Veröffentlicht: 30.05.2026. Rubrik: Nachdenkliches
Mehr als eine Sucht
Neue Geschichte von mit
Was ist es, das dich nicht loskommen lässt?
Was genau willst du eigentlich?
Warum kreisen deine Gedanken immer wieder um dieselbe Sache, als gäbe es nichts anderes auf der Welt?
Ist es die Ruhe, die sie dir schenkt? Ist es das Gefühl, dass der Lärm in deinem Kopf endlich verstummt? Dass die Gedanken nicht mehr übereinanderstolpern, nicht mehr schreien, nicht mehr drängen?
Vielleicht glaubst du, nur dann kreativ sein zu können. Vielleicht glaubst du, nur dann die Stille genießen zu können.
So tückisch ist sie.
So gefährlich.
Und doch fühlt sie sich an wie eine Belohnung.
Eine Belohnung – aber wofür eigentlich?
Für einen überstandenen Tag?
Für die Last, die du jeden Morgen mit dir herumträgst?
Für die Zweifel, die dich verfolgen?
Für die Angst, nicht zu genügen?
Dieses kleine Wort bestimmt mein Leben seit vielen Jahren.
Kokain.
Sechs Buchstaben. So klein. So unscheinbar.
Und doch hat kaum etwas anderes so viel Macht über mich gehabt.
Am Anfang war es nur ein Versprechen.
Es versprach Stärke, wenn ich mich schwach fühlte.
Mut, wenn die Angst zu groß wurde.
Selbstvertrauen, wenn die Selbstzweifel an mir nagten.
Es versprach mir, jemand zu sein, der ich glaubte, ohne es nicht sein zu können.
Und ich habe ihm geglaubt.
Jahr für Jahr.
Dabei bemerkte ich nicht, dass es mir nie etwas geschenkt hat.
Es verlieh mir nur für kurze Zeit das, was es mir später doppelt wieder nahm.
Ruhe wurde zu Unruhe.
Sicherheit wurde zu Angst.
Selbstvertrauen wurde zu Scham.
Und aus dem Versprechen wurde eine Kette, die ich irgendwann nicht mehr sehen konnte, aber jeden Tag spürte.
Manchmal frage ich mich, ob ich wirklich das Kokain vermisse.
Oder ob ich etwas ganz anderes suche.
Vielleicht die Gewissheit, gut genug zu sein.
Vielleicht die Hoffnung, dass die Angst endlich verschwindet.
Vielleicht den Wunsch, nicht ständig gegen mich selbst kämpfen zu müssen.
Denn tief in mir weiß ich längst:
Nicht das Kokain ist die eigentliche Geschichte.
Die eigentliche Geschichte handelt von einem Menschen, der sich jahrelang nach Frieden gesehnt hat.
Von einem Menschen, der Angst hatte, verlassen zu werden.
Der Angst hatte zu versagen.
Der Angst hatte, nicht liebenswert zu sein.
Und vielleicht beginnt Heilung genau dort, wo man aufhört, gegen diese Ängste anzurennen.
Vielleicht beginnt sie in dem Moment, in dem man erkennt:
Ich bin mehr als dieses kleine Wort.
Mehr als meine Fehler.
Mehr als meine Sucht.
Mehr als meine Angst.
Und vielleicht liegt die größte Freiheit nicht darin, etwas zu nehmen.
Sondern darin, eines Tages aufzuwachen und festzustellen, dass dieses kleine Wort nicht länger bestimmt, wer ich bin.wemm mam lügt?lügtam für den betrug
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