Veröffentlicht: 29.10.2026. Rubrik: Satirisches
Ich dachte…
(das tut sicher manchem weh) dass diese Zeiten. wo man am hellerlichten Tag überfallen wird, außer im amerikanischen oder russischen Machtbereich schon lange der Vergangenheit angehören.
Da kann man sich sicherlich vorstellen wie groß, gleich nach dem gestrigen Frühstück, meine Überraschung war als mir aus meinem Bücherzimmer ein ältlicher Freibeuter entgegensprang mit gezücktem langen, ziemlich verrosteten. Stich- und Hiebwerkzeug. Er trug auch eine Augenklappe und hatte ein Holzbein dabei als wolle er damit sagen "man kann ja nie wissen". Dabei stieß er den Ruf aus „Süßes oder Saures“. Das verblüffte mich noch mehr. Zum einen dachte ich nicht, dass bei der Piraten AG noch Senioren eine Anstellung erhalten, wenn überhaupt dann vielleicht halbtags oder im Ehrenamt, was weiß ich und zudem Martini erst im nächsten Monat ist. Normalerweise schicken die Bedürftigen oder Leute, die einfach mal wieder machen wollen, ihre Kinder vor, ne aber och!
Jedenfalls klärte ich ihn über Terminverwechslungen auf und gab meiner Verwunderung Ausdruck, dass man solche Alten raus zum Schnorren schickt. Da brach der Besucher zusammen und benässte unser teures Laminat mit heißen Altmännertränen. Zum einen war sein Handy nebst elektronischem Kalender (Merks) ins WC gefallen und er hatte gleich, automatisch sozusagen, nachgespült. Weiterhin betrübte ihn zutiefst, dass man ihn wieder mal an sein Alter erinnerte. Und ich glaube der hatte sich die ganze Aktion auf der Weltbühne bei Putin und Trump abgeguckt und wollte eben auch einmal. Zum Glück ging die ganze Sache vorn Boom (daneben) und nachdem ich ihn ausgiebig getröstet hatte über die Unfairness der Welt, der Zeit und sonstigem, geleitete ich ihn hinaus. Zum Glück nieselte es da draußen nur noch. Dies war vor einer Stunde noch ganz anders. Da schüttete es wie aus Eimern.
Zur Beruhigung aller, die diesen Text zu Gesicht bekommen, ich habe mir die ganze Angelegenheit ausgedacht, aber was tut man nicht alles als Rentner wegen Zeitvertreib und so.
(O.R.F.)
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Geschichte Nummer 11206



