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geschrieben von Kniff.
Veröffentlicht: 03.03.2020. Rubrik: Nachdenkliches


Die Primel am Rande

Das erste mal aufmerksam wurde ich September 2018.
Das war ganz merkwürdig, denn wann immer ich mal schaute, lief sie da.
Das verwunderte mich so sehr, weil es mir so unwahrscheinlich vorkam, nicht einmal mehr mit Zufall erklärbar.
Also beschloss ich mir das genauer anzuschauen, zu beobachten, vielleicht läuft sie ja zehnmal am Tag vorbei.
Natürlich passierte nichts, ich wartete aber sie kam nicht.
Ich vergaß es wieder aber nur ein zwei Tage bis es sich wiederholte. Ich schaute zufällig, sie lief.
Aber nicht nur, da war eine Bewegung, kein Blick zu mir und doch kam es mir so vor als wenn meinetwegen.
Huch, dachte ich, kann das sein und wenn ja wie lange schon? Und wie schön sie ist.
Ist ihr aufgefallen, dass auch ich sie betrachte. Eigentlich ja nur aus Neugier zuerst, aber nun zunehmend auch aus Interesse.
Ich wollte nicht heimlich, ich dachte wenn sie merkt wie ich sie betrachte, dann wird ihr das schnell zu viel aber so war es nicht.
Mir schien, sie hatte nichts dagegen. Und mir? Zuerst gefiel es mir einfach aber dann fehlte es mir sogar.
Ich fing an mich darauf zu freuen. Ich merkte dass es mir gut tat, vorher, während und danach.
Und ich merkte, dass ich schlechte Laune hatte, wenn ich sie mal verpasste oder sie selbst nicht gut drauf war.
Die Woche vor Weihnachten wollte ich ihr was schenken. Eine Woche jeden Morgen mit ihr Tee trinken. Draußen. Egal wie kalt. Etwas besonderes geben.Da sein.
Ich schenkte auch mir was damit und vor allem, auch damit verschreckte ich sie nicht.
2019 dann pflanzte ich eine rote Primel. Weil sie darin so besonders schön aussah. Dass sie das versteht, nur für sie, das fühlte ich, vorher und auch nachher.
Wie aufmerksam sie war. Dass sie es mir dankte, in Ihrem Rot war für mich nahezu unfassbar. Sie ist ein unglaublich sensibler und feinfühliger Mensch.
Plötzlich aber war die Primel weg und ich verstand nicht. Erst dachte ich Zufall, pflanzte sie neu, damit sie das nicht missversteht und meine, ich hätte.
Dann dachte ich vielleicht doch kein Zufall, sie wollte mir was sagen damit, also pflanzte ich noch mal um.
So wurde ich zur Primel am Rande und fühlte mich doch wohl damit, denn ich wurde nicht durch etwas besseres ausgetauscht, sondern war auch weiter für sie da.

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