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geschrieben 2026 von Tantalos (Tantalos).
Veröffentlicht: 23.09.2026. Rubrik: Menschliches


Björn muss an Götz denken

Björn übernahm nach dem Tod seiner Großeltern deren Haus mit Garten. Er erinnerte sich zum Beispiel daran, wie nach der jährlichen Blüte der Dahlien deren Knollen zur Überwinterung ausgebuddelt, in Kartoffelkisten verpackt und im Keller gelagert wurden. Aber nun war niemand mehr da, der sich für dieses „Gemüse“ interessierte. Auch Björn hatte kein Interesse am Garten.

Was soll ich mit den Knollen machen, fragte er sich. Wegwerfen? Nein, die Großeltern würden sich im Grab rumdrehen. Behalten? Nein, sein Desinteresse an Gartenarbeit sprach dagegen. Aber ihm kam ein Gedanke. Ich kann ja Freunde ansprechen; die hatten Gärten mit Blumen. Vielleicht nahmen die ihm die Dahlien ab?

„Ach nö, Dahlien mag ich nicht. Vielen Dank aber trotzdem.“
„Nö, ich habe keinen Platz mehr; mein Garten ist schon voll.“
„Nö, ich habe eine Allergie gegen bestimmte Pflanzen, speziell Dahlien.“
„Welche Farbe haben die? Rot? Nö, das ist die falsche Farbe. Hast du keine gelben?“
„Nö, ich bevorzuge eine andere Sorte Dahlien.“
„Nö, wir fahren bald in Urlaub.“
„Nö danke, unser Garten wird nämlich derzeit umgestaltet.“
„Nö, die Sorte habe ich schon.“
„Nö, im Prinzip gerne, aber ich habe es im Rücken und kann mich nicht richtig bewegen.“

Jetzt reichte es Björn. Nach diesen „überschwänglichen“ Reaktionen musste er an die berühmte Aussage des Götz von Berlichingen denken und schüttete am nächsten Morgen die noch vorhandenen Dahlienknollen in die Grüne Tonne. Er dachte genervt daran, den Garten zu asphaltieren und grün anzustreichen.

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