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geschrieben von Pierre 64.
Veröffentlicht: 06.11.2026. Rubrik: Unsortiert


Popey und Albert Einstein

Die MS Makrele lag ruhig im zeitlosen Raum, während Kapitän Popey – ein stattlicher Birmakater im makellos weißen Kapitänsanzug, die goldene Schirmmütze keck zwischen den Ohren platziert – nachdenklich an seiner (natürlich kalten) Pfeife kaute.

Sein schneeweißes Schiff war kein gewöhnlicher Kutter. Dank des modifizierten Zeitantriebs, den ihm kein Geringerer als Daniel Düsentrieb in die Schiffskajüte eingebaut hatte, konnte Popey quer durch die Epochen segeln. Das Messing-Armaturenbrett des Genies aus Entenhausen summte leise, während die Zeiger auf das Jahr 1905 eingeloggt waren.

Am hölzernen Kajütentisch saß ein sichtlich frustrierter Albert Einstein. Der junge Physiker raufte sich die ohnehin schon wilden, grauen Haare. Vor ihm lag ein Haufen beschriebener Zettel, auf denen Gleichungen wie E=mc² halb fertig im Raum standen.

„Es ergibt einfach keinen Sinn, Kapitän!“, seufzte Einstein und stierte auf den Kompass der MS Makrele. „Wenn die Lichtgeschwindigkeit konstant ist, dann muss sich die Zeit verbiegen! Aber mein Verstand weigert sich, den letzten Schritt zu tun. Meine grauen Zellen sind wie blockiert.“
Popey schnurrte tief und strich sich mit einer weißen Pfote über den goldbestickten Ärmel seines Kapitänsrocks. „Keine Sorge, Kumpel Albert“, sagte der Kater mit rauer, aber herzlicher Stimme. „Wenn der Wind flaut und die Gedanken festsitzen, hilft nur eins: Schiffsverpflegung!“

Mit einem geschickten Sprung stand Popey am bordeigenen Herd. Er angelte eine staubige, grüne Dose aus dem Vorratsschrank. Das Etikett war simpel: Spinat.

Mit der geübten Kralle eines erfahrenen Seebären schlitzte er die Dose auf und kippte den Inhalt in einen dampfenden Topf. Er rührte dreimal links, zweimal rechts, schmeckte das Ganze mit einer Prise Meersalz ab und verfeinerte die Suppe mit einem kleinen Schuss Katzenminze für das gewisse Aroma.

Als Popey die dampfende Schüssel vor den Physiker stellte, stieg ein tiefgrüner, beinahe magisch leuchtender Dampf auf.
„Probier das, Albert. Das bringt den Motor im Oberstübchen wieder auf Touren!“, miaute der Kapitän stolz.

Einstein, der den seltsamen Gerüchen des Meeres ohnehin hilflos ausgeliefert war, nahm den Löffel und nahm einen großen Schluck der Spinatsuppe.

Was dann geschah, ging in die (geheim gehaltene) Geschichte der Physik ein.

Einsteins Augen weiteten sich. Die Suppe traf seine Geschmacksknospen wie ein Quantensprung. Das im Spinat enthaltene Eisen, gepaart mit Popeys maritimer Geheimzutat, zündete eine Kettenreaktion in Alberts Gehirn. Seine Synapsen feuerten wie die Kolben der MS Makrele unter Volldampf.

„Das… das ist es!“, rief Einstein aus. Er starrte auf die Suppe, in der ein schwimmendes Stückchen Butter langsam im Kreis driftete. „Die Raumzeit ist wie diese Suppe! Sie ist nicht starr, sie krümmt sich unter der Masse!“

Er griff nach seiner Feder und begann in rasender Geschwindigkeit zu schreiben. Die relative Bewegung des Schiffes im Zeitstrom Düsentriebs, das Leuchten des Spinats – alles ergab plötzlich ein perfektes Ganzes.
„Raum und Zeit sind eins! Sie hängen vom Betrachter ab! Popey, deine Suppe hat die Realität… nein, die Relativitätstheorie gelöst!“

Popey lächelte breit, strich sich die Uniform glatt und tippte an seine Kapitänsmütze. „Ich wusste doch, dass mein Spinat den richtigen Impuls liefert, Kumpel.“

Als Einstein glücklich und mit vollendeten Notizen wieder in seiner Berner Amtsstube abgesetzt wurde, blieb die MS Makrele noch einen Moment im Zeitstrom liegen. Popey warf den Düsentrieb-Antrieb wieder an und setzte Kurs auf das nächste Abenteuer.

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Geschichte Nummer 11313

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