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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2025 von Catarina (Catarina).
Veröffentlicht: 11.10.2026. Rubrik: Abenteuerliches


Der Jagdaufseher und der Lausbub

Es war einmal ein Lausbub, dessen liebster Spielplatz der riesige Wald um Kraftsolms war. Er hatte von seinem Vater gelernt, worauf er achten muss, damit ihm nichts passierte und wo er welche Tiere beobachten konnte. Als er wieder einmal auf Entdeckungstour unterwegs war, sah er das geparkte Auto des Jagsaufsehers und ging zu dem Fahrzeug, wo ihm sofort das Jagdgewehr auf dem Beifahrersitz auffiel.
„Na so was !“, dachte er und schaute sich suchend um, ob der Besitzer der Waffe in der Nähe zu sehen war. Es war mux Mäuschen still – nichts zu hören und niemand zu sehen. Vorsichtig probierte er, ob das Auto verschlossen war und – siehe da – die Beifahrertür ließ sich öffnen.
„Au weia !“ dachte der Knabe und wie es sich für einen richtigen Lausbub gehört, hatte er auch sofort eine Idee, wie er dem Jagdaufseher einen Streich spielen und gleichzeitig eine Lektion erteilen konnte. Er öffnete leise die Autotür, nahm das Gewehr und lehnte es an einen Baum. Er selbst versteckte sich im Gebüsch und wartete, dass der Jagdaufseher zurückkam. Nach einer gefühlten Ewigkeit – denn der Junge war es absolut nicht gewöhnt lange Zeit still zu sitzen – hörte er Schritte und sah auch schon bald den Waffenbesitzer, der sich seinem Auto näherte. Der öffnete die Fahrertür, setzte sich gemächlich auf den Fahrersitz und noch bevor die Wagentür wieder schließen konnte, sprang er aus dem Auto heraus, als ob er sich auf einen Haufen Waldameisen gesetzt hätte. Seine Gesicht hatte sich beängstigend, dunkelrot gefärbt. Hastig riss er eine Aurotür nach der anderen und den Kofferraumdeckel auf, schaute auf und unter die Sitze, aber das Gewehr war und blieb verschwunden. Er raufte sich die Haare und lief im Kreis, aber auch das brachte ihn auf keine plausible Idee, wo sein Gewehr sein könnte.
Der Lausbub hatte sich bereits die Lippe blutig gebissen und beide Hände auf den Mund gepresst, denn er amüsierte sich köstlich und befürchtete, dass er sich und sein Versteck durch ein lautes Lachen verraten könne. Sein Durchhaltevermögen wurde, nach einer gefühlten Ewigkeit, damit belohnt, dass er beobachten konnte, wie der Blick des Jagdaufsehers auf genau den Baumstamm fiel, an den das Gewehr gelehnt war. Erleichtert hob er die Waffe auf, lief damit zu seinem Fahrzeug und fuhr von davon.

Auch wenn es nicht überprüft wurde, so kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass er nie mehr ein Jagdgewehr an einem unbeaufsichtigten Ort und frei zugänglich abgestellt hat.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Rautus Norvegicus am 11.10.2026:
Kommentar gern gelesen.
Da hat der Lausbub dem Jagdaufseher eine Lektion erteilt😄

🐀




geschrieben von Catarina am 11.10.2026:

Lieber Rautus,
der Lausbub ist inzwischen ein Rentner, der sich bis heute köstlich über den Streich amüsiert.
Der Jagdaufseher war der Bruder meines Vaters.
Viele Grüße
Catarina

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