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3xhab ich gern gelesen
geschrieben von Michael Braun.
Veröffentlicht: 26.07.2020. Rubrik: Persönliches


Nichts bleibt wie es einmal war

Nach vielen Jahren bietet sich mir mal wieder die Gelegenheit durch meinen alten Heimatort zu flanieren. Vorbei an den Spielplätzen meiner Kindheit, sowie die alten Wege zur Kirche und der Schule entlang. Eine Reise in meine Vergangenheit. Zurück in die späten 70er und frühen 80er Jahre.
Ein Großteil der damaligen Wege und Plätze sind heute leider zugebaut. Wo ich einst mit meiner Spielkameradin Andrea als Winnetou und Old Shaterhand "über die Prärie ritt", erhebt sich nun ein großes Einkaufszentrum. Die alten Abkürzungen durch die damals noch unbebauten Felder und Wiesen sind jetzt mit Familienhäusern zugepflastert.
Auch die alten Geschäfte sind alle verschwunden. Dort wo meine Mutter mit mir früher Schuhe kaufen ging, befindet sich heute eine von vielen Filialen einer Großbäckerei. Und der Sohn des alten Tabak- und Zeitschriftenhändlers, bei dem ich mir immer meine Micky-Mouse- und später die Perry-Rhodan-Hefte besorgte, musste vor zwei Jahren auch den Laden schließen.
In dem Viertel, das über zwanzig Jahre meine Heimat war, sind neben dem Haus meiner hochbetagten Eltern nur noch wenige Häuser im Besitz der damaligen Bewohner. Zudem sind viele der seinerzeit gleich ausschauenden Siedlungshäuser mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit umgebaut, so dass ich mir dort heute fremd vorkomme.
Nur die Kirche und der Friedhof sind sich irgendwie gleich geblieben. Doch liegen in den meisten Gräbern nun andere Tote, darunter viele, die ich einst gut kannte. Einzig und allein die heutzutage beliebt gewordenen Urnenwände sind neu hinzu gekommen.
Die schlimmste Veränderung ist aber die Tatsache, dass ich hier auch auf die Gräber von zuvielen meiner ehemals besten Freunde und Klassenkameraden stoße, die alle in den letzten Jahren von Krankheiten dahin gerafft wurden oder freiwillig aus dem Leben schieden.
Doch in meiner Erinnerung sehe ich sie wieder auf den alten Wegen zur Schule bummeln oder über die verloren gegangenen Spielplätze toben. Und ich lächele dabei.

3xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von RudiRatlos am 27.07.2020:
hat mich dazu bewegt, mal nach zu schauen, ob's die RhodanHefte noch gibt - weil ich selbst mal einen PR-Club hatte. Und siehe da: seit fast 59 Jahren am laufen. Werd ich mir mal wieder eine Ausgabe zulegen.




geschrieben von Michael Braun am 27.07.2020:
Bin letztes Jahr nach einer Ewigkeit auch wieder in die PR-Erstauflage eingestiegen. Gefiel mir ganz gut.




geschrieben von Dan Prescot am 27.07.2020:
Ich erkenne viele Parallelen, incl. der PR-Hefte;-) Mir kommt es jedoch so vor, als wenn sich alles wiederholt. Klar, die Zeit schreitet voran, alles wird schneller, aber die Schicksale gleichen den unseren Eltern und davor.




geschrieben von Michael Braun am 30.07.2020:
Stimmt, die menschlichen Schicksale wiederholen sich irgendwie.

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