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geschrieben 2026 von Lüdel (lüdel).
Veröffentlicht: 02.06.2026. Rubrik: Märchenhaftes


Die Schlange Willi

Schlange Willi war ganz alleine. Er schlängelte im Wald vor sich hin und schimpfte vor sich her:

„Immer dasselbe! Alle hauen ab, wenn sie mich sehen. Ich tue niemandem etwas zuleide – außer ein paar Mäuse zu verspeisen. Schließlich musste ich ja auch von etwas leben!“, murmelte er in sich hinein.

Unachtsam schlängelte er des Weges, als es auf einmal „Klapp!“ machte.

Oje – er war in ein Fangeisen geraten! Ihm war soweit nichts passiert, aber er steckte fest.

Willi versuchte, sich mit Rucken zu befreien – keine Chance! Sein Schwanz steckte fest und war schon ganz aufgescheuert.

Er überlegte, was er machen sollte. Ihm fiel nichts anderes ein, als um Hilfe zu schreien:

„Hilfe! Hilfe! Hört mich denn keiner?“, rief Willi verzweifelt.

„Ach“, dachte er, „wer soll da schon kommen – niemand…“

Vor Anstrengung nickte er ein.

Doch plötzlich machte es „Klick – Klack – Blook!“

Willi schaute erschrocken nach hinten – jemand hatte das Fangeisen aufgemacht! Willi zog so schnell er konnte seinen Schwanz heraus.

Plötzlich stand da eine riesengroße Ratte.

„Hallo, ich bin Ratti“, stellte sich die Ratte vor.

Die Ratte sagte: „Komm mit mir, ich verarzte dich. Du bist leicht verletzt.“

Zuerst wollte Willi nicht. Aber Ratte Ratti redete so lange auf ihn ein, bis Schlange Willi einwilligte.

Bei ihrer Rattenbehausung angekommen, holte Ratti einen Korb. Dort passte die Schlange genau hinein. Ratti verarztete die aufgescheuerte Stelle von Schlange Willi.

Als einige Tage vergangen waren, wollte Schlange Willi sich verabschieden.

Aber Ratte Ratti wollte unbedingt, dass er als Freund dableibe.

Willi wusste nicht genau, ob er das machen sollte. Er fragte: „Aber warum…?“

Die Ratte antwortete ganz einfach:

„Du bist alleine – ich bin alleine. Mit mir will niemand etwas zu tun haben, mit dir auch nicht. Ich bin die einzige Ratte weit und breit im ganzen Wald, groß auch noch dazu. Wie ich hierhergekommen bin, weiß ich auch nicht – aber ich lebe nun mal hier.“

„Bitte!“, bettelte die Ratte, „lass uns Freunde sein! Dann sind wir nicht mehr alleine und können uns gegenseitig unterstützen.“

Da erinnerte sich Willi daran, wie er hilflos gewesen war und nur Ratti ihm geholfen hatte.

Da wurde sein Schlangenherz ganz warm, und er drückte Ratti an sich.

„Ja, du hast recht – so einen Freund finde ich nie mehr!“

Und so entstand eine schöne, wenn auch seltsame Freundschaft zwischen Schlange Willi und Ratte Ratti.

Ende

Audio Entsanden 2024

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von lüdel am 02.06.2026:


Diese Sprachaufnahme entstand 2024 und wurde 2025 in Textform gebracht.
Viel Freude beim Lesen und Anhören.
Lüdel 🌥️🧚‍♂️


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