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geschrieben von DER WORTKOTZER.
Veröffentlicht: 13.01.2020. Rubrik: Fantastisches


DER WIND UND DAS LICHT

Einst zogen die Ewigkeiten über das unwirkliche und kalte, von einer undurchdringlichen Dunkelheit durchflutete Land, zusammen mit ihrem ständigen Begleiter, dem Wind.
Der Wind aber, ehemals ein wilder starker Sturm, war mit der Zeit alt, grau und gebrechlich geworden. Gebückt und gestützt auf einem letzten Rest von Hoffnung, schlich er seither unaufhaltsam, unbeachtet und leise dem erbarmungslosen Winter seiner Zeit entgegen. Irgendwann, so wusste der Wind, irgendwann würde er mit den Ewigkeiten nicht mehr mithalten können und zurück bleiben.

Dabei wäre er doch so gerne ... . So gerne noch einmal ... .

Und wie der Wind gerade in Gedanken versunken und voller Träume durch die Vergangenheit wehte, schlugen plötzlich überall um ihn herum der Himmel Wächter Boten ein. Der Wächter Boten waren lange, messerscharfe, unwirklich zuckende, glühend heiße und schrill schreiende Fratzen die alles vernichteten was ihnen zu nahe kam. "Auch das noch", seufzte der Wind leise, schloß traurig seine Augen, sah gerade noch wie die Ewigkeiten in der Ferne verschwanden und wartete einsam und allein auf sein Ende. Er hatte einfach keine Hoffnung und somit auch keine Kraft mehr, um noch einmal gegen der Wächter Boten aufzubegehren.
Doch wie er da so verharrte, schien sich irgend etwas um ihn herum zu verändern! Träumte er? War es vielleicht schon vorbei mit ihm? Denn es war plötzlich ganz still geworden! Fast war es ihm, als spürte er so etwas wie Wärme, wie Helligkeit in sich aufsteigen. Hoffnung konnte so wundervoll aber auch so furchtbar sein!
Und wiederum tat sich Überraschendes. Die tödlichen Boten hatten sich zurückgezogen um in der Ferne gemeinsam mit geballter Kraft ein tiefes Loch in die alles verschlingende Finsternis zu reißen. Doch die Finsternis begehrte auf. Wehrte sich mit aller Kraft. Windete sich hin und her, zog sich in ihr Innerstes zurück um sich im selben Moment wieder aufzublähen und schickte ein tiefes, angsteinflößendes Knurren über das Land. Nichts aber half! Und aus dem tiefen Knurren wurde ein zorniges Gebrüll. Bis der Himmel Wächter ihr Ziel erreicht hatten. Erst waren es nur ein paar winzige Punkte. Dann aber schoss ein leuchtend heller Strahl durch der Finsternis tödliche Wunde und traf direkt auf den immer noch am Boden kauernden Wind. Licht!? Ungläubig öffnete dieser die Augen. Und je mehr ihn die Wärme erfüllte um so größer und kräftiger wurde er. Sogar die Ewigkeiten waren zurückgekehrt ob des eigenartigen Geschehens. Die Finsternis aber ward geschlagen. Ihr jämmerliches Klagen am Ende des Horizonts war das Letzte was man von ihr vernahm. Und der Himmel weinte. Und aus seinen Tränen des Glücks entstanden Bäche, Flüsse, Seen und Meere. Und das von Trockenheit zerrissene Land wurde mit einem saftigen, lebenspendenden Grün überzogen. Endlich von den Ketten der Finsternis befreit, zogen sich die Ewigkeiten zurück und verließen demütig das Land.

Der Wind und das Licht aber wurden beste Freunde und ziehen bis heute durch die Zeit.


ENDE

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