Veröffentlicht: 13.08.2026. Rubrik: Lyrisches
Dankbarkeit
Kohlenkeller – Ruß schwärzt ihren Körper ein,
zeichnet in Aderverästelungen und wühlt in Gedärmen.
Keuchen, weinen, sich wälzen –
stille liegen.
Der Mond scheint aufs Lager –
und mit ihm rieselt feines Gold auf gehobelte Haut
und dringt ein ins innere Herz.
Nacht.
Sie spürt Dankbarkeit.
Obwohl es so manches zu tragen gilt,
ist diese von dunkelblauer Farbe,
während anderswo
dasselbe Gedärm –
dieselbe Nacht
schwarz färbt.
Ein Luxus, in einem reichen Land geboren zu sein,
und doch, vermutlich auch bei schwarzer Nacht
wird die mondsuchende Seele
die blaue Stunde entdecken.
Durch Gold,
das fein hinunterrieselt.
Dankbarkeit.
Was sie Wertvolles in ihrem Köfferchen des Wissens trägt,
es musste nicht unbedingt gut sein,
dass es gut war – es war schon gut –
wenn es erträglich war.
Und doch, wenn die Nacht auch hierzulande
ihre Augen einmal schwärzte,
so wusste sie,
war da eine Gegenwart
von Schutz und Güte,
die Sterne in diese senkte bei Dunkelheit
und ihre Nacht und Innenwelt so wieder zu
tiefseeblau bewegten Ozeanen aufschwingen ließ.
Dankbarkeit.
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