstehen. „Aber alles, was ich nicht bin, ist ausserhalb und fremd.“ echauffierte er sich. „Ausser wenn ich esse. Aber ich bin immer nur ich und nicht das, was ausserhalb von mir ist. Das wußte ich schon vorher.“ „Ja, aber das Aussen wirkt doch auf dich ein! Und auch auf mich, wenn du es dir jetzt vorstellst.“ empörte sich Han. „Natürlich. Aber was willst du denn nun von mir? Ich bin doch ein Teil der Welt, also interagiere ich mit ihr. Wie sonst soll ich in dieser Welt überleben?“ Dik arbeitete wieder weiter an seinem Schaft, während Han die Arbeit einstellte. „Ich mache keinen Handschlag mehr, der mir von aussen aufgezwungen wird. Ich will der Herr über meine Handlungen sein.“ Und so war es denn von diesem Tag an auch. Dik fertigte weiterhin die besten Schafte weit und breit an, aber da Han keine Feuersteine mehr bearbeitete, konnten diese nicht mit Spitzen versehen werden. Eine Zeit lang reichte der Vorrat an Waffen noch aus, aber schließlich standen der Sippe keine Jagdwerkzeuge mehr zur Verfügung, so dass die Versorgung mit Proteïn bald nicht mehr gewährleistet war. Dies gefährdete auch andere Sippen, da sich die Idee von der Entfremdung unter allen Neandertalern ausbreitete. Die fremden Einwanderer beeinträchtigte dies dagegen nicht, da sie sich solche nutzlosen Gedanken nicht machten. Erst zehntausend Jahre später schlugen rezessive Neandertaler-Gene durch und rissen auch bei ihnen diese Frage auf.
Eines Abends, als die Neandertaler sich um das Lagerfeuer versammelt hatten und einen marinierten Mammutrüssel brieten, zu dem ein aromatischer, wohlriechender Kräutersalat gereicht wurde und sich die Gespräche mal wieder um die Frage, ob man durch bloße Beobachtung den Grund der Welt würde erkennen können, oder ob es dazu systematischer Versuche bedürfe, oder ob dergleichen grundsätzlich gar unmöglich wäre, drehten, erschienen ein paar von diesen schlanken Menschen und zeigten auf den gebratenen Mam­mutrüssel. Die Neandertaler sahen sie erst verwundert an und begriffen dann, dass dies eine Aufforderung zu einer Einladung sein sollte und streckten ihnen deshalb ihre Hände mit den gespreizten Fingern entgegen und boten ihnen anschließend auch von ihrer Speise an. Die Fremden nahmen, aßen, machten verächtliche Gesichtsausdrücke und warfen alles auf den Boden. Dann sahen sie sich um, ob nicht noch etwas, dass mehr nach ihrem Geschmack wäre zu finden sei und forderten dies, kaum dass sie es erblickt hatten. Offenbar war ihr Geschmack mehr nach schierem Muskelfleisch. So nahmen sie sich denn einen Elchschenkel und hielten ihn über das Feuer. Die ihnen im Weg sitzenden Neandertaler stießen sie einfach mit ein paar Fußtritten zur Seite.
Kallba meinte, dass es ihre eigene Schuld wäre, da sie ja von sich aus zur Seite hätten gehen können. Sie forderte daher alle auf sich bei den Fremden zu entschuldigen. Sofort gingen alle zur Seite und streckten ihnen wieder ihre Hände mit gespreizten Fingern entgegen. Die Fremden lachten laut und brüllten etwas in ihrer den Neandertalern unbekannten Sprache. Daraufhin prusteten sie dann noch ­lauter. Dann sahen sie sich die Jagdwaffen der Neandertaler genauer an. Offenbar fanden sie ihren Gefallen, denn sie behielten diese auch gleich. Anschließend nahmen sie sich noch etwas von dem Elchfleisch mit, spuckten und pissten in das Lagerfeuer und verschwanden schließlich mit Gelächter und verächtlichen Blicken wieder in der Dunkelheit.
Laik hatte während dieser ganzen Zeit seine Wut aufgestaut. Diese entlud sich nun in einem aggressiven ­Aufschrei. „Ihr elenden Schmarotzer!“ Dann wandte er sich an seine Vettern. „Kommt, lasst uns unsere Waffenholen und es ihnen heimzahlen. Auf dass sie uns nie wieder dermaßen demütigen.“
Da sprang Kallba hecktisch auf. „Tut das nicht!“ Sie machte besänftigende Gesten. „Wir sind doch alle Menschen. Auch die Fremden sind Menschen. Und alle Menschen sind gleich. Das bedeutet, dass wir genauso sind wie diese Menschen. Das bedeutet, dass deren Verhalten auch unseres hätte sein können.Wir sind dazu genauso fähig wie diese Fremden. Und dafür sollten wir uns schämen. Also setzen wir uns jetzt alle hin und schämen uns. Und dann sollten wir uns noch Gedanken darüber machen, wie wir diese Leute nennen sollten. Immerhin werden sie ja von Tag zu Tag weniger fremd sein. Und dann sind sie ja keine Fremden mehr. Also bitte, ich warte auf Vorschläge.“ Dann setzte sie sich wieder.
Am nächsten Morgen waren alle ganz aufgeregt, denn es war der Tag des Dankes angebrochen. Alle Neandertaler von Kallbas Sippe versammelten sich auf einem einzelstehenden Hügel und die Jäger zählten auf, welche Tiere sie im letzten Monat erlegt hatten, wo das im einzelnen gewesen war und um wieviele es sich insgesamt gehandelt hatte. Dann bedankten sich alle bei den toten Tieren, denn nur durch deren Opfer hatte die Sippe ja überleben können. Dann zählten die Sammler alle die Früchte, Gemüse, Kräuter und Nüsse auf, die sie im Laufe des letzten Monats zusammengetragen hatten, wo dies gewesen war und um wieviel es sich gehandelt hatte. Und alle bedankten sich bei den Pflanzen für deren selbstlose Unterstützung. Dann kamen noch die Fischer und Angler zu Wort, die es den anderen gleich taten. Auch bei all den Bewohnern des Wassers, die in den vergangenen dreißig Tagen Nahrung und Werkzeuge geliefert hatten, bedankten sich alle ganz ehrerbietig und sangen schließlich gemeinsam das Dankeslied.
Dann stiegen alle herab und zogen alle in einer großen Prozession um den Hügel herum. Und während sie das taten, überlegte Han sich, ob diese alte Sitte überhaupt noch zeitgemäß sei. Und Laik fragte sich, ob die Pflanzen und Tiere, wenn man sie denn gefragt hätte, überhaupt zu diesem Opfer bereit gewesen wären. Immerhin hatte er auf einer Jagd noch nie erlebt, dass sich eines der Tiere freiwillig ergeben hätte. Er dachte ausgiebig darüber nach, womöglich nie mehr an einer Pirsch teilzunehmen. Seine Tochter dagegen ärgerte sich über all die Widerstände, die die Pflanzen ihr in den Weg legten. Immerhin waren viele von ihnen klein, fest und sauer und dabei nur sehr schwer zu erreichen. Andere dagegen waren ­bitter und mühsam auszugraben. ­Wieder andere hatten Stacheln oder Dornen an den Stämmen oder Schalen. Wie gerne hätte sie auf all die Pein verzichtet. Es fiel ihr schwer wirklich Dankbarkeit zu empfinden. Obwohl sie natürlich sah, dass all diese Pflanzen für die Ernährung der Gruppe notwenig waren.
Plötzlich erhob Kallba ihren rechten Arm und ergriff das Wort. „Wir haben all der Tiere und all der Pflanzen gedacht, denen wir unsere Nahrung, Kleidung und unser Werkzeug verdanken. Wir sind damit einer seit Genarationen gepflegten Tradition gefolgt. Es hat sich aber in unserer Welt etwas geändert. Dem Schicksal hat es gefallen uns neue Menschen in unser Tal zu senden. Dem sollten wir Rechnung tragen und auch diese neuen Menschen in unsere Danksagung aufnehmen. Wir danken also diesen fremden Menschen dafür, dass sie uns in den letzten Wochen mit ihrer erfrichend neuen und so ganz anderen Art der Herangehensweise so sehr bereichert haben. So lasst uns denn ein weiteres mal unseren feierlichen Dankgesang anstimmen.“ Und alle sangen aus voller Kehle und ihr Gesang erhob sich weit über die sich im Wind wiegenden Wipfel der dicht stehenden Bäume und die schroffen Gipfel der nahen Berge. Und dann wurde auch dieser Gesang mit einer Prozession um den Hügel herum abgeschlossen.
Laik war froh als die Prozession zuende ging, denn sein rechter Oberschenkel schmerzte noch sehr. Aber auf ­seine schwere Verletzung nahm niemand Rücksicht. Erleichtert ließ er sich daher auf den Boden fallen, als es Zeit für Bak’s Musikvorführung war. Zwei Musiker ließen zwei verschiedengroße Schwirrhölzer an langen dünnen Sailen über ihren Köpfen kreisen und Bak setzte mit seiner kleinen Flöte aus Bärenbein ein. Die weitgehend dreistimmige Polyphonie wurde zu immer weiteren Höhepunkten fortgesponnen, bis sie schließlich in einer unwiderstehlichen, beglückenden Rückkehr des Anfangs­themas kulminierte.
Nach dem mit tosendem Beifall bedachten Konzert gab es das alljährliche ­Festessen auf einer großen Lichtung. Dieses Jahr wurde geschmortes Ren auf einem Spiegel von blanchiertem Wurzelgemüse und anschließend Obst der Saison auf einem Bett aromatischer Kräuter serviert. Dazu gab es gegorenes Obst mit Honig verrührt. Während des Schmauses kam es zu einem Fachgespräch über das soeben gehörte neue Musikstück. Han lobte die ausgeklügelte Stimmenführung und die formale Geschlossenheit des Werks. Bak lächelte verlegen. Dann äußerte Han sich abschätzig über die primitive Musik der Fremden, die er vor einigen Tagen zufällig von deren Lager hatte herüberklingen hören. Diese hatte nämlich lediglich aus einstimmigem monotonem Gesang bestanden, der von einem langweilig und gleichmäßig auf einem Baumstamm geschlagenen Rhythmus begleitet worden war. Verärgert fuhr Kallba ihm über den Mund.„Es ist nicht richtig Dinge zu vergleichen. Das erweckt den Eindruck, dass es Unterschiede gibt.“
Kallba stand feierlich auf. „Nichts aber unterscheidet sich von etwas anderem. Wer das glaubt, wird sicher hochmütig werden. Alles ist gleich. Auch die Musik der Neueinwanderer ist gleich. Deshalb sollten wir sie genauso würdigen wie unsere. Vielleicht sogar höher. Unsere Musik ist vielleicht sogar ungeeignet die Menschen zusammenzuführen, ja grenzt sie eher aus. Wir sollten also nichts machen, was diese anderen Menschen beschämen könnte. Wenn für sie einstimmiger Gesang und monotoner Rhythmus ausreichend sind, sollten sie es auch für uns sein.“
Am Abend versammelten sich dann alle um ein großes Lagerfeuer und der alte Gnop, der beste ihrer Märchenerzähler, setzte sich in ihre Mitte und rezitierte die Geschichte davon, wie Dik eines Tages auf der Jagd gewesen und dabei den Fremden zu ersten mal begegnet sei. Und wie er geglaubt hatte eine lohnende Beute vor sich zu haben, wie er zynischerweise Menschen offenbar für Tiere gehalten ­hatte und sie erlegen wollte. Und wie sie sich in einem heroischen Kampf gegen Dik wehrten und ihn schließlich in die Flucht schlagen konnten. Alle sahen sich da zu Dik um und er sah beschämt auf den Boden. Alle ­fragten sich wie man wohl Menchen für Tiere hatte halten können, egal wie ungewohnt sie ausgesehen haben mochten. Alle fragten sich, wie man wohl so menschenverachtend sein könnte. Und Dik fragte sich das auch.
Laiks Tochter, die gerade schwer in der Pubertät steckte, kam eines Tages auf die Idee die Heterogenität innerhalb der Sippe als etwas negatives zu interpretieren. Sie forderte daraufhin, dass niemand nur auf Grund seiner Fähigkeiten bei der Aufgabenverteilung bevorzugt werden sollte. Dies bezeichnete sie als diskriminierend, ein Begriff, den sie in diesem Moment einführte. Stattdessen sollte jeder auch dort, wo er nicht so gut war, ­eingesetzt werden. Sie forderte daraufhin bei der nächsten Jagd mitgenommen zu werden. Als ihr daraufhin von Dik vorgeworfen wurde, dass sie ja einen Speer kaum drei Meter weit werfen könnte, sagte sie, dass genau dies die Einstellung sei, die es zu überwinden ­gelte. Ausserdem unterstellte sie Dik, dass sein Einwand weniger mit dem Speerwurf als mit ihrem Geschlecht zu tun habe. Aber es gäbe keinen Grund, warum eine Frau nicht auch so weit werfen könne wie ein Mann. Dass sie dies ja aber, selbst wenn es dafür keinen Grund gäbe, dennoch nicht könne, wollte Laiks Tochter nicht gelten lassen. Da ja auch Han einige Tage zuvor die Vorstellung von der entfremdeten Arbeit entwickelt gehabt hatte, und somit jeder wusste, dass Spezialisierung in der Produktion abzulehnen ist, waren alle leicht davon zu überzeugen, dass dies auch auf die Jagd übertragen werden könnte. So setzte Laiks Tochter es also durch, dass sie zusammen mit Ailo an der nächsten Jagd teilnehmen durfte.
Am nächsten Morgen war schnell die Fährte einer Herde vorbeiziehender Pferde entdeckt. Sofort machte sich die Gruppe aus erfahrenen Jägern und völlig unerfahrenen Aktivistinnen auf den Weg. Nach einem Gewaltmarsch von zwei Stunden sahen sie die Tiere endlich. Während der ganzen Zeit schimpften die beiden Frauen über die, wie sie es nannten, männlich chauvinistische (sie benutzten natürlich nicht exakt dieses Wort, aber eines in ihrer Sprache, dass genau diesen Sachverhalt benannte) Angeberei. Sie meinten, ein langsameres Tempo hätte ihrer Ansicht nach auch völlig ausgreicht um die Pferde zu erreichen.
Die erfahrenen Jäger begannen sogleich so leise und geduckt wie möglich auszuschwärmen. Die beiden Frauen aber sahen sich an, ergriffen ihre Wurfspeere, sprangen aus der Deckung und rannten mit Geschrei direkt auf die Pferde zu. Diese erschraken und galoppierten sogleich in heller Panik davon. Sie rannten und rannten, bis sie schließlich am Horizont verschwanden und man von ihnen nur noch eine Staubwolke sah. Frustiert schauten die Jäger ihnen hinterher. Es hätte Tage gebraucht ihnen wieder so nahe zu kommen.
Als die Gruppe am Abend erschöpft und mit leeren Händen wieder bei den anderen war, machten die beiden Frauen ein riesen Geschrei und beklagten sich darüber, dass die Jäger sich nicht ihrer revolutionären Vorgehensweise angeschlossen hätten. Dadurch sei die Chance vertan worden die größte Beute aller Zeiten zu machen. Sie forderten, dass sich die Jäger bei ihnen und der Sippe für ihr Versagen entschuldigten und ließen nicht eher locker, als bis dies endlich geschehen war.
„Fällt dir das auch auf?“ fragte Dik seine Gefährtin und erhob sich eines morgens von seiner Schlafstelle. „Als das letzte mal der Stern über diesen Wipfel da drüben aufging, reichte das Eis noch bis da rüber. Siehst du?“
Diks Gefährtin kam aus ihrer Bodenkuhle und stellte sich neben ihn. „Und im Jahr zuvor reichte es um diese Zeit noch ein bischen tiefer.“
Dik erschrak plötzlich. „Offenbar wird es immer wärmer. Das ist vielleicht gefährlich. Wenn es keine Gletscher mehr gibt, wenn das Land nördlich der Berge dort auch noch grün werden wird, wird das Wild dorthin ziehen und wir werden es nicht mehr hier jagen können. Und das Mammut und das Wollnashorn werden durch die immer weiter ansteigende Erwärmung einen Hitzschlag erleiden. Wir müssen etwas tun. Lass uns zu Kallba gehen. Sie wird wissen, was zu tun ist.“
Kallba hörte sich Diks Bedenken in Ruhe an und entschied, dass es sich hier um eine Frage von globaler Wichtigkeit handeln würde. Sie berief unverzüglich eine Versammlung aller Bewohner des Neandertals ein und schickte auch einen Boten zu den hochgewachsenen Fremden, da sie glaubte, dass diese Angelegenheit, da es ja schließlich auch um deren ­Überleben ging, ­­­­­diese interessieren müsste. Die intersippiche Konferenz aber begann und die Fremden waren nicht da.
Nachden Kallba das Problem kurz umrissen hatte, wurde sofort über die Ursachen des Gletscherrückgangs spekuliert, da man allgemein darin übereinstimmte, dass nur so eine geeignete Maßnahme abgeleitet werden könne. Als erstes wurde die Theorie von der Verärgerung der Götter diskutiert. Alles, was in den letzten Jahren verändert worden war, wurde einer genauen Prüfung unterzogen. Das einzige, was sich jedoch in den letzten Jahren an Neuem ereignet hatte war das Erscheinen der Fremden. Diese wurden aber sogleich als Ursache ausgeschlossen, da ein solcher Verdacht als fremdenfeindlich angesehen wurde. Und das war ja schließlich ein Standpunkt, der jedes Argument ausstechen konnte.
Lok hatte schließlich die Idee, dass das einzige, was eine Erwärmung verursachen könne, und nichts anderes als eine Erwärmung könne ja ein Abschmelzen der Gletscher bewirken, ein Lagerfeuer wäre. Er gab daher zu bedenken, ob nur das Verbrennen von Holz und Knochen als Ursache für eine gletscherabschmelzende Erwärmung verantwortlich gemacht werden könne. Dik warf ein, dass der Ruß auch eine Wirkung haben könne, da er ja den Geist der Verbrennung in sich trug.
Und so wurde einstimmig entschieden, dass die schädlichen Rauchemissionen der Feuerstellen zu beenden seien. Alle Neandertaler verpflichteten sich dazu diese Abmachung in ihren Sippen strickt durchzusetzen und einzuhalten. Die schmalköpfigen Fremden aber, die ja nicht zu der Besprechung erschienen waren, kümmerten sich überhaupt nicht um diese Sache. Sie ließen sich auch nicht von dem Vorbild der Neandertaler beeinflussen, sondern verbrannten weiterhin ungehemmt alles, was ihnen in die Finger kam.
„Ich habe das Prinzip durchschaut.“ sagte Laik eines Tages.
„Was für ein Prinzip?“ fragte Han überrascht.
„Das Prinzip, nach dem die Dinge sich in der Zeit vollziehen.“ antwortete Laik. „Da waltet nämlich eine Gesetzmäßigkeit in der Zeitenfolge. Und die habe ich jetzt durchschaut.“
„Und wie sieht dieser Vollzug in der Zeit aus?“ Han war eher skeptisch denn neugierig.
„Zuerst gab es die Götter.“ dozierte Laik. „Sie erschufen das Land und die Pflanzen und die Tiere und schließlich auch uns. So kamen wir in die Welt. Wir haben die Pflanzen gesammelt und die Tiere gejagt. Und wir lebten mit den Göttern zusammen. Und nun kamen die schlanken Fremden in die Welt. Und es ist zu fragen, ob sie mit uns und den Göttern zusammenleben werden, oder ob die Götter verschwinden und wir an ihre Stelle rücken werden und die Fremden an die unsere. Vielleicht ist das ja die Funktion dieser Fremden. Uns an die Stelle der Götter zu satzen. Und so waltet ein Prinzip in dieser Welt, dass alles immer weiter geschoben wird. Eines Tages werden neue Fremde kommen und die jetzigen Fremden an unsere Stelle schieben.“
„Und wo werden wir dann sein?“ Han verstand noch nicht alles.
„Dort wo die Götter jetzt sind.“ Laik sagte das überzeugter, als er wirklich war.
„Und wo werden die Götter dann sein?“ Han versuchte zu ergründen, was Laik ihm darlegte.
Diese Frage aber verunsicherte Laik. „Ich habe keine Ahnung. Vielleicht ist es ja auch kein linearer Verlauf, sondern ein Kreislauf. Vielleicht werden unsere Götter ja die künftigen Fremden sein.“
„Meinst du wirklich?“ Han fand die Theorie durchaus ansprechend, hätte aber gerne noch gewusst, ob sie auch wahr sein könnte.
„Es ist doch gut die Zukunft erkennen zu können.“ Laik hatte offenbar gerade eine Eingebung. „Man muss nur ein Prinzip erfassen und dann auf den Lauf der Dinge anwenden. Und schon weiss man, was geschehen wird. Ist das nicht verblüffend?“
Han entwickelte die Idee weiter. „Wenn es nun aber kein Kreislauf ist und die jetzigen Fremden die Zukunft sind und die Zukunft sich mit ihrer Ankunft erfüllt und dann die Geschichte ihr Ende findet und alles sich in Wohlbefinden auflöst?“
„So kann es natürlich auch sein. Vielleicht sollten wir eine Agitationsgruppe bilden und alle anderen von der Richtigkeit dieser Theorie überzeugen.“ Wie immer dachte Laik schon wieder ein Stück weiter.
„Warum sollten wir das tun?“ Han verstand Laiks Vorschlag schon, sah aber nicht ganz ein, wie er das, was er ahnte auch rechtfertigen könnte.
„Na es wäre doch schön, wenn diese Theorie richtig wäre. Dann wären irgendwann alle Probleme überwunden und wir wären dann auf ewig Götter. Wäre das nicht schön?“ gab Laik zu bedenken.
„Ja, das wäre es.“ Han biss an und führte weiter aus. „Und jeder, der etwas anderes sagt, wäre ein Verräter an unserer Vergötterung.“
Laik nahm einen Stein auf und warf ihn so weit er konnte. „Ja, so sei es.“
Und all diese verschiedenen neuen Ansätze prägten von nun an das Verhalten der Neandertaler. Sie glaubten Laiks Geschichte vom Lauf der Zeit und hand

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