Veröffentlicht: 25.08.2026. Rubrik: Nachdenkliches
Der Glücksbringer Aktion-August
Der Glücksbringer
Eine Verletzung am Fuß meines Sohnes, brachte mich als gute Mutter dazu, ihm jeden Morgen sein Frühstück ans Bett zu bringen.
So blieb dem Jungen das Treppensteigen wenigsten einmal am Tag erspart.
Bei dieser Gelegenheit, erzählte ich ihm eines morgens, dass ich in der Küche das Fenster putzen wolle, was ihm natürlich nicht sonderlich interessierte.
Ich hingegen ärgerte mich daran, dass man bevor man überhaupt mit dem Putzen beginnen konnte, zunächst alle Sachen, die sich auf der Fensterbang angesammelt hatten, wegräumen musste. Dabei handelte es sich nicht nur um meine Blumen, sondern auch um ein
Rätzel Heft mit Stift meines Sohnes, sowie die Zeitung meines Mannes.
Dann stand da noch „Diese,“ von der Freundin meines Sohnes, abstrakte, selbstgebastelte, für mich undefinierbare Figur,- die ihm Glück bringen sollte.
Mit diesem guten Stück, musste ich jetzt natürlich sehr vorsichtig umgehen.
Außerdem haben dort auf der Fensterbank, nachdem ich meinen Mann gebeten hatte, seine Hosentaschen zwecks dringend anstehender Reinigung dieses Kleidungsstückes, zu entleeren,- auch noch einige rostige Nägel, sowie einen Handwerker Bleistift mit Zollstock, ihren Platz gefunden.
Sonst klappte alles sehr gut, allerdings gab es durch das öffnen des Fensters ein Missgeschick, in dem eins meiner Blumen mit samt Topf scheppernd zu Boden viel. Darüber erschrak ich mich so, dass mir ein schrei entwich. Kurz darauf, erklang dann dieses wehleidige lautes
„Mama, mein Engel,“ von oben durch den Flur.
Mein erster Gedanke war, dass mein Sohn dachte, ich wäre von der Trittleiter gestürzt, und hätte mich dadurch verletzt. Um diesen Irrtum aufzuklären, lief ich zu ihm.
Ein bisschen blass um die Nase, saß er Kerzengerade im Bett. Liebevoll nahm ich ihn in die Arme, und sprach, Alles gut keine Sorge „mir,“ ist nichts passiert.“
„Dir?“
„dir doch nicht!“ klang es mit einer gleichgültigen Stimme durch den Raum.
„doch was ist mit dem Engel, von Lisa?“
Das war ihm wohl wichtiger.
Lautlos setzten sich meine Gehirnaktivitäten in Fahrt, wobei sich zweimal ein „Aha,“- „Aha“ meldete.
Das erste „Aha“ galt den Namen: „Lisa,“ also der Name der Freundin meines Sohnes, die mir bislang noch nicht mitgeteilt wurde. Jetzt wusste ich es.
Das zweite „Aha“ galt wohl oder übel, der undefinierbaren Figur auf der Fensterbank, denn dieses, war wohl ein Engel, der trotz seines Aussehens, auf Wunsch meines Sohnes, den Weg zu uns in die Küche gefunden hatte.
So kam ich zu dem Schluss, dass dieser wehleidige Schrei,
„Mama mein Engel.“ Nicht mir galt, sondern dem Glücksbringer.
Das nannte man dann wohl, eine
Eindeutige – zweideutige Äußerung.
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