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1xhab ich gern gelesen
geschrieben von ORF.
Veröffentlicht: 29.06.2026. Rubrik: Satirisches


Überraschung!

Oder: „Verschollen, totgeschwiegen und dennoch nicht vergessen!“ (Lothar Gosche, ein Chronist)
Fast die ganze Welt spricht von Australien, weiß jetzt nur nicht ob es der größere oder kleinere Teil ist:
Da fällt mir doch glatt die Kinnlade. In der Mark Brandenburg gibt es Dinge, Sachen und Personen von denen sich zu uns nie etwas herumgesprochen hat. Unweit von unserem Feriendomizil, etwa 30 Minuten mit einen Skoda der älteren Baureihe (ich gestehe ein Verbrenner der derzeit mit polnischem Super fährt, weil das eben noch bezahlbar ist für unsereinen.), war der Geburtsort eines Mannes den in Australien jedes Schulkind kennt und der zu seinen Zeiten einer der bedeutendsten Erforscher, der bis dahin weißen Flecken dieses manchmal doch recht ungebärdigen Landstriches war. In Trebatsch, einem Ort, der ursprünglich auch mal Leichardt hieß, zu Ehren diesen Erforschers, haben wir uns das recht informative Leichardtmuseum angesehen. Wir hatten Glück denn der Museumserklärer war gerade vor Ort und hat uns außer der Reihe einen Rundgang ermöglicht. Zu allem Überfluß sprach er so, dass ich ihm problemlos folgen konnte, sächsisch eben. Da ging mir als ehemaligen Sachsen, der schon Jahrzehnte in Diaspora, im Lande Thüringen lebt, das Herz auf. Zudem war ihm eine historisch Größe aus Leipzig bekannt, die ich durch Zufall, zu deren Lebenszeit, ebenfalls kennenlernte, einen Kabarettisten der damals die sogenannte Sachsenhymne „Sing, mei Sachse sing“ schuf. Zumindest den Text dazu, soweit ich mich erinnern kann, Aber zurück zu meinem eigentlichen Anliegen.
Das Museum welches an den Herrn Ludwig Leichardt erinnert, ist sehenswert und sehr informativ. Leider durften wir unseren Hund nicht mit rein nehmen obwohl der ohne weiteres als australischer Dingo (verwilderter Haushund der Ureinwohner durchgehen würde. Ist nur etwas größer aber sonst absolut ähnlich.Der Museumsmensch gestaltete das Ganze abwechslungsreich, so dass keine Langeweile aufkam. Na gut, der Typ Leichardt ist ja auch nicht übermäßig alt geworden und 1848 spurlos verschollen, mit noch nicht einmal 35 Jahren, zusammen mit 24 anderen Menschen und einem Haufen Nutzvieh. Da er dazumal die Forschung dem Militärdienst vorzog, redete in teutschen Landen lange Zeit keiner mehr über ihn, denn er galt hierzulande als Deserteur. Ganz privat, von meiner Warte aus: Es müsste viel mehr von dieser Sorte Mensch geben und ich denke, auch heute würden wir uns vieles ersparen und hätten vermutlich eine bessere Welt

SatirepatzerSatirepatzerNur soviel, ich kann den Besuch dieses Museums über und zu dem Forscher Leichardt wärmstens empfehlen, vor allem dann wenn man selbst einmal nach Australien will und vielleicht gerne mit gewissen Vorkenntnissen glänzen möchte. Voraussetzung wäre natürlich dass man gerade hier in der Gegend weilt oder aber den Besuch dieser Einrichtung entsprechend vorplant.
(O.R.F.)

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