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geschrieben 2026 von Catarina (Catarina).
Veröffentlicht: 25.07.2026. Rubrik: Nachdenkliches


Ausgebucht

Angenommen, die Erde wäre ein Hotel, auf dem wir Gäste sind, dann gäbe es – wie in jedem Hotel – ein Maximalkontigent, gemessen an der Anzahl der Zimmer – sagen wir 1 Milliarde. In ferner Vorzeit handelte es sich dabei um Einzelzimmer, vor ca. 100 Jahren wurden daraus Doppelzimmer und vor 50 Jahren Vierbettzimmer. Heute stehen bereits 8 Betten in jedem Raum, oder 2 Personen teilen sich ein Bett. Möglich wäre auch, dass die Bewohner in Schichten schlafen. Fakt ist – es ist bereits eng und wird jedes Jahr enger.

Viele Menschen verbrauchen viele Ressourcen und viel Platz für Wohnraum und Infrastruktur.

Ein verantwortungsvoller Hotelier würde sagen: „Wir sind ausgebucht“. Skrupellose Hotelbetreiber sind der Meinung:“ Das geht schon“.

Jeder möchte Duschen und Baden, aber die Wasserknappheit, die durch die Bevölkerungsexplosion und den Klimawandel verursacht wurde, erlaubt diesen „Luxus“ nur noch zweimal pro Woche.

Die „Gäste“ die zuerst am Buffet sind, werden satt und lassen sogar noch Reste retour gehen. Aber viele – viel zu viele – gehen mit leeren Mägen zu Bett.

Wer an der Rezeption abgewiesen wird, verschafft sich Zutritt über die Hintertür.
Das Schild „Ausgebucht“ findet keine Beachtung.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Andy Loginius am 25.07.2026:

Hallo Catarina,
es ist eine bildliche Darstellung unseres Daseins. Aber sollte man die Menschen dezimieren, oder kastrieren? Sollte man vielleicht ein Beispiel von China nehmen? Dort sind nur ein, eventuell zwei Kinder pro Ehepaar erlaubt.
Gern gelesen
Ein Gruß voller Hoffnung
Andy




geschrieben von Catarina am 25.07.2026:

Lieber Andy
man hat in Deutschland / Europa den Geburtenrückgang ohne Kastrierung und auch ohne Dezimierung erreicht. Es brauchte auch kein Gesetz, wie in China. Das Zauberwort heisst "Aufklärung" und "Verhütung". Ich habe die beeindruckende Biografie von Jehan Al Sadat gelesen, die sich zu Lebzeiten von ihrem Mann leider vergeblich für diese beiden Dinge in Ägypten eingesetzt hat. Oder, wenn ich an Spanien denke, wo Frauen bis in die 80er Jahre nur mit einer schriftlichen Genehmigung des Mannes die Pille verschrieben wurde. Ledige Frauen hatten Pech. Seitdem Frauen selbstbestimmt über ihre "Reproduktionsquote" bestimmen können, hat sich die Geburtenrate halbiert.




geschrieben von Phoberos am 26.07.2026:
Kommentar gern gelesen.
Liebe Catarina,

vielen Dank für deinen Text. Es lohnt sich wirklich, über dieses Thema nachzudenken.

Einen Gedanken möchte ich noch ergänzen: Nach den aktuellen Prognosen der UNO wird die Weltbevölkerung voraussichtlich um das Jahr 2080 mit rund 10,3 Milliarden Menschen ihren Höchststand erreichen. Bis 2100 wird bereits wieder mit einem leichten Rückgang gerechnet. Das ist sicher keine ideale Entwicklung, aber immerhin eine, auf die sich Gesellschaften langfristig einstellen können.

Für mich stellt sich deshalb zunehmend die Frage, ob künftig nicht weniger die reine Anzahl der Menschen das größte Problem sein wird, sondern vielmehr der Umgang mit Ressourcen und deren gerechte Verteilung.

Liebe Grüße
Martin




geschrieben von Catarina am 27.07.2026:

Hallo Phoberos
danke, für Deine Rückmeldung zu meinem Text. Deine Anmerkung ist berechtigt. Es ist nicht nur Bevölkerungszahl sondern auch das Anspruchsdenken der Erdenbürger, das das Fass zum Überlaufen bringt. Es reicht, wenn wir uns anschauen, wie viele Autos vor 50 Jahren auf unseren Straßen unterwegs waren und wieviele es heute sind. Handys, Wohnraum pro Person ect. Aber wer will schon leben, wie vor 50 Jahren?
Viele Grüße
Catarina

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