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geschrieben 2020 von Dan Prescot (Dan Prescot).
Veröffentlicht: 24.09.2020. Rubrik: Fantastisches


Realität - Thesen 12.2

„Das wäre zumindest die gängigste Theorie, die einiges erklären würde. Aber wie gesagt wir spielen ja nur rum.“
„Die Theorie behagt mir nicht besonders. Eine unendliche Zahl an Originalen von mir, die unendliche Varianten von möglichen Existenzen durchlaufen. Irgendwie gruselig.“
„Na, wenigstens würdest du alle Fehler die möglich sind ausprobieren. Das wäre doch was.“
„Super! Unglaublich viel Leid, noch mehr mäßige bis relativ angenehme Leben und nur ein einziges, perfektes, makelloses, mögliches Leben.“
„Hm, so habe ich das noch nie gesehen. Bis jetzt habe ich immer nur die unglaubliche Möglichkeit darin betrachtet. Aber ich glaube du hast recht. Es würde in allen Varianten immer nur ein optimales Ergebnis geben.“
„Mal von der unglaublichen Platzverschwendung abgesehen.“
„Also ich glaube nicht, dass das ein Problem ist. Das Nichts mit allen möglichen Varianten des Leben zu befüllen, bedeutet immer noch, mehr Nichts als genutzter Raum.“
„Das außer Acht gelassen, müsste ich dann nicht auch Träume von anderen Begebenheiten haben, von anderen Personen?“
„Und wenn es die eine Variante wäre, die deinem Ideal, deinem persönlichen Nirwana, deinem Garten Eden am nächsten kommt?“
„Warum bin ich dann der einzige, der so einen Geist hat? Wo ist dein persönlicher Garten Eden, der dich jede verdammte Nacht heimsucht und dich ahnen lässt was du nicht hast?“
Hendrik mustert mich als ob ich gerade mein Coming out habe. Mit einem Räuspern zieht er sich die nächste Zigarette aus der Jackentasche.
„Ich beginne zu verstehen was du meinst. Wenn es nur Einen oder nur einige Wenige mit dem Geistproblem gibt, ist die Wahrscheinlichkeit für ein persönliches Nirwana für Jedermann vom Tisch. Oder der Rest der Menschheit hat ein schlechtes Gedächtnis.“
Hendrik grinst.
„So ein Mist. Ich habe meine ewige Liebe vergessen! Ob das wohl schlimmer ist, als ein vergessener Geburtstag?“
„Nicht witzig!“
„Doch, ist es. Mir macht unser Gespräch jedenfalls eine Menge Spaß.“
„Ja, mir doch auch. Aber ich hatte gehofft eine Erklärung zu dem Problem zu finden.“
„Wir sind doch schon ein ziemliches Stück vorangekommen. Ich finde die Idee mit der nicht manifestierten Realität auch recht interessant.“
„Okay, mal angenommen…“
Hendrik grinst und bläst den Rauch zur Seite aus.
„… mal angenommen, es ist so. Ich habe also jemanden in einer möglichen Variante der Realität kennengelernt. Jemand der einen so nachhaltigen Eindruck auf mich gemacht hat, das es nachwirkt, so wie jetzt. Wieso befinde ich mich dann ich dieser Realität und nicht in der Anderen?“
„Das ist eine gute Frage. Vielleicht doch ein Multiversum?“
„Nein, hatten wir doch ausgeschlossen. Dann müsste es jeden so wie mir gehen, oder der größte Teil der Bevölkerung hat Amnesie.“
„Vielleicht hat irgendein Ereignis die Manifestation der Realität verhindert?“
„Was könnte mich davon abhalten die Realität, die meinem Nirwana entspricht, zu folgen?“
„Etwas das außerhalb deiner Möglichkeit liegt!“
„Kann nicht sein. Nicht in der Realität die meinem Nirvana entspricht. Ich hatte doch was ich wollte.“
Hendrik schaut mich lange an.
„Wenn es nicht ein Ereignis außerhalb deiner Möglichkeit ist, dann kann es nur…“
„…selbstgewählt sein!“

to be continued

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