Veröffentlicht: 28.09.2026. Rubrik: Unsortiert
Diese Geschichte wurde vom Autor als ganz oder überwiegend mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt gekennzeichnet.
H. macht Karriere
Eine deutsche Berufungsgeschichte
H. wusste schon als Kind, dass er Menschen nicht mochte.
Nicht einzelne Menschen. Das hätte er für eine sentimentale Einschränkung gehalten. Er mochte Menschen grundsätzlich nicht. Sie waren laut, verlangten Dinge, standen im Weg und stellten Fragen, deren Antworten sie anschließend nicht interessierten.
In der Schule zeigte sich früh, dass H. über durchaus ausreichende geistige Fähigkeiten verfügte, jedoch keinerlei Neigung, sie unnötig einzusetzen. Er verließ die Realschule mit einem Abschluss, den sein Klassenlehrer als „angesichts seiner Möglichkeiten enttäuschend“ bezeichnete.
H. empfand das als gelungenes Verhältnis von Aufwand und Ertrag.
Seine Eltern bestanden allerdings darauf, dass er einen Beruf ergriff.
Also setzte H. sich eines Abends hin und überlegte, welche berufliche Tätigkeit zu ihm passen könnte. Bei seinen Recherchen stieß er auf Statistiken über Personenunfälle im Schienenverkehr. Sie interessierten ihn unerwartet lange. Besonders aufmerksam studierte er die Angaben darüber, wie häufig Lokführer im Laufe ihres Berufslebens mit solchen Ereignissen konfrontiert wurden.
Am nächsten Morgen teilte H. seinen Eltern mit, er habe sich für eine berufliche Laufbahn entschieden.
Er wolle zur Eisenbahn.
Seine Eltern waren erleichtert.
Noch während der Ausbildung zum Triebfahrzeugführer begann H., seine Recherchen zu verfeinern. Bestimmte Streckenabschnitte erwiesen sich als auffällig. Auch Wochentage, Jahreszeiten und Uhrzeiten schienen nicht völlig gleich verteilt zu sein.
H. spezialisierte sich.
Unter seinen Kollegen galt er bald als außerordentlich hilfsbereit. Wenn jemand nach einem Personenunfall einige Wochen nicht fahren konnte, übernahm H. dessen Schichten.
„Mach dir keinen Kopf“, sagte er dann.
Einem Kollegen, der nach einem Vorfall kaum noch schlafen konnte, versicherte er:
„Du kommst schon wieder auf die Beine.“
Wenn ein Kollege nach dem zweiten Vorfall innerhalb eines Jahres für längere Zeit in psychiatrische Behandlung ging, übernahm H. sogar ganze Wochen.
„Werd erst mal wieder gesund. Ich halte dir den Rücken frei.“
Seine Personalakte entwickelte sich ausgezeichnet.
Auch an den Unfallstellen erwies sich H. als ungewöhnlich belastbar. Während andere Lokführer zitternd neben dem Gleisbett saßen, eine Decke um die Schultern gelegt bekamen und von Notfallseelsorgern betreut wurden, fragte H. die Feuerwehr, ob er helfen könne.
Meistens durfte er nicht.
Manchmal tat er es trotzdem. Er zog dann mit behandschuhten Händen Gewebereste zwischen Schotter und Schienen hervor, sammelte auf, was der Zug einige hundert Meter weitergetragen hatte, und reichte es den Feuerwehrleuten. Dabei wirkte er weder aufgeregt noch abgestoßen. Eher so, als helfe er nach einem Sturm dabei, heruntergefallene Äste von der Strecke zu räumen.
Das wurde schließlich zum Problem.
Zwei Rettungssanitätern war unabhängig voneinander aufgefallen, dass H. bei Tätigkeiten, bei denen selbst erfahrene Feuerwehrleute ausgesprochen schweigsam wurden, eine schwer erklärbare Geschäftigkeit entwickelte. Einer schrieb einen Bericht. Ein Feuerwehrmann bestätigte die Beobachtung. Der Bericht wanderte zur Bahn.
H. wurde zu einem Gespräch gebeten.
Danach zu einem zweiten.
Dann musste er zu einem Arzt.
Schließlich wurde er bis auf Weiteres vom Fahrdienst suspendiert.
„Dann sind mir also die Hände gebunden“, sagte H.
Niemand im Raum reagierte.
H. fand das schade.
Er war empört. Er hatte auf Anhieb einen Beruf gefunden, der ihm lag, den er zuverlässig und flexibel ausübte und der ihn nicht im Geringsten psychisch zusetzte – und ausgerechnet diese außergewöhnliche Belastbarkeit wurde ihm nun zum Vorwurf gemacht.
Einige Monate tat er nichts.
Dann geschah etwas, womit weder seine Eltern noch seine ehemaligen Lehrer gerechnet hätten.
H. entwickelte Ehrgeiz.
Er besuchte das Abendgymnasium. Er lernte Biologie. Chemie. Physik. Er holte das Abitur nach, diesmal mit ausgezeichneten Noten. Anschließend bewarb er sich um einen Studienplatz für Medizin.
Seine Mutter weinte, als der Zulassungsbescheid kam.
„Ich wusste immer, dass etwas in dir steckt“, sagte sie.
H. sagte nichts.
Er hielt es für besser.
Er hatte inzwischen herausgefunden, dass man nach dem Medizinstudium Facharzt für Psychiatrie werden konnte.
Und während seine Kommilitonen noch darüber sprachen, ob sie später einmal Kinderarzt, Internistin, Radiologin oder Chirurg werden wollten, wusste H. längst, wohin er wollte.
In die Forensik.
Zum ersten Mal in seinem Leben hatte H. einen langfristigen Karriereplan.
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