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3xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Catarina (Catarina).
Veröffentlicht: 07.07.2026. Rubrik: Märchenhaftes


Partnerbörse der Worte

In einem kleinen Dörfchen des Sprachuniversums – gleich hinter dem Semikolon-Nebel – gab es eine Partnerbörse für Worte, bei der einsame Begriffe hofften, endlich jemanden zu finden, mit dem sie gemeinsam durchs Leben gehen zu können.
Die Worte saßen auf gepolsterten Stühlen. Jedes trug ein Namensschild: Schnee, Bauch, Kuss, Traum, Wasser, Fall, Licht, Halt. Den meisten konnte man ihre Nervosität deutlich ansehen, schließlich waren sie bereits seit Jahrhunderten Single und alle träumten von dem Bund fürs Leben.
„Schnee“ seufzte. „Ich hätte gern jemanden Warmes, der mich ergänzt. Ich bin so… kalt allein.“
„Bauch“ grinste. „Mir ist alles recht, solange es nicht Weh ist. Das kenne ich schon. Die Beziehung war gar nicht gut.“
Zeit blickte auf die große Uhr über dem Eingang. „Ich bin offen für alles – außer Druck.“
Dann öffnete sich die Tür, und ein neues Wort betrat den Raum: „Not“. Klein, drahtig, mit einem entschlossenen Blick. Die anderen Singles rückten enger zusammen, um Platz zu machen, denn „Not“ war bekannt dafür, nicht wählerisch zu sein. Und wenn man Gerüchten Glauben schenken durfte, dann waren die Beziehungen in der Regel… na ja, wie soll man sagen, intensiv. Sehr intensiv.
„Ich suche jemanden,“ sagte „Not“, „der mich ernst nimmt.“
Fall stand auf. „Vielleicht… ich?“
Not musterte ihn. „Na ja, nicht die erste Wahl, aber Du wirkst stabil. Wollen wir´s versuchen?“
„Ich bemühe mich,“ antwortete Fall kleinlaut.
Ein Knistern war im ganzen Raum zu hören, als sich die beiden die Hand reichten und in eine ruhige Ecke zurückzogen.
„Glückwunsch, Notfall“, knurrte „Bauch“ und“ Schnee“ seufzte: “Notfall, das klingt sooo dramatisch. Wie schön.“
Bei aller Euphorie hatten die beiden übersehen, wie „Traum“ zu „Land“ geschlichen war.
„Wir könnten doch zusammen etwas Schönes erschaffen,“ flüsterte“ Traum“
„Land“ errötete und nickte.“ Traumland“ war geboren.
„Schnee“ fand schließlich „Mann“, der sich tapfer neben ihn stellte, obwohl er fror. „Mund“ verband sich mit „Raub“. „Wasser“ mit „Fall“, „Licht“ mit „Blick“. Viele Paarungen überraschten, alleine schon wegen ihres eigenen Klangs. Aber sie harmonierten und wurden sehr glücklich.
Die neu entstandenen Doppelworte zogen hinaus in die Welt, bereit, Sätze zu bevölkern, Gedichte zu schmücken und sich einen Platz in Gesprächen zu suchen.
Und sie alle hatten gelernt, dass sie gemeinsam viel mehr bedeuten können als alleine.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Andy Loginius am 07.07.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo Catarina, es ist eine gute Idee mit den Wortspielen. Heutzutage sind auch Dreierbeziehungen erlaubt. Zum Beispiel: Sturkopf, Eierkopf und Glatzkopf. Sonnige Grüße Andy

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