Kurzgeschichten-Stories
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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2025 von Dominik Höpfner (DaiShuryou).
Veröffentlicht: 12.06.2026. Rubrik: Unsortiert


Engelsgesicht

Es war schon tief in der Nacht, als in der kleinen Bar "Zum Himmelsende" auf der Ringelsweide das Leuchtschild
ausgeschaltet wurde. Nur noch die Lichter, die durch die Fenster strahlten, erhellten die dunklen Straßen und tauchten sie in ein
unheimliches Licht. Immer wieder wurden diese Lichtscheine durchbrochen, weil in der Bar noch reger Verkehr herrschte und die
Menschen noch lange nicht an die Heimfahrt dachten.

Michael war einer von ihnen. Er war von stattlicher Statur und man sah ihm nicht an, dass er bereits die Grenze zur 40 überschritten hatte. Man konnte ihn zu den ewig Junggebliebenen zählen. Es passierte ihm immer wieder, dass junge Mädchen zwischen 17 - 19 Jahren ihm schöne Augen machten, da sie ihn für erst Anfang 20 hielten und er damit genau in ihr Beuteschema passte. Doch obwohl es immer leichter Sex gewesen wäre, hat er sich nie darauf eingelassen und die sehr jungen Leute lieber unter sich gelassen. Für ihn gab es eine ganz klare Tabugrenze, denn er würde nie eine Frau unter 30 Jahre anrühren.
Er saß bereits mit seinem 4. Glas Wodka an einem Tisch und beobachtete die Gesichter der Leute. Obwohl sie alle unbeschwert und vergnügt wirkten, wusste Michael genau, dass dies nur eine Fassade war.

Jeder dieser Menschen hatte Angst, im Dunkeln nach Hause zu fahren. Sie hatten auch Angst, überhaupt alleine irgendwo zu sein.
Schuld daran war der sogenannte Gebärmutter-Ripper, der die gesamte Gemeinde schon seit Monaten in Angst und Schrecken versetzte.

Michael seufzte und trank erneut einen Schluck aus seinem Glas. Es würde wieder eine ereignislose Nacht für ihn werden, in der er sich nur den Verstand wegschoss, um im Anschluss mit mehreren Promille im Blut wieder heimzufahren. Als sein Blick erneut auf die anderen Gäste fiel, bemerkte er plötzlich eine junge Frau, die am Tresen saß und mit ihrem halbvollen Glas spielte. Er konnte ihr Gesicht nicht sehen, da sie halb abgewandt von ihm saß. Aber sie hatte schönes, langes, schwarzes Haar, eine sehr schlanke, aber durchtrainierte Figur und sie trug ein T-Shirt auf dem "PEPSI" stand. Er kannte diese T-Shirts, daher musste er ihr Shirt nicht von vorne sehen um zu wissen, dass PEPSI darauf stand. Er schmunzelte zu sich selbst: "Wie eine Pepsi Trinkerin siehst du mir aber
nicht aus, meine Liebe."

Plötzlich wurde es im Sitz neben ihm unruhig, als sich 2 ältere Männer dort zu Platz begaben. Michael warf ihnen nur einen kurzen Blick zu und entschied für sich sofort, dass diese Männer unsympathisch auf ihn
wirkten. In der Tat hatten beide Männer ein sehr markantes, fast schon fieses Gesicht. Sie wirkten wie alte Seeleute, die etwas zu viel von Popeyes Spinat genascht hatten und jetzt ihre Gesichter festgefroren waren. Die beiden Männer begannen sich laut zu unterhalten und eigentlich wollte Michael sich schon woanders hinsetzen, als er das Wort "Gebärmutter-Ripper" vernahm. Er hatte in letzter Zeit die Nachrichten nicht mehr regelmäßig verfolgt, daher war sein Interesse sofort geweckt und er blieb wieder sitzen.

"Was soll mit diesem Ungeheuer sein?", fragte der eine Mann den Anderen. "Nun, die Bestie hat wohl gestern schon wieder zugeschlagen. Diesmal soll es diesen Politiker Heinz Schröder mit seiner Frau und 9-jährigen Tochter erwischt haben."
"9-jährige Tochter...", murmelte der Andere und fuhr fort: "Hat er sie auch..." "Ja, er hat sie genau so massakriert wie die Anderen. Hat den Mann so verstümmelt, dass er nur tatenlos zusehen konnte, als der
Gebärmutter-Ripper seiner Frau und Tochter die Gebärmutter aufriss und Spielzeugpuppen hineinsteckte. Die beiden Frauen sind natürlich tot und er ist eigentlich nur noch ein Haufen lebendiges Fleisch, dass man erlösen sollte, wenn wir nicht diese Anti-Euthanasie Gesetze bei uns im Land hätte." "Furchtbar... einfach nur furchtbar und es passiert immer wieder. Die Polizei hat bis heute nicht einen Anhaltspunkt wer der Täter sein könnte und das, obwohl diese Sache schon wie lange geht? 3 Monate?" "6 Monate mein Bester. Das erste Opfer fand man vor 6 Monaten." "Doch schon so lange?" Er seufzte: "Ich kann mich kaum noch an das Leben erinnern, bevor der Ripper hier in unsere Stadt kam." "Geht mir genauso."

Die beiden Männer schwiegen, als sie bemerkten, dass die junge Frau am Tresen sie geschockt ansah. Michael blickte ebenfalls in ihre Richtung und konnte endlich das Gesicht der jungen Frau sehen. Sie hatte das schönste Gesicht, dass er jemals gesehen hatte. Ihre Augen hatten einen asiatischen Touch, worauf er schloss, dass sie wohl ein Mischling sein müsste. Aber ein wirklich wunderschöner Mischling. Ihr Gesicht wirkte sehr feminin und war für ihn einfach nur wunderschön. Er merkte, wie er sich schon fast schuldig fühlte sie so anzustarren.
Sie sagte nichts und blickte die beiden Männer angespannt an. "Mensch Heinz, ich habe dir doch gesagt, dass du nicht immer so laut reden sollst." Heinz war sehr erbost darüber, dass sein Freund ihm dermaßen in den Rücken fiel.
"Ja und? Konnte ich wissen, dass uns Jemand zuhört? Und außerdem...", er wandte seinen Blick zu der jungen Frau und blickte ihr tief in die Augen: "muss man die Realität nicht verschönern. Auch so ein wunderschönes Ding wie du muss wissen, was es erwartet, wenn der Ripper sie holen kommt." Die junge Frau schluckte und atmete tief ein. Daraufhin trank sie den Rest von ihrem Glas leer und ging sich ihre Jacke holen. Heinz fing an zu lachen: "Jetzt hat das süße Ding es mit der Angst zu tun bekommen. Ist besser so, dann ist sie vorsichtiger und
hat bessere Überlebenschancen." Sein Freund und auch Michael sahen das nicht so und blickten der Frau besorgt hinterher.

Sie verließ hastig die Bar, verschwand kurz in der völligen Dunkelheit, bis ihre Gestalt wieder im Licht der Bushaltestelle vor der Bar erkennbar wurde. Michael beobachtete genau, wie sie sich vorbeugte und die Abfahrzeiten des Busses überprüfte. Sie schüttelte dabei mehrmals den Kopf und blickte immer wieder nervös um sich. Da erkannte Michael bereits, dass sie den letzten Bus wohl verpasst haben musste. Plötzlich
bemerkte er eine weitere Gestalt, die wie ein Landstreicher aussah. Der Frau war diese Gestalt auch nicht entgangen, sie nahm großen Abstand von dem Landstreicher und wirkte noch nervöser als zuvor. Die Frau
drehte daraufhin wieder ab und kehrte in die Bar zurück. Sie ging an den Tresen, wo der Barkeeper sie bereits mit besorgter Miene anblickte. "Hallo, nochmal..." begann sie und obwohl ihre Stimme einen sehr freundlichen Ton hatte, war eine gewisse Nervosität nicht zu überhören. "Der letzte Bus ist leider schon abgefahren und der
Nächste kommt erst in 4 Stunden. Gibt es eine andere Möglichkeit von hier wegzukommen?" "Bedauerlicherweise nicht... Früher hatten wir noch Uber Fahrer und Taxis die hier herausfuhren. Aber seitdem diese eklige Ripper Sache angefangen hat, geht niemand mehr vor die Tür, solange man nicht wirklich muss."

"Oh ich verstehe", gab sie entmutigt von sich und blickte unruhig auf ihre Hände. Michael wusste, dass er hier etwas unternehmen musste und blickte bedauernd sein halbvolles Glas an. "Sieht so aus, als müssten wir beide Abschied voneinander nehmen", seufzte er zu seinem Glas. Er war noch nicht einmal fertig aufgestanden, als Heinz vom Nachbartisch sein halbvolles Glas ergriff. Beide Männer blickten sich an und Heinz entgegnete nur: "Was denn junger Freund? Du trinkst das doch eh nicht mehr aus. Oder willst du jetzt deswegen Stress anfangen?" Michael war tatsächlich nicht nach Stress zumute, winkte ab und trat an die junge Frau heran. "Entschuldigung, aber mir ist Ihr Problem nicht entgangen." Sie blickte zu ihm rauf, lächelte und erwiderte: "Ich bin wohl auch die Einzige, die ohne Auto hier ist." Michael schmunzelte leicht, weil dies tatsächlich stimmte. Selbst die Alkoholleichen in den hintersten Plätzen waren mit ihren Autos dagewesen. "Ich wollte gerade nach Hause fahren und wenn Sie möchten, könnte ich Sie vorher bei Ihnen Zuhause absetzen." Die Augen der Frau begannen zu strahlen und ein breites Lächeln zuckte über ihre Lippen. "Das würden Sie wirklich tun?" Michael nickte und gab ihr das Handzeichen ihm zu folgen.

Er öffnete die Tür der Bar und gab ihr den Vortritt. Sie ließ sich nicht lange bitten und trat aus der Bar. Als sie an Michael vorbeilief, vernahm er erstmals ihren Geruch. Sie roch merkwürdigerweise nach Rosen. Er folgte ihr nach draußen und ergriff das Wort: "Wir müssen leider für 2 Minuten durch diese pechschwarze Straße da vorne um zu meinem Auto zu gelangen." Die Frau hielt kurz inne und blickte ihn unsicher an. Er verstand, worauf die Sache hinauslief und erklärte weiter: "Keine Sorge, wäre ich der Ripper, hätte jetzt jeder gesehen das ich Sie mitgenommen habe. Jeder wüsste, dass ich der Ripper wäre und so dumm ist der Ripper nicht." Sie nickte nachdenklich und folgte ihm in die Dunkelheit. Er schaltete seine Taschenlampe ein und das Licht fiel auf einen blauen Renault Laguna. Er öffnete das Auto mit seinem Autoschlüssel und hielt die Beifahrertür offen. Die Frau setzte sich sofort hin und auch Michael ließ sich nicht lange bitten, auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen.
"Bevor wir jetzt irgendetwas anderes machen, will ich mich erstmal vorstellen. Hi, ich bin Michael." Sie blickte ihn amüsiert an: "Hi, ich bin Eve. Freut mich dich kennenzulernen."

Sie streckte ihm vornehm die Hand hin und er schüttelte ihre Hand. Dabei bemerkte er wie unglaublich sanft und warm ihre Haut war. Er fühlte sich sofort zu ihr hingezogen. Es entging ihm nicht, dass sie ihn auch mit besonderen Blicken ansah. Er zog die Hand schüchtern zurück und brummte: "Dann wollen wir mal." Er legte den 1. Gang ein, startete das Fahrzeug und sie fuhren in die finstere Nacht hinein.
"Wo kann ich dich absetzen?" "Ich wohne auf der Ellerstr. 63, das ist ein eher abgelegenes Haus." Er nickte, gab die Adresse in seinem Navi ein und das Navi zeigte bereits nach wenigen Sekunden, dass sie ihr Ziel in 10 Minuten erreichen würden. "Ich will mich nochmal bedanken, dass du mich mitnimmst. Das ist keine Selbstverständlichkeit." "Ach alles gut. Aber eins musst du mir doch erklären. Was macht ein so junges Ding
alleine und ohne Auto im Ripper-Territorium? Ich habe dich noch nie zuvor hier gesehen." "Wir sind auch erst vor einer Woche aus Berlin hierhergezogen. Bis heute Nacht hatte ich noch nie von diesem Ripper gehört, bis diese 2 Männer darüber sprachen... Ich war wirklich sehr geschockt und wollte nur noch nach Hause... Aber, na ja, der Bus... Mein Vater arbeitet immer sehr viel, deshalb hatte er sich nicht mit den lokalen Nachrichten beschäftigt. Es ging ihm nur darum, eine günstige und geräumige Bleibe zu finden, in der er in aller Ruhe weiter
arbeiten kann. Jetzt verstehe ich auch, warum wir das Haus so günstig bekommen haben..."

Michael wurde stutzig: "Du wohnst mit deinem Vater zusammen?" "Ja, warum? Ist das ungewöhnlich?" Michael schüttelte den Kopf: "Nein, aber wenn ich fragen darf, wie alt bist du?" "Ich bin 21 Jahre alt und du?"
Michael runzelte die Stirn, denn obwohl er sie wollte, war sie eindeutig zu jung und das ging gegen seine Regeln. "Ich bin genau 21 Jahre älter als du." Sie blickte ihn ungläubig an und begann verlegen zu lachen. Auch er
musste verlegen schmunzeln. "Ich hätte dich auf maximal 25 Jahre geschätzt, oh mein Gott wie peinlich", kicherte sie und bekam Lachtränen in die Augen. "So lustig ist das auch wieder nicht." "Doch, weil ich war fast davor dich um ein Date zu bitten." Michael blickte sie an: "Oho, eine echte Draufgängerin, was? In der Bar wirktest du aber noch eher schüchtern." "Na ja, sobald man mich zum Lachen gebracht hat, ist bei mir ganz schnell das Eis gebrochen." Er wandte
seinen Blick von der Straße ab und blickte in ihre warmen Augen. Ja, er mochte sie, er mochte sie sogar sehr und er hasste sich dafür.

Das Auto fuhr weiter durch die rabenschwarze Nacht, als die Scheinwerfer des Autos die Umrisse eines Gebäudes erhellten. Es wurde erst eine Treppe und dann eine komplette Veranda sichtbar. Michael staunte nicht schlecht, über das weiß gestrichene Haus. "Das ist ja schon fast eine Villa. Verdient dein Vater dermaßen gut?" Eve gab darauf keine Antwort und stieg aus dem Fahrzeug aus. Michael stieg ebenfalls aus, um sie noch bis zur Haustür zu begleiten. Bei der Haustür angelangt sagte Eve schließlich: "Hier trennen sich dann wohl unsere Wege." "Ja, das tun sie." Eve legte ihre Hand auf seine Schulter und blickte ihn erwartungsvoll an. "Bist du sicher, dass du nicht noch mit hereinkommen möchtest? Oder wartet Zuhause jemand auf dich?" "Nein, es wartet niemand auf mich." Eve's Augen strahlten nun noch mehr als zuvor: "Dann ist das ein ja?" Michael ergriff ihre Hand und entfernte sie sanft von seiner Schulter. "Es tut mir leid, aber ich kann nicht." Er blickte auf den Boden. "Oh", seufzte sie und blickte ebenfalls auf den Boden. "Ich bin dir wohl zu jung, oder?" Michael nickte nachdenklich und vermied es ihr in die Augen zu schauen. Eve nickte ebenfalls nachdenklich und
schlug daraufhin beide Hände zusammen. "Ich will dir trotzdem nochmal für alles danken, Michael. Du bist etwas Besonderes und pass auf dich auf, weil der Ripper auch nicht vor Männern haltmacht. Zumindest habe
ich das von 2 Möchtegern-Popeyes gehört." "Mach ich und du sei ab sofort auch vorsichtiger." Sie salutierte vor ihm: "Ay, ay, Sir." Sie ließ den Arm wieder absacken und stellte fest, dass sie zuviel Alkohol getrunken hatte.

Beide warfen sich noch einen letzten, sehnsüchtigen Blick zu, bevor Michael in sein Auto stieg. "Pass auf dich auf, Eve", flüsterte er und fuhr davon. Eve blickte ihm nach und rührte sich nicht.Langsam zeigte der Wodka seine Wirkung und Michael spürte, dass er nicht mehr lange konzentriert fahren können würde. Der Weg war glücklicherweise nicht weit und 15 Minuten später würde er schon Zuhause ankommen. Nach 5 Minuten bemerkte er ein weiteres Fahrzeug im Rückspiegel, dass sehr langsam die gleiche Straße entlang fuhr. Es fuhr nur so schnell, dass beide Fahrzeuge sich gerade so eben im Blick behalten konnten. Er runzelte zwar kurz darüber die Stirn, aber vermutete, dass der andere Fahrer sicher auch nur zu viel getrunken hatte. Keine 10 Minuten später kam er bereits bei sich Zuhause an. Im Gegensatz zu Eve wohnte er nicht in einer halben Villa, sondern in einem aus Holz gebauten Haus, dass dem Stil amerikanischer Kleinstädte nachempfunden war. Dieses Haus war Teil eines neuen Bauprojektes der Stadt, bei dem man die Willkommenskultur auch durch die Architektur widerspiegeln wollte. Kurz gesagt, aus dem Projekt ist nie wirklich was geworden und Michaels Haus war das einzige Haus, dass dieses Projekt überlebt hatte. Dafür hatte es den Vorteil, dass er ziemlich abgeschieden lebte und keine ungebetenen Gäste erwarten musste.

Er wohnte hier bereits seit 4 Jahren. Vor 4 Jahren wohnte er noch nicht alleine im Haus, da seine Frau Maria noch am Leben war. Sie starb damals qualvoll an Krebs und seitdem lebt Michael zurückgezogen. Seine
einzigen wahren Frauenkontakte bezog er über einen Escortservice, da er nie wieder Gefühle entwickeln wollte. Das war ihm auch immer gelungen, bis er heute Nacht Eves Hand berührt hatte. Eve... Er schüttelte den
Kopf: "Das liegt an dem blöden Alkohol." Er stieg aus dem Fahrzeug, stieg die Stufen hinauf und schloss die Haustür auf. Er schaltete den Lichtschalter an und vor ihm lag der lange und sehr breite Flur, in dem sich eine Treppe befand, die zum Obergeschoss führte. Michael hing seine Jacke auf und betrat die große Küche, in der er sich ein Glas Wasser ein schüttete und auf die Uhr schaute. Es war mittlerweile genau Mitternacht und es war Halloween, zumindest die Amerikaner
würden heute Halloween feiern. Er ging ins Wohnzimmer, schaltete den Fernseher ein und setzte sich auf das Ledersofa seiner verstorbenen Frau. Im Fernsehen lief ein Trashfilm namens "Octaman", in dem eine Mischung aus Mensch und Krake jagt auf Menschen machte. Es war natürlich ein saudämlicher Film, aber genau das was Michael jetzt brauchte, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Während der Film so vor sich hindümpelte, spürte Michael, dass er heute Nacht nicht alleine sein wollte. Er zückte sein Handy hervor und ging seine Kontakte durch, bis der Name "Escortservice Hilzman" auftauchte. Er holte tief Luft und seufzte, da er eigentlich diese Nummer nicht mehr anrufen wollte. Aber nach der Begegnung mit Eve brauchte er heute
weibliche Nähe. Er wählte die Nummer und hielt sich das Handy ans Ohr. "Hier spricht Escortservie Hilzman. Herr Höhne, was können wir für Sie tun?" "Hallo, sind für heute noch Mädchen unterwegs?" Die Person an der
anderen Seite begann zu lachen: "Aber natürlich Herr Höhne. Genau diese Uhrzeit ist doch unsere Hochsaison." "Trotz des Rippers?" Die Stimme an der anderen Leitung wurde plötzlich ganz still und Michael befürchtete bereits, dass er heute Nacht nicht zum Schuss kommen würde. "Also bitte Herr Höhne. Was denken Sie denn von uns? Wir haben schon immer, auch bevor es den Ripper gab, unsere Mädchen bis vor die Türe unserer Klienten gefahren und werden das auch in Zukunft tun." "Entschuldigen Sie, ich wollte nicht unhöflich klingen. Es ist nur, bei diesen Nachrichten macht man sich mehr Gedanken als sonst..." "Ja, das stimmt. Aber seien Sie versichert, unsere Mädchen sind sicher. Was darf es denn diesmal sein? Ich schätze, sie soll wieder natürlich hübsch aussehen, statt übertriebener Sexbombe und keinesfalls unter 30 Jahre alt?" Michael schämte sich etwas dafür, dass die Person seine Vorlieben mittlerweile auswendig wusste. "Ja und diesmal wäre es mir lieb, wenn sie auch tiefsinnigere Gespräche führen kann. Es muss heute nicht unbedingt zum Sex kommen, mir ist die Nähe und ein gutes Gespräch diesmal wichtiger." "Alles klar, ich setze Sie kurz auf die Warteschleife."
Michael war diese Prozedur gewöhnt, weil die Agentur, ähnlich wie eine Spedition, nach freien Mädchen in der Nähe gucken musste. Die Stimme kehrte unerwartet schnell zurück: "Hören Sie? Wir haben jemanden. Ihr
Name ist Anna und sie studiert Sozialpädagogik. Sie ist eine ganz tolle Frau. Sie wird in spätestens 15 Minuten bei Ihnen sein." "Alles klar, besondere Erkennungsmerkmale?" "Langes blondes Haar." "Alles klar, vielen Dank." "Danke das Sie unseren Service genutzt haben und gute Nacht."

Michael legte auf und ging ins Bad. Er blickte sich im Spiegel an und war überrascht, dass er doch noch ganz brauchbar aussah. Danach wusch er sich trotzdem kurz das Gesicht und stellte im Anschluss Sektgläser in der
Küche auf. Er füllte die beiden Gläser halbvoll mit dem besten Sekt in seinem Besitz, setzte sich auf einen Stuhl und wartete. Die Zeit verging und nach einiger Zeit kam sie ihm ungewöhnlich lange vor. Er beschloss auf die Uhr zu schauen und stellte fest, dass bereits 30 Minuten vergangen waren. Er blickte ungläubig zu seiner Haustür hinüber. Das war ungewöhnlich, weil bisher die Mädchen immer pünktlich zur genannten Zeit angekommen waren. Er griff nochmal an sein Handy und wählte wieder die Nummer des Exortservices. "Hier spricht Escortservice Hilzman. Herr Höhne, was können wir für Sie tun?" "Ja hallo, Ihr Mädchen Anna ist noch nicht aufgetaucht." "Wie bitte? Das kann doch nicht..." Michael hörte wie die Person etwas in den Computer eintippte. "Hier steht aber, dass unser Fahrer Sie bei Ihnen am Tor abgesetzt hat." "Es hat aber niemand geklingelt." "Ich rufe Anna an." Wieder ertönte die Warteschleifenmusik als 1 Minute später die Person wieder am Hörer war. "Hören Sie? Wir können Anna nicht erreichen. Sie hat ihr Handy abgeschaltet. Es passiert sehr selten, dass ein Mädchen sich doch umentscheidet und damit gegen unsere Regeln verstößt. Es tut uns wirklich furchtbar leid. Könnte ich Ihnen stattdessen Rumi zum Ersatz schicken? Sie ist sogar Jurastudentin und wäre schon in 10 Minuten bei Ihnen." Michael holte tief Luft. "Okay, Deal. Danke." "Wir danken Ihnen und entschuldigen Sie nochmal die Unannehmlichkeiten." Beide Seiten legten auf und Michael ging zum Küchenfenster und blickte hinaus. Draußen war alles dunkel, aber trotzdem hatte er ganz kurz das Gefühl
gehabt, als hätte er einen Umriss in der Dunkelheit erkannt.

Er wandte sich vom Fenster ab und blickte auf die Uhr. Es war bald schon 1 Uhr und er hoffte nur noch, dass Rumi eine sehr nette Person sein würde. Die Minuten vergingen und erneut klingelte niemand an seiner Tür. Er blickte wieder auf die Uhr und es waren schon 25 Minuten vergangen. "Das kann doch nicht sein...", flüsterte er. Er öffnete die Haustür und trat hinaus in die Dunkelheit. "Hallo Anna? Rumi? Ist da Jemand?" Doch die Nacht schwieg ihn an und er erhielt keine Antwort. Er zog sein Handy aus der Hosentasche hervor und blickte es lange an. Sollte er nochmal anrufen? Er musste es doch tun? Schließlich mussten sie wissen, dass auch das 2. Mädchen nicht aufgetaucht war. Er holte tief Luft und versuchte die aufkeimende Nervosität zu unterdrücken. "Hallo Herr Höhne, sagen Sie bitte nicht, dass Rumi auch nicht aufgetaucht ist..." "Nein, ist sie nicht. Ich stehe hier gerade vor meinem Tor, habe auch schon in die Nacht hineingerufen, aber niemand gibt mir eine
Antwort." Die Person an der anderen Seite schwieg und atmete erregt.
"Hallo? Sind Sie noch da?" "Doch, aber... sowas ist noch nie zuvor passiert, nicht 2 Mal hintereinander und wir haben kein Protokoll für sowas, ich..." Beide Seiten schwiegen, als der Escortservice wieder das Wort ergriff: "Hören Sie, wir machen Folgendes. Sie waren immer ein sehr guter Kunde. Ich schicke noch ein 3. Mädchen los. Ihr Name lautet Marta. Martas Service geht auf Kosten des Hauses, weil wir für diese Unannehmlichkeiten kein Geld von Ihnen verlangen können. Sollte es auch mit ihr Probleme geben, kontaktieren Sie uns bitte unverzüglich. Weil wir dann die Polizei einschalten müssen." Michael schluckte: "Hoffen wir, das es nicht dazu kommt, weil ich ungern in irgendetwas verwickelt werden möchte. Wann wäre Marta dann hier?" "In 20 Minuten, weil sie erst noch von unserem Fahrer abgeholt werden muss." "Okay, dann wäre sie bis 1:30 Uhr hier und wenn nicht, werde ich mich sofort bei Ihnen melden." "In Ordnung. Danke für Ihre Treue und gute Nacht Herr Höhne." "Gute Nacht."

Michael legte frustriert auf, denn die ganze Sache war ihm nicht geheuer. Er ging zurück ins Haus und in die Küche. Er legte sein Handy neben den Küchenherd und trank sein Sektglas leer. Es dauerte nicht lange, bis er auch das 2. Glas austrank und gegen ein Neues ersetzte. Er würde neuen Sekt einschenken müssen, da der Sekt in den Gläsern warm geworden war. Und so vergingen wieder die Minuten und er hielt die Uhr genau im Auge. Er ertappte sich dabei, dass er anfing an den Fingernägeln zu kaufen. Die ganze Situation gefiel ihm nicht und der Alkohol verstärkte diese Wirkung noch zusätzlich. Um Punkt 1:30 Uhr klingelte es tatsächlich plötzlich an seiner Tür und er sprang überrascht auf und hastete sofort zur Tür. Er riss die Tür auf: "Marta?" Doch es stand niemand vor der Tür. "Was zum...", flüsterte er zu sich selbst. Er trat
wieder nach Draußen: "Hallo Marta? Sie haben schon an der richtigen Tür geklingelt. Es gibt keine 2. Tür." Doch es gab wieder keine Antwort. Jetzt wurde Michael endgültig nervös und blickte sich unsicher in alle Richtungen um. Irgendetwas stimmte ganz und gar nicht. Spielte ihm irgendjemand einen bösen Streich? Das musste es sein. Das konnte es nur sein. Aber wer?

Er ging zurück ins Haus, schloss die Tür hinter sich und schloss sie sofort mit seinem Schlüssel ab. Er würde jetzt den Escortservice anrufen müssen und würde sich den Rest der Nacht mit der Polizei herumschlagen dürfen. Aber er konnte es nicht mehr ignorieren, dass irgendetwas nicht stimmte. Sein Magen krampfte plötzlich
fürchterlich. "Verflucht, ich muss vorher aufs Klo..." fluchte er und setzte sich auf den Toilettendeckel. Und in genau diesem Moment wurde er ganz still, riss die Augen auf und die Krämpfe waren sofort vergessen. Er holte tief Luft und begann innerlich zu zittern. Der Toilettendeckel war warm... Das war unmöglich, denn er lebte völlig alleine und war den ganzen Abend nicht auf der Toilette gewesen.

Jemand war im Haus.

Er holte tief Luft und beugte sich vor, in der Hoffnung etwas hören zu können. Doch er wurde nur von Totenstille begrüßt. Er blickte in alle Richtungen, ob er irgendwo eine Waffe finden konnte. Doch es gab in seinem Bad keine spitzen Gegenstände. Er griff wie im Wahn in seine Hosentaschen und suchte verzweifelt nach seinem Handy. Er blickte
sich ängstlich in alle Richtungen um, als ihm wieder einfiel, dass sein Handy neben dem Küchenherd lag. Dort lagen auch seine Küchenmesser. Er musste es irgendwie in die Küche schaffen. Er zog seine Hose so leise wie möglich hoch und lauschte wieder den Geräuschen in seinem Haus.

Da war nichts.

Er streckte vorsichtig den Kopf aus dem Bad und blickte in alle Richtungen. Es war niemand zu sehen und der Weg zur Küche war frei. Er schlich leise ein paar Schritte voran und lehnte sich an die Wand und lauschte. Der Wind pfiff und das Rascheln der Blätter war zu hören. Es war ein fürchterliches Geräusch und dann konnte er auch seinen eigenen
Herzschlag immer lauter hören. Er hatte solche Angst, dass er befürchtete jeden Augenblick ohnmächtig zu werden. Er musste nur das Handy und eines der Messer erreichen, dann war er nicht mehr im Nachteil. Und wenn es doch nur die Wirkung des Alkohols sein sollte, würde er danach nie wieder etwas trinken. Er richtete seinen Blick auf das Handy, holte mehrmals tief Luft und rannte los. Er hatte die Küche bereits erreicht, als er plötzlich aus dem anderen Flur rennende Schritte hörte. Auf die Schritte folgte ein freudiges Lachen. Er streckte seine Hand zu seinem Messerset aus, als er den ersten Stich in seiner linken Schulter spürte. Ehe er den Schmerz überhaupt registrieren konnte, folgten weitere Schnitte auf seine Schultern und seinen Rücken. Plötzlich packte eine Hand seinen Hals, drückte ihn fest nach hinten und er spürte wie eine Klinge seinen Rücken komplett durchbohrte und danach wurden sein gesamter Unterkörper plötzlich taub und er fiel wie ein Stein zu Boden. Er stieß mit dem Kopf auf den Boden auf, aber er verlor dabei
nicht das Bewusstsein.

Er bemerkte schnell, dass er von seinem eigenen Blut umgeben war und versuchte aufzustehen. Aber er spürte in seinem Unterleib und seinen Beinen nichts mehr. Er geriet nun völlig in Panik und schrie. Die Hände packten ihn erneut, hoben ihn hoch und lehnten ihn an den Küchenschrank. Danach drehte die Person ihn um, damit er ihr ins Gesicht sehen konnte und er blickte in das Gesicht von... Eve. Er
blickte sie schockiert an und sie lächelte ihn fröhlich an. "Hi, so sehen wir uns wieder", sagte sie mit freundlicher Stimme. Ihr Gesicht hatte mehrere Blutspritzer abbekommen, doch einige von denen schienen
bereits älter zu sein, da sie zu trocken wirkten. Beide sagten anfangs keinen weiteren Ton zueinander bis Eve schließlich sagte: "Ich habe dir die Wirbelsäule durchtrennt. Du bist nichts anderes mehr als ein Kopf auf einem Stock." Sie fing laut an zu lachen und schien den Moment zu genießen. "A... Aber wie..." "Schätzchen. Du fragst mich wirklich wie? Ich habe das schon so oft gemacht. Immer schön die Wirbelsäule attackieren und schon wird selbst der stärkste Mann zu deinem Spielzeug. Oder meintest du..." Sie blickte ihm tief in die Augen und schien seine wahre Frage zu erkennen. "Ach, DAS meinst du. Warte, ich zeige dir mal etwas ganz Tolles."

Sie zückte ihre Handtasche hervor und holte 3 blutverschmierte Handys hervor. Auf allen 3 Handys klingelte ununterbrochen das Telefon. Sie alle wurden von der gleichen Nummer angerufen: "Escorservice Hilzman".
"Oh Gott, bitte nein..." jaulte Michael. Eve strich ihm übers Gesicht und lachte: "Doch, doch, doch. Als ich dir gefolgt bin, hätte ich im Traum nicht erwartet, dass dies meine größte Nacht werden würde. Eigentlich hatte ich heute Nacht tatsächlich darüber nachgedacht nur mit dir zu schlafen, statt mit dir zu spielen, aber dann musstest du mich ja unbedingt wegen meines Alters abweisen!" Sie schlug ihm feste ins Gesicht, ergriff seine Haare und zog seinen Kopf zurück, damit er in unterwürfiger Position sie ansehen musste. "Genau so gefällst du mir. Ich bin dir letzten Endes gefolgt, war mir aber noch nicht sicher, was heute Nacht genau passieren würde. Und dann hast du diesen Escortservice angerufen und dich als Jackpot für mich erwiesen. Schau mal, dank dir habe ich heute Nacht schon 3 Frauen töten können und das noch, bevor du überhaupt im Spiel mit involviert warst. Ist das nicht großartig?" Sie küsste ihn auf den Mund und blickte ihn herausfordernd an. Er saß einfach nur da und blickte sie fassungslos an. Die Tatsache, dass er überall Schmerzen hatte und seinen Unterkörper nicht mehr spüren
konnte, hatte ihn in eine totale Schockstarre versetzt. "W... Was... hast du mit den Frauen gemacht?"

Eve kicherte, stand auf und holte eine zweite Tasche hervor. Sie kramte in der Tasche herum und zog eine Spielzeugpuppe hervor: "Das was ich immer tue." Jetzt dämmerte es in Michaels Verstand und grenzenlose Angst machte sich breit: "Du bist der Gebärmutter-Ripper!" Eve verbeugte sich mit einem Lächeln. "Genau die bin ich und du hast doch hoffentlich bei den Nachrichten gut aufgepasst und weißt was passieren wird?" "Bitte, warum tust du das?" Eve blickte ihn lange an und sagte nichts. Ihr Schweigen schien eine Unendlichkeit zu dauern, bis sie sich endlich erbarmte ihn aus der Stille zu entlassen. "Weil du mich angesprochen hast. Weil du heute Nacht Zuhause warst." Diese Worte hatten gesessen. Sie hatte ihn ausgesucht, weil er nett gewesen ist. Es hätte jeden Anderen treffen können, der ihr in der Bar helfen wollte. Es war reiner Zufall... Sie kniete sich zu ihm runter. "Verstehst du? Deshalb hat die Polizei auch nie etwas gefunden, mit dem sie arbeiten kann. Sie sucht nach einem Muster, wie ich meine Opfer aussuche. Aber da ich meine Opfer zu mir selbst kommen lasse, werden sie nie dieses Problem lösen können. Jetzt wird es allerdings Zeit das wir spielen.
Siehst du das hier?"

Sie zog ein Handy hervor und eine merkwürdige App war auf diesem zu sehen. "Das ist eine KI, die ich immer nutze. Immer wenn ich jemanden töte, lasse ich meine Opfer erst um Gnade betteln, damit die KI schön ihre Stimme lernt. Damit kann ich dann die Stimme dieser Person nutzen, für den Fall der Fälle. Und heute..." Sie klatschte sich wieder in die Hände und blickte ihn wie ein kleines Mädchen an: "ist so ein Tag. Denn ich konnte heute die Stimmen von 3 Frauen aufnehmen und auch deine, weil du zum einen im Auto so viel gesprochen hast und zusätzlich draußen noch so laut gerufen hast. Wir sollten den Escortservice
noch etwas nutzen, meinst du nicht?" Sie drückte auf die Play Taste und sprach in das Handy. Michael vernahm daraufhin seine eigene Stimme: "Findest du das nicht aufregend, Michael?" Es war tatsächlich seine eigene Stimme, er konnte es kaum glauben. "Ich rufe den Escortservice jetzt mit deiner Stimme an und sag ihnen, dass du noch 2 Mädchen haben möchtest, weil du heute Bock auf einen 4er hast. Dabei werden sie die Stimme eines der anderen Mädchen hören, damit sie es auch glauben. Und sobald die anderen beiden Mädchen hier sind, fängt der Spaß erst so richtig..."

In dem Moment schossen Michaels Hände hervor und griffen Eve um den
Hals. Sie blickte ihn überrascht an und keuchte sofort nach Luft. Ermdrückte so feste zu wie es nur ging, aber Eve verlor einfach nicht das Bewusstsein und irgendwann blickte sie ihn grinsend an und zwinkerte ihm zu. Da begriff er, dass er nicht mehr im Besitz seiner vollen Kräfte war. Aus Verzweiflung ließ er ihren Hals los, ballte seine rechte Hand zur Faust und schlug Eve immer wieder ins Gesicht. Mit jedem Schlag wurde ihr Lächeln immer strahlender und nach dem 4. Faustschlag lachte sie ihn nur noch aus und schlug im Anschluss mit voller Kraft zurück. Michael hatte keine Kraft mehr und Eve war sich dessen bewusst. Sie schlug ihn erneut: "Hast du dich jetzt endlich abreagiert?"
Er blickte sie wütend an, denn zu etwas anderem war er nicht mehr fähig. Sie nickte zufrieden, zog ihn etwas an sich heran und betrachtete seinen Rücken. Danach lehnte sie ihn wieder zurück an den Schrank und wirkte nachdenklich. "Ich habe wohl doch etwas zu wild zugestochen, soviel Blut solltest du eigentlich gar nicht verlieren. Es dürfte trotzdem alles klappen."

Sie stand auf und ging nach draußen, wo Michaels Rufe nicht zu hören waren. Sie schaltete die KI an und rief den Escortservice an. Michael rief so laut wie er konnte: "Das ist nicht meine Stimme! Schickt niemanden her! Es ist der Ripper!" Er rief diese Worte immer wieder, aber nichts davon drang nach außen und Eve konnte ihren Anruf reibungslos absetzen. Sie ging ins Haus zurück, legte das Handy wieder in ihre Tasche und wandte sich Michael zu. "So, die beiden Mädchen sind in 30 Minuten hier. Da haben wir noch genug Zeit um das zu tun, was wir beide von Anfang an tun wollten." Sie blickte ihn herausfordernd an und begann seine Hose aufzuknöpfen. Danach hielt sie inne und lachte wieder. "Ich weiß, für dich wird das eine Luftnummer, weil du davon eh nichts mehr spüren wirst. Aber für mich wird es hoffentlich der beste Sex meines Lebens." Sie setzte sich auf ihn, küsste ihn und alles wurde schwarz um ihn, während er stumme Tränen vergoss...

Nach 30 Minuten klingelte es tatsächlich pünktlich an der Türe und Eve öffnete die Tür. Vor ihr standen 2 hübsche Frauen, die Anfang 30 sein mussten und beide langes, blondes Haar hatten. Eine ergriff das Wort:
"Hallo, wir sind Daphne und Geli. Sind wir hier richtig bei Höhne?" Eve strahlte freundlich: "Ja ihr seid genau richtig. Ihr könnt gleich durchgehen, mein Freund befindet sich in der Küche und wartet schon sehnsüchtig auf euch." Beide Frauen gingen in das Haus, die Eine schneller als die Andere. Ehe die hintere der Beiden sich versah, packte Eve sie von hinten, hielt ihr die Hand an den Mund und rammte ein großes Messer tief in sie hinein. Die junge Frau ging sofort zu Boden, als Eve bereits der zweiten Frau hinterherlief. Daphne erblickte sofort das Blut auf den Boden in der Küche und ging einige Schritte schneller, womit Eve nicht gerechnet hatte und dadurch ein größerer Abstand zwischen den beiden Frauen entstand. Daphne erblickte Michael, der blutüberströmt auf dem Boden saß und keine Beine mehr zu haben schien. Geistesgegenwärtig griff sie zu einem Messer und drehte sich zu Eve um.

Sie sah eine Klinge auf sich zukommen und konnte in letzter Sekunde noch ausweichen. Daphne rannte zur anderen Seite des Tisches, um Abstand von Eve zu gewinnen. Eve blickte sie hasserfüllt an. Das war überhaupt nicht nach Plan verlaufen. Sie blickte Daphne an und versuchte irgendwo einen Schwachpunkt auszumachen. Als sie Daphnes leicht gerundeten Bauch erblickte, strahlte sie. "Oh meine Güte, na ist denn heute mein Glückstag? Du bist ja schwanger. Das ist ja noch viel besser." Daphne verstand nicht, worauf Eve mit dieser Aussage hinaus wollte, denn sie fürchtete sich nur noch um ihr Leben. Sie blickte kurz zur Haustür rüber. Es war kein weiter Weg in die Freiheit, aber würde sie davon laufen können? Sie konnte nicht einschätzen wie schnell Eve war. Sie musste sie irgendwie verletzen. Eve ließ Daphne nicht aus den Augen, als sie im Augenwinkel sah, dass Geli langsam versuchte sich verletzt wieder zu erheben. Sie musste sich beeilen und konnte nicht abwarten, bis Daphnes Angst sie einen Fehler machen lassen würde. Eve beschloss anzugreifen und rannte auf Daphne los. Daphne reagierte blitzschnell und schlug mit ihrer Klinge zu und traf Eve am Gesicht. Eve hielt sich geschockt das Gesicht, auf dem jetzt eine kleine Schnittwunde ragte, durch die viel Blut nach außen drang. Daphne überlegte nicht lange und stürmte sofort zur Haustür. Eve blickte ihr hinterher: "Du verdammtes Miststück!"

Sie nahm die Verfolgung auf, als Geli sich aufbäumte und sich auf Eve stürzte. Eve konnte überhaupt nicht mehr reagieren, als Geli sich mit ganzer Kraft auf sie stürzte. Beide Frauen gingen gemeinsam zu Boden. Eve schrie wie verrückt und stach mit ihrem Messer immer wieder auf Geli ein. Geli versuchte mit aller Kraft Eve am Boden zu halten, aber mit jedem neuen Messerstich kam sie ihrem Ende näher. Gelis Kraft begann zu schwinden und Eve konnte sich endlich von ihrem Körper befreien und rangte nach Luft. Sie blickte zur offenen Haustür und fasste sich erneut an ihre Schnittwunde. "Verdammt, verdammt, verdammt!", schrie sie. Michael konnte sich ein hämisches Grinsen nicht verkneifen, dass auch Eve nicht verborgen blieb. Ihr Blick sagte alles, er würde noch viel mehr leiden, als er es bisher schon getan hatte. Eve rang nochmal nach Luft und rannte schließlich los, um Daphne einzuholen. Michael blickte ihr hinterher und blickte sich um. Er hatte nur diese eine Chance, aber was sollte er ohne Beine und schwer verletzt ausrichten können?

Daphne hatte unterwegs bereits ihre High Heels abgelegt und rannte
so schnell sie nur konnte. Sie blickte sich kurz um und sah, wie Eve aus dem Haus gestürmt kam. Sie konnte sofort sehen das Eve viel schneller war als sie. Sie würde sie früher oder später eingeholt haben. Trotzdem lief Daphne weiter und rief immer wieder um Hilfe, während Eve immer näher kam. "Lauf nur mein kleines Schweinchen! Ich werde dir dein scheiß Baby herausschneiden und es dann in eine Waschmaschine
stecken! Lauf! Lauf! Komm, lauf!" Eve brüllte und lachte wie verrückt. Sie genoss jeden Augenblick dieser Jagd. Plötzlich hielt Daphne inne und auch Eve hielt sofort an. Daphne drehte sich keuchend zu ihr um. "Du
bekommst mein Baby nicht, du Monster!" Sie erhob ihr blutverschmiertes Messer und richtete es in Eves Richtung. Eve blickte sie verzückt an. "Was soll das werden? Ein Messerkampf? Meine Liebe, weißt du denn
immer noch nicht wer ich bin? Ich bin der Gebärmutter-Ripper. Weißt du denn nicht wie viele Menschen ich schon umgebracht habe? Es haben sich schon ganz andere Kaliber gegen mich gewehrt." Daphne zitterte
innerlich am ganzen Körper, aber ließ sich von außen nichts anmerken. Sie war fest entschlossen sich und ihr Baby zu verteidigen.

Eve musste wieder lachen. "Hör endlich auf so zu lachen, du verrücktes Miststück!", schrie Daphne. Doch Eve lachte weiter und erwiderte trocken: "Warum? Es erzeugt doch die richtige psychologische Wirkung bei dir." Daphne blickte sie verwirrt an: "Was?" In genau diesem Moment der Unachtsamkeit warf Eve ihr Messer und traf Daphne im Bauch. Daphne ging sofort schreiend zu Boden und ließ ihr Messer fallen. "Soviel zum Messerkampf...", sagte Eve und trat mehrmals auf die am Boden liegende Daphne ein. Danach ergriff sie Daphnes Arme und zerrte sie hinter sich her zurück zum Haus. Michael saß weiter stumm in seiner
Ecke und blickte auf Gelis leblosen Körper. Er hatte schon mehrmals Geli angesprochen, in der Hoffnung, dass vllt. doch noch Leben in der Frau herrschte. Aber Geli war bereits verblutet. Eve kam endlich zurück und schliff Daphne in die Küche. Daphne wand sich vor Schmerzen und weinte fürchterlich. Eve setzte sich auf sie und schlug ihr mehrmals feste ins Gesicht, bis Daphnes Gesicht fest auf Michael gerichtet blieb. Sie zog das Messer aus Daphnes Bauch heraus. Daphne versuchte nochmal sich zu wehren, aber Eve schlug ihr wieder feste ins Gesicht, bis Daphne kraftlos nachgab und wieder Michael anstarrte.

Eve blickte ebenfalls zu Michael hinüber: "Jetzt kommt der Moment, auf den ich schon den ganzen Abend gewartet habe. Ich möchte, dass du jetzt genau hinschaust. Denn das wirst du nie wieder vergessen." Eve richtete ihren Blick auf Daphnes Bauch und stach zu. Michael konnte weder schreien noch die Augen verschließen, vor dem Grauen das er für die nächsten 30 Minuten zu Gesicht bekam. Er blickte Daphne nur in ihre sterbenden Augen und sagte: "Es tut mir leid, es tut mir so unendlich leid"... 30 Minuten später warf Eve die Waschmaschine an und blickte kurz in die Waschmaschine hinein. Sie wirkte sehr zufrieden mit sich selbst und kehrte zu Michael zurück. Sie sagte kein Wort und brachte eine Kette an die Decke an, an deren Ende ein großer Fleischhaken hing. Sie trat vom Stuhl herunter und zog vorsichtig an der Kette. Es schien alles zu ihrer Zufriedenheit zu verlaufen, aber selbst Eve wirkte mittlerweile müde. "Damit wären nur noch wir beide übrig." "Sieht so aus", erwiderte er trocken und ließ sie nicht aus den Augen. "Du kannst ja doch wieder sprechen. Aber keine Sorge gleich wirst du es nicht mehr können. Erst nehme ich dir die Arme und dann die Zunge. Du sollst ja schließlich niemanden mein Geheimnis verraten." Sie beugte sich zu ihm vor und stupste ihm mit dem Zeigefinger auf die Nase. Sie zückte ein Hackebeil hervor, dasselbe das sie bereits benutzt hatte, um seine Beine abzutrennen. Das war aber wenigstens noch schmerzfrei gewesen, aber die Arme würde er fürchterlich spüren.

"Ich...", flüsterte er. Eve hielt inne und wartete ab. "Ich muss dir etwas sagen...", brachte er wieder nur flüsternd hervor. Eve blickte ihn
misstrauisch an, doch ihre Neugier war stärker als ihre Vernunft. Sie beugte sich zu ihm vor, damit sie ihn besser verstehen konnte. In dem Moment spürte sie einen stechenden Schmerz in der Seite. Sie blickte
geschockt herab und sah, wie eine Klinge ihre Seite durchbohrt hatte. Ehe sie reagieren konnte, zog Michael die Klinge wieder heraus und stach mehrmals erneut zu. Insgesamt stach er 5 Mal auf sie ein. Eve schrie und stieß ihn von sich weg. Sie hielt ihre stark blutenden Wunden und blickte schockiert auf ihr eigenes Blut. "Du verdammter Sohn einer Hure!" Sie fauchte, während Michael sie nur triumphierend anlächelte. Eve stützte sich an einem Stuhl ab und keuchte ihr eigenes Blut aus. Ihr schossen unzählige Gedanken durch den Kopf, denn diesmal musste sie ihr ganzes Spiel umstellen, wenn sie überleben wollte. Sie blickte Michael an, und alles was er dort sah, war abgrundtiefer Hass und es freute ihn zutiefst. Er ahnte zwar, dass sein Schicksal trotzdem besiegelt war, aber er hatte ihr wenigstens ein Souvenir hinterlassen. Sie würde ihn nie wieder vergessen.

Eve ergriff das Hackebeil, holte aus und stieß zu.

Am nächsten Morgen fand eine Pressekonferenz statt. Die Presse saß gespannt auf ihren Stühlen, denn angeblich hatte der Ripper in der Nacht wieder zugeschlagen und das schrecklicher denn je. Der sichtlich aufgewühlte Polizeichef betrat das Podium. Er war bereits in seinen 60ern und eigentlich von großer stattlicher Natur, aber heute wirkte der Polizeichef klein und gebrochen. Er setzte mit zittriger Stimme an: "Liebe
Vertreter der Presse. Sie alle haben die Gerüchte gehört, dass der Ripper letzte Nacht wieder zugeschlagen haben soll. Und das..." Er rang nach Luft und Worten: "schrecklicher denn je. Und ja, es stimmt. Der Ripper hat diesmal im Haus von Michael Höhne die Hölle entfacht. Einige von Ihnen kennen Herrn Höhne vielleicht noch. Seine Frau war Teil des Ministeriums, bevor der Krebs ihr viel zu junges Leben beendete. Sie war eine tolle Frau und er auch ein toller Mann, der leider den Tod seiner Frau nicht gut verkraftet hatte und jetzt auch noch den Ripper erleben musste. Wir haben diesmal insgesamt 6 Todesopfer. 5 der Opfer arbeiteten für einen Escortservice und wurden von Herrn Höhne in der Nacht zu seinem Haus bestellt. Weder er noch der Escortservice ahnten, dass der Ripper die Mädchen vor dem Haus abfangen und bestialisch ermorden würde. Sie kennen seine Methoden zur Genüge. Bei einer der Frauen konnte er sein typisches Ritual nicht vollziehen, da sich das Opfer wohl zu sehr gewehrt hatte und der Ripper wild auf sie eingestochen hat.

Sie war... die Glückliche dieser verhängnisvollen Nacht. Und was Michael Höhne betrifft..." Einer der Pressevertreter hielt seine Hand hoch und rief: "Sie haben doch von 6 Todesopfern gesprochen. Wer ist das 6. Opfer? Oder wurde diesmal der Mann auch getötet?" Der Polizeichef wurde weiß im Gesicht und rang mit den Tränen. "Eine der Frauen war schwanger... und... und..." Er hielt inne: "Wir fanden das ungeborene Kind in einer eingeschalteten Waschmaschine." Die Vertreter der Presse wurden alle still und der Horror stand ihnen ins Gesicht geschrieben. "Was Herrn Michael Höhne betrifft, wir fanden ihn in derselben Verfassung wie die anderen männlichen Überlebenden. Abgetrennte Gliedmaßen, ohne Zunge und Augen und an einem Fleischhaken hängend. Aber wir haben diesmal tatsächlich eine Überlebende." Die Pressevertreter wurden hellhörig und konnten ihren Ohren kaum glauben. "Der Ripper hat sie schwer verletzt, aber sie wird durchkommen und obwohl die Wunden tief sind, wird sie wahrscheinlich schon in 2 Tagen das Krankenhaus wieder verlassen können. Sie hat uns auch schon eine Beschreibung des Rippers geben können bzw. kennen wir dank ihr die Identität des Rippers."

Die Krankenschwester machte Eves Bett zurecht, während Eve an ihrem Glas Wasser schlürfte und gespannt im Fernsehen die Pressekonferenz verfolgte. Die Krankenschwester blickte sie nachdenklich an: "Wissen Sie, ich weiß, dass es mich nichts angeht. Aber nach so einer Horror-Nacht, möchten Sie da nicht lieber abschalten, statt sich das da im Fernsehen anzusehen?" Eve warf ihr einen missbilligen Blick zu. "Jeder geht anders mit Trauma um, und ich muss ahhh..." sie hatte versucht sich zu bewegen und sofort verursachten ihre Wunden höllische Schmerzen. "Sehen Sie, das war ein Zeichen für Bettruhe", sagte die Krankenschwester und schaltete den Fernseher aus. Eve blickte ihr wütend hinterher und überlegte sich bereits, wie sie diese Krankenschwester umbringen würde. Aber für solche Gedanken war es noch zu früh, denn die Schmerzen und Schmerzmittel vernebelten ihre Sinne. "Wenigstens glauben jetzt alle das der Landstreicher an der Bushaltestelle der Ripper war", flüsterte sie zu sich selbst und war sehr zufrieden mit sich selbst. Tatsächlich hatte der Polizeichef sich mit
seiner Prognose geirrt und Eve konnte nicht schon nach 2 Tagen das Krankenhaus verlassen. Ihre Wunden waren dermaßen tief, dass sie eine ganze Woche im Krankenhaus bleiben musste und am Tag ihrer Entlassung von dem langen Aufenthalt im Bett geschwächt war.

Sie verabschiedete sich höflich von den Krankenschwestern und Ärzten und trat hinaus in die Freiheit. Sie spürte immer noch Schmerzen in ihrer Seite, allerdings waren sie nicht mehr so schlimm wie noch vor wenigen Tagen. Sie musste an Michael denken und konnte nicht glauben, dass sie auf einen dermaßen einfachen Trick hereingefallen war. Und dann bemerkte sie auf einmal ein Fahrzeug mit Berliner Kennzeichen. Sie wusste, dass sie in Düsseldorf keine Morde mehr begehen konnte, sonst wüsste jeder das sie gelogen hatte. Während sie im Krankenhaus gelegen hatte, machte die Polizei nach Eves Angaben jagt auf den Landstreicher Gustaf und hetzte ihn durch halb Düsseldorf. Der völlig verängstigte Mann versuchte sich und sein Hab und Gut zu beschützen und wurde dabei versehentlich von der Polizei erschossen. Für Eve war das perfekt, weil das einen Schlussstrich für ihre Mordserie in Düsseldorf gesetzt hatte. Und die Hauptstadt Berlin klang ideal für einen "Nachahmer" der Düsseldorfer Mordserie.

Sie wartete mehrere Minuten, bis ein älteres Paar vom Einkaufen zurückkehrte und damit begann sein Fahrzeug zu packen. Eve hielt demonstrativ ihre Wunde schmerzerfüllt und blickte mit verzweifelten Blick auf die Abfahrtzeiten des Busses. Die ältere Dame legte eine Tasche mit Süßigkeiten auf den Rücksitz, als sie Eve erblickte und geschockt über dieses Häufchen Elend war. Sie ging auf Eve zu: "Hey, mein Liebes, ist mit dir alles in Ordnung?" Eve blickte sie entgeistert an. "Oh, ich...", sie hielt sich wieder demonstrativ an ihre Wunden und wirkte erschöpft. "Was ist dir nur zugestoßen Liebes?", fragte die Frau mit liebevoller und besorgter Stimme. Mittlerweile war auch ihr Mann dazugekommen und blickte Eve ebenfalls besorgt an. Eve holte tief Luft und blickte das Paar mit tränenden Augen an. "Ich... Ich bin die Überlebende der Ripper-Morde. Ich... Ich habe niemanden mehr... Ich..." Das ältere Pärchen sah sich geschockt an und die Frau nahm Eve sofort in den Arm. "Ist schon alles gut, mein Liebes. Es wird alles wieder gut." "Bitte", schluchzte Eve: "Ich will einfach nur noch hier weg. Weg aus dieser Stadt, die mich an alles erinnert." Die Frau blickte ihren Mann an und beide nickten sich zu. Die Frau drückte Eve etwas von sich weg und blickte in ihre tränenden Augen: "Was halten Sie davon, wenn Sie mit uns mitkommen? Wir fahren nach Berlin und könnten Sie mitnehmen und Sie könnten bei uns wohnen, bis Sie Fuß gefasst haben." Eve blickte sie mit großen Augen an und wischte sich die Tränen aus den Augen. "Das würden Sie tun? Sie kennen mich doch überhaupt nicht." Die Frau lächelte sie an. "Ich bin Helga und das ist mein Mann Herbert. Wir können Menschen nicht weinen sehen und helfen schon seit Jahrzehnten Menschen in Not. Meine Tochter kritisiert uns zwar immer dafür, aber bisher hat es uns nie geschadet Liebe weiterzugeben und Sie brauchen jetzt alle Liebe, die Sie bekommen können." Eve lächelte: "Danke, ich bin Eve!" Sie fiel der Frau in die Arme und beide lagen fest in den Armen. "Los Schatz, wir müssen los", sagte Herbert schließlich. "Okay, du kannst im Rücksitz sitzen Eve."

Eve nickte und setzte sich auf den Rücksitz, als sie neben sich etwas bemerkte und verwundert in das Gesicht eines 5-jährigen Mädchens blickte. "Oh, das habe ich vergessen zu erwähnen. Wir haben diese
Woche unsere 5-jährige Nichte Marie bei uns. Sie wird sich über eine große Schwester sicher sehr freuen." "Marie", sagte Eve während sich ihre Augen wie bei einem Raubvogel weiteten und ein unnatürlich breites
Lächeln sich quer über ihr Gesicht zog. Helga redete zwar noch weiter, aber Eve hörte ihr nicht mehr zu und hatte nur noch Augen für die kleine Marie. "Weißt du, wir beide werden heute Abend sehr viel Spaß miteinander haben", sagte Eve mit ihrem breiten Lächeln. Das kleine Mäddchen fand das toll und lächelte zurück. So verblieben beide lächelnd, während das Auto losfuhr nach Berlin.

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