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2xhab ich gern gelesen
geschrieben von Butterblume.
Veröffentlicht: 05.10.2026. Rubrik: Unsortiert


Die Hochebene

Die Hochebene

Der Anstieg zum Gipfel ist beschwerlich, sehr anspruchsvoll.
Über 1000 Höhenmeter werden wir am heutigen Tag zurücklegen. Deshalb teile ich mir meine Kraft gut ein.
Sie läuft schnell voraus. Ich sehe sie nicht mehr. Plötzlich ein Schrei.
Komm, bitte komm schnell zu mir, ruft sie sehr laut.
Panik macht sich in mir breit, hoffentlich ist ihr nichts zugestoßen.
Naja, wir laufen schon eine Weile ein paar Meter auseinander.
In den Bergen sollte jeder sein eigenes Tempo gehen, so sagen es die Bergführer.
Jetzt erkenne ich sie oberhalb des schmalen Weges.
Sie hält sich die Hände vor ihren Mund.
Offensichtlich hat sie etwas entdeckt.
Meine Schritte werden schneller.
Schweißgebadet stehe ich ihr nun auf Augenhöhe gegenüber.
Aufgeregt und mit einem Leuchten in ihren blauen Augen sagt sie:
„Siehst du sie?
Natürlich sehe ich die Spitzen des Ortlers.
Nein, das meine ich nicht.
Was soll ich denn sehen?
Dort oben, ich kann sie deutlich erkennen.“
Noch immer weiß ich nicht, was sie mir zeigen möchte.
Blitzartig rennt sie über Steine und Wurzeln.
Mir fällt es schwer, ihrem Tempo zu folgen. Außer Puste erreiche ich sie auf der grünen Hochebene.
Ein paar Tränen kullern ihr über ihr gebräuntes Gesicht.
Sie zeigt mir das, was ich nicht erkannt habe. Dabei fällt sie mir um den Hals und schluchzt:
„So etwas habe ich mir schon als Kind erträumt.“
Viele Jahrzehnte hatte ich es vergessen.
Auch mich beeindruckt dieser Anblick. Wow, so etwas hatte ich vorher auch noch nie gesehen.
Was für eine riesige Schaukel, eine sogenannte Himmelsschauckel, welche hoch oben über Südtirol thront.
Und schon sitzt sie auf dieser Schaukel. Sie schaukelt den Himmel hinein.
Sie schwingt auf und ab.
Es ist beruhigend, sie so zufrieden zu sehen. Ihren Blick hat sie fest auf den Himmel gerichtet.
Hier oben auf dem Berg ist es ganz still. Der Wind weht die Wolken ganz sanft hin und her. Ruhig und gleichmäßig ziehen sie am Himmel entlang.
Mit weicher Stimme sagt sie:
„Hörst du, ich bin so glücklich.“
Hier oben bin ich meinem Vater etwas näher. Später werde ich für ihn in der Kirche eine Kerze anzünden.
Das ist eine gute Idee, sage ich mit einem Kloß im Hals.
„Komm, fliege mit mir in den Himmel“, haucht sie mir zu.
Dies würde ich sehr gern. Dabei zeige ich ihr die dunklen Wolken:
„Sie werden in etwa einer Stunde hier sein, dies sagt die Wetter-App. Unser Abstieg wird beschwerlich sein, lass uns diesen Moment in Erinnerung behalten.
Wer weiß, vielleicht kommen wir ja zu einem anderen Zeitpunkt hierher zurück".
Und weil sie keine Wolke ist, fällt sie sanft mit beiden Füßen zurück auf den Boden.
Es bedarf keiner Worte, um zu erkennen, wie dankbar sie ist.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Herbstsonne am 05.10.2026:

Da hast du mein Nervensystem die erste Hälfte des Textes ganz schön dran bekommen liebe Butterblume, Alarm, Alarm, welche Frau liegt da unten mit allen Gliedmaßen von sie gestreckt? Gut geschrieben. Liebe Grüße 🌺☀️

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