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geschrieben von Barbara Pellenz.
Veröffentlicht: 13.06.2026. Rubrik: Unsortiert


Alles hat seine Zeit

Alles hat seine Zeit …
Hallo mein Engel, es ist schön mit dir so vertraut zu reden, von dir zu Lesen oder einfach nur dir zuhören wenn wir miteinander reden oder du für mich singst. Du telefonierst lieber als dass du SMS schreibst … ich auch.
Vom ersten Tag an, an dem ich dich habe singen hören und du ein paar Worte mit uns gewechselt hattest, kam es mir vor als würde ich dich kennen oder besser gesagt deine Seele kennen. Was du gesagt hast war mir so vertraut und so nah an meinen Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen, und das was und wie du gesungen hat hast, hat meine Herz und meine Seele zu tiefst berührt, aber ohne mir Angst zu machen.
Und es kam wohl so wie es sollte … ich habe mich verliebt und auch Du fühlst mehr für mich als reine Freundschaft. Du hast mich gefragt ob das schlimm für mich ist mich verliebt zu haben … Nein das ist es nicht, es fühlt sich gut und richtig an. Ich fühle mich gut … sehr gut sogar und das ohne zu wissen ob und was jemals aus uns werden wird oder werden kann.
Du hast noch so viele offene „Baustellen“ oder Dinge die Du für dich klären musst, dass dein Herz und deine Seele noch nicht so können wie sie wollen aber … Alles hat seine Zeit.
Viele der Wege die noch vor dir liegen, habe ich bereits beschritten und kann deshalb sehr gut nachvollziehen, wie es dir geht und warum du dich so hin und her gerissen fühlst. Es gibt keinerlei Gründe dir böse zu sein oder dich nicht zu verstehen oder dir nicht zu verzeihen dass du einfach noch Zeit brauchst.
Du hast mich mehrfach gefragt … verstehst du wirklich … ist das wirklich so?
JA es ist so und wenn du in diesen Momenten deinem Gehirn nicht traust, dann frage dein Herz oder deine Seele … sie kennen die Antwort.
Es geht nicht immer nur um das was ich mir wünsche oder was ich will. Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt zurückzustecken, zu warten und geduldig zu sein. Wenn das auch nicht zu meinen Stärken gehört und mir oft mehr als nur sehr schwer fällt. Wenn es eine Chance für uns gibt, dann werden wir es als erste wissen. … Alles hat seine Zeit
Du hast mir gesagt Du kennst meine Seele und du weißt. Geht mir ebenso, ich kenne deine so zerbrechliche und sensible Seele wie ich meine kenne, und ich werde sie mit der gleichen Vorsicht und Liebe beschützen wie ich behandelt werden möchte. Und dass du das kannst und auch willst haben mir deine Augen, deine Lippen und deine Hände bereits erzählt durch deine zärtlich begehrenden Küsse und das sanfte Berühren meiner Haut.
Als ich das erste Mal das Lied „Melancholie im September“ von dir gesungen gehört habe, hat es meine Seele geöffnet und fast zerrissen und mich an den Schmerz des Verlustes meines Mannes erinnert. Deine erste Reaktion darauf war … es tut mir leid ich werde es nicht mehr spielen. Wahnsinnig lieb, im hohen Masse sensibel und rücksichtsvoll von dir, doch erstens du konntest dies alles nicht wissen und zweitens gehört das Lied heute zu meinen Lieblingsliedern von dir und ich bitte dich darum es immer wieder und immer wieder zu singen.
Du singst so voller Sanftmut und mit einem Flehen nach Liebe in der Stimme in diesem Lied, was zumindest mir gesagt hat, wie lange du schon nicht mehr gelebt und geliebt hast, geschweige denn glücklich gewesen bist. Du hast für alle anderen funktioniert … nur für dich nicht. Das habe ich auch viele Jahre getan und ich bereue es nicht und ich würde es auch genauso wieder tun, aber das Leben geht weiter und … Alles hat seine Zeit
Mein Mann starb am 01. September kurz nach Mitternacht. Das ist nun fast sieben Jahre her und doch gibt es immer noch Augenblicke in denen er mir fehlt, ebenso wie dir deine verstorbene zweite Frau (auch heute) immer noch fehlt.
Dies Alles hat mich an den Text der Traueranzeige erinnert, die ich damals selber gestaltet habe, weil ich meinen Gefühlen, Erinnerungen und meinem Mann gerecht werden wollte und die Vorlagen mir zu platt und nicht ausreichend erschienen für das was ich sagen wollte. Eine der Textzeilen lautet.
„Auch die Mitte der dunkelsten Nacht ist der Beginn des neuen Tages“
Weitere Zeilen beginnen mit dem Zitat aus der Bibel
„Ein jegliches hat seine Zeit
Suchen - Finden
Lachen - Weinen
Reden - Schweigen
Lieben“
Es war ein langer und manchmal scherzvoller Weg zurück zu mir, aber ich bin ihn gegangen und ich habe mich für MICH und eine mögliche neue Liebe entschieden, (allerdings auch erst nach fast vier Jahren), dafür dass ich es wert bin geliebt und begehrt zu werden so wie ich bin … und du mein geliebter Engel … Du bist es auch. … Alles hat seine Zeit
Diesen Weg zurück zu dir selber musst du noch gehen (und ich denke du spürst, dass der Zeitpunkt dafür gekommen ist endlich los zu gehen), und wenn du magst, werde ich dich begleiten und dir die Stolpersteine zeigen, die auf diesem Weg liegen damit du dich nicht an ihnen verletzt.
Nur gehen musst du diesen Weg alleine.
Was am Ende dieses Weges auf dich warten wird, weiß ich nicht - ebenso wenig wie Du. Ich hoffe für dich und wünsche Dir, dass dort das größte Geschenk auf dich wartet, was man bekommen kann … vorbehaltlos … vorurteilsfrei und bedingungslos geliebt zu werden.
Der Satz mit der dunkelsten Nacht war mir immer ein Trost, weil er mich daran erinnert hat … egal wie schlimm es auch immer aussieht oder ist, es gibt ein Licht (und somit Hoffnung) am Ende des Tunnels, weil der neue Tag begonnen hat, der wieder Licht und Wärme in dein Leben bringt.
Das Bibelzitat der Anzeige begleitet mich schon sehr lange, fast wie ein roter Faden der sich durch mein Leben zieht. Auf meinem Weg zu mir habe ich für mich eines erkannt, dass vorbehaltloses, vorurteilsfreies „LIEBEN“ das größte Geschenk ist, was man geben oder bekommen kann.
Suchen und Finden oder besser gesagt gefunden werden ist nichts anderes als das Ergebnis unseres legitimen Strebens nach Wärme, Liebe und Geborgenheit.
Lachen und Weinen begleiten uns ein Leben lang. Und wenn wir nicht wüssten wie schmerzhaft auch LIEBEN sein kann, dann wüssten wir nicht das stille Glück der Seelen zu schätzen, wenn es uns begegnet.
Auch Reden und Schweigen in einer Beziehung (egal welcher Art sie auch sein mag) will gelernt und vor allen Dingen auch praktiziert sein. Oft ist Reden wichtig, wenn man denn auch nicht nur redet sondern auch zuhören kann. Aber auch schweigende Lippen und beredsame Hände sind eine Unterhaltung die unsere Körper, Herzen und Seelen verstehen. Und viele Situationen brauchen kein Reden, ganz im Gegenteil da ist Schweigen das Mittel der Wahl.
Auch lieben hat seine Zeit und zwar jetzt, heute und für immer und ewig. Warum das so ist, entspricht einer Erkenntnis, die ich für mich gefunden habe. Es ist nach meinem Wissen oder Ahnen so, dass Liebe auch nur einen kleinen Augenblick, ein Wimpernschlag lang ehrlich, tief und bedingungslos sein kann, und doch ist es Liebe an die wir uns mit einem Lächeln auf den Lippen erinnern sollten. Sie wurde uns vorbehaltlos geschenkt.
Wir wurden dazu geboren um genau das zu tun, diese unsere Welt durch unser aller lieben ein Stückchen wärmer und reicher zu machen. Liebe ist eines der wenigen Gefühle, die sich von alleine vermehren, wenn du sie mit vollen Händen einfach nur vorbehaltlos verschenkst.
Es gibt so viele verschiedene Arten von Liebe, so viele wie es Menschen gibt die offen sind und lieben auch wenn sie dadurch verletzbarer sind als andere.
Deine Seele erzählt mir, dass du ebenso denkst und fühlst und … Alles hat seine Zeit
Ein weiteres Lied was ich sehr mag ist das „die Zeit heilt keine Wunden“
… wie wahr … wie wahr!
Obwohl man mir oder vielleicht auch uns in der Kindheit oder Jungend versucht hat genau das Weis zu machen.
Solche Sprüche wie „bis zur Hochzeit ist das alles wieder gut“ sind nur ein Bespiel für Reden wider besseres Wissen.
Nichts, kein Verlust, keine Verletzung der Seele wird jemals ganz vergessen werden können. Was wir aber verinnerlichen müssen, ist zu lernen damit weiterzuleben und unsere Wunden zu heilen und vernarben zu lassen.
Ja das ist so, die Zeit kann nicht heilen … das können wir nur selber. Niemand außer uns selbst weiß, was wir brauchen um gesund werden zu können. Ich weiß aus eigener Erfahrung wie sich der Verlust eines geliebten Menschen anfühlt. Welche Schmerzen die Seele aushalten muss, und wie oft man sich fragt ob und wann diese endlich weniger werden. Wie oft man sich wünscht dem Partner folgen zu können, damit es nicht mehr so wehtut. Jedes liebende Paar erinnert schmerzhaft und doch sehnsüchtig an den Verlust, jedes noch so gut gemeinte Lächeln und liebe Wort verletzt aufs Neue.
Es ist in der Natur des Lebens, früher oder später, zu verlieren was wir Lieben und die Tatsache, dass das Leben einfach ohne Rücksicht zu nehmen weiter geht, ist eher Schmerz verstärkend als lindernd, aber es lässt uns nicht hoffnungslos zurück. Es ist aber auch eine Wahrheit die nicht zu ändern ist und wenn wir nicht rechtzeitig wieder auf den Zug des Lebens aufspringen, werden wir in uns versinken und verloren sein für alle … die von außen versuchen zu uns durchzudringen.
Wie es hier bei uns üblich habe ich auch das Jahresgedächtnis für meinen Mann selber verfasst und ich habe dort folgende Worte gewählt.
„Die Zeit heilt keine Wunden, aber sie deckt im Laufe ihres Vergehens liebevoll und sanft den zart gewebten Mantel der Erinnerung über unsere verletzten Seelen.“
So schließt sich der immer wieder kehrende Kreis des Lebens und des Liebens. Wir werden geboren um zu lieben. Wir müssen lernen zu verlieren, zu verzeihen und loszulassen. Jeder kennt das Gefühl aus Liebeskummer, Wehmut oder Verlust und Trauer sterben zu wollen. Das Ende einer Beziehung, egal wie es auch geschehen mag oder wie endgültig es ist, ist nicht das Ende der Liebe … sie wird bei uns bleiben und sich wandeln.
Und der Kreislauf wird mit einer neuen Liebe wieder von vorne beginnen und auch ihr, der neuen Liebe, ist der Verlust impliziert, den wir tragen oder besser gesagt ertragen müssen bis unser Leben eines Tages dem endlichen Ende zugeht. Erst mit diesem Ende nehmen wir den größten Teil unserer Liebe mit uns … bis auf die Reste, die in den Menschen weiterleben wird, die wir geliebt haben und so gilt bis dahin sollten wir in jeder Sekunde genießen
- das Verliebt sein
- die berühmten Schmetterlinge im Bauch
- das Hoch Gefühl des Zusammenseins und das niederschmetternde des
scheinbar endlosen Warten Müssens
- die zarten Triebe beginnender Liebe
- die vertraute, verzeihende Liebe
- das sanfte/stille Glück vertrauter/artverwandter Seelen
- die stille Zweisamkeit
- der Spaziergang Hand in Hand im warmen Sommerwind
- die Abenddämmerung am Meer beim Untergehen der blutroten Sonne
- ein ich liebe dich im sanften Mondlicht
- zarter Morgentau im Licht der aufgehenden Sonne und das Zwitschern
der Vögel am Morgen nach einer schönen Liebesnacht
- das mit den Jahren gewachsene Vertrauen
- die Nähe des Partners genießen können in der Stille und Ruhe des
beginnenden Tages
- die heiße Tasse Kaffee oder Tee zu zweit im Bett
- alle Zuwendungen an die die wir lieben

Genießen und verschenken sooft sich die Gelegenheit dazu bietet, weil … Alles hat seine Zeit

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