Veröffentlicht: 31.08.2026. Rubrik: Unsortiert
Fischköpfe à la carte
Sie unterhöhlte die Gräten und warf das Fleisch in den siedend heißen Kessel auf der Feuerstelle. Die Brühe gab keinen Laut von sich. Dafür war der Fetzen zu klein gewesen. Doch als sie nach vielen Untergrabungen nach dem Gut des Fleisches den Kessel weiter gefüllt hatte und ihre Fingerkuppen rot vor Kälte und Pulen waren, erkannte man beim Rühren nun deutlich im Kessel, wie neben Fisch und Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und ab und an sehr flüchtig ein kleines Stück Knoblauch aufblitzte.
Es war Markus’ Idee gewesen, sich hier an den Stand zu stellen. Sie hatte gelacht, als sie sich beim Zurechtmachen für ihre Garderobe in drei Röcke geschält hatte, doch zusammen mit dem einfachen und doch starken Mieder, dem Oberteil und der Stola, der Haube auf dem Kopf, Strümpfen und Stiefeln, war ein ganz schönes Gewicht zusammengekommen. Kurz war ihr nach Aufgeben. Aber ach was, hatte sie vor einem Jahr ihre Hochzeit mit Markus auch nicht überstanden, den ganzen Tag in einem sündhaft schweren Kleid? War das so viel Unterschied?
Es war. Die Stoffe heute waren viel leichter als das historische Kostüm, welches sie nun für diesen Original der Zeit nachempfundenen Markt anhatte.
Sie trug die Fischköpfe zusammen, trennte sie von den Gräten und warf sie dem nächsten hungrig dreinblickenden Hund vor die Füße. So würde der Hund glücklich und satt und die Besitzer wollten vielleicht ihren Eintopf kosten.
Sie hatte zu Hause in ihrem Grundstück Innenhof einige Testversuche für das Kochen im Kessel unternommen, sodass sie sich nun einigermaßen sicher war, dass der Eintopf nun schmeckte.
Der Mittag ging in den Nachmittag über, der Nachmittag in den Abend.
Einige probierten einen Löffel vom Fischeintopf, doch eine Schale aßen die wenigsten.
„Es war zu fad“, sagten sie, „üb noch ein bissl, Madl, und mach dir nichts draus, nächstes Jahr ist wieder Markt“, und sahen sie mitleidig an.
Wer aber nun zuhauf ihre Kunden waren, waren die Hunde.
Und während die meisten widerwillig mit ihren Herrchen und Frauchen weitergingen, war ein Streuner unter ihnen wohl gewesen, ein zotteliger kleiner Geselle, angeschnittenes Ohr, aber längst verheilt.
Er aß gierig alle Fischköpfe, die sich boten, und als er satt war und sie den Stand abbauten, sprang er mit einem Satz ins Auto und fuhr mit ihnen heim.
Autorin: Von Gott inspiriert, von mir, Silla/Herbstsonne, niedergeschrieben.
Meine Geschichten sind auf Rechtschreibung und Grammatik geprüft, mit Unterstützung von ChatGPT.
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