Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
hab ich gern gelesen
geschrieben von Jamie Wulfers.
Veröffentlicht: 16.02.2021. Rubrik: Unsortiert


Des Vaters letzte Stunde

Es war ein gewöhnlicher sonniger und unbeholfener Tag. Ich teilte mir in unseren für die ländlichen Verhältnisse modernen und sowohl auch wohlhabenden Haus ein Zimmer mit meiner etwa 5 Jahre jüngeren Schwester. Obwohl der Platz, welches das Haus hatte, durchaus reichte um für jenen – Meiner Schwester und mich – ein gemütliches und von Platz ausreichendes Zimmer zur Verfügung zu stellen, mussten
ich und meine Schwester unseren Zimmeraufenthalt stets zu zweit verbringen. Mein Vater, welcher durchaus so gut wie jede Stunde des Tages mit bürokratischer und für unseren vermeidlich wichtigen Wohlstand stehende Arbeit verbachte bestand nämlich auf das für mich und oder meiner Schwester freistehende Zimmer. Er nutzte es als Büro. Selbstverständlich hatte er schon eines, aber ein so bedeutender Mann würde sich in Schande legen, hätte er nicht mindestens zwei Arbeitszimmer. Es sollte ja nicht der Flexibilität seiner Arbeit dien, sondern lediglich seine Mächtigkeit gegenüber uns und seinen Geschäftspartnern profilieren. Seine Geschäftspartner kamen mit einer Häufigkeit in unser Haus, die wenn man nicht unter solchen Umständen aufgewachsen ist, durchaus nervenauftreibend seien kann. Mich störte vor allem die gespielte Freundlichkeit meines Vaters. Er war keines Wegs ein Mann, den das geniehafte Vorgehen in seiner Arbeit entgangen ist. Jeden Satz entgegnete er mit einen raffinierten und von vermeidlich Verständnis gefüllten Antwortsatz.
Dabei war er ein Mann, welcher etwa so wenig Mitgefühl und Verständnis wie ein Henker mit sich brachte. Jedes einzelne Mal, wenn ich einen Fehler machte, eine Handlung, welche seinen Regelwerk wiedersprach, bekam ich Hiebe und Tritte. Dieses Regelwerk schenkte ich aus dem Grunde keine Beachtung, weil ich auch ohne Fehlverhalten eine ordentliche Tracht Prügel bekam. Meine Schwester und meine Mutter waren keines Falls davon ausgeschlossen. Ich konnte meinem Vater aufgrund all dieser Taten, die er je nach Emotionslage verübte, keine Gefühle von Liebe, welche ein Sohn seinen Vater gegenüber bringen sollte, entgegenbringen. Ich sprach jeden Tag zu Gott, betete für eine ruhige Nacht, für einen ruhigen Tag, vergeblich.
So war ich selbstverständlich auch an jenen Tag mit Berechtigung von Angst erfüllt. Von Hass erfüllt. Ich nahm die Stufen runter zur Küche, da meine Mutter mich mit Aufruf gebeten hatte, in die Küche.
Ich war nicht hungrig, das war ich selten. Ich stand vor der Küche.
Wir aßen an unseren zweit-Tisch, da unser eigentlicher Tisch meinen Vater an diesen Tag bedingt durch dessen, was meine Mutter kochte nicht angebracht war. Es roch gut, sehr gut. Meine Mutter hatte Hirschgulasch mit Semmelknödeln und einer mit unbekannten Soße gekocht. Wir saßen nun da und ich aß gezwungener Maßen meiner Schwester gegenübersitzend meine Portion. Mein Vater erzählte dies und das, er erzählte wie dieses Land nur noch eine Ansammlung von niederschlagenden Ereignissen war, er erzählte und erzählte. Meine Schwester und ich hatten kein Recht eine Beteiligung am Esstischgespräch auszuführen, zumindest nicht, wenn wir keine Frage von Mutter oder Vater zu hören bekamen. Es verging Zeit für Zeit.
Plötzlich, ein so wenig zur Aufregung anregendes Ereignis, aber für meinen Vater als Beleidigung anzunehmen. Mein Vater stand auf und schlug ruckartig, um auf sich aufmerksam zu machen, auf dem Tisch.
Er fand ein Haar. Ein Haar. Mutter stand sofort auf und entschuldigte sich mit all ihrer zwanghaften Liebe bei Vater. Dieser blickte bösartig auf sie, ganz so, als wäre sie nicht auch nur jemals für sie von Wert gewesen. Er schrie durchs ganze Haus, dass wir uns in unser Zimmer begeben sollten. Wir folgten seiner Aufforderung. Während wir in unserem dunklen und abgestorbenen Zimmer, auf dem Bett, dem Kopf mit Blick zur Decke liegend jeden Schlag und jeden, um Vergebung bittenden Schrei lauschten, wurde mir klar, dass dieser Mann nun endgültig dafür sorgen sollte, dass ich meine Kontrolle verlor. Nachdem die Ruhe der Nacht in unserer von mir verhassten Unterkunft, aus der Grundhaftigkeit, dass sie meinen Vater gehörte. Ich schlich mich in die Küche und nahm mir aus unseren Regal das größte und schärfste Küchenmesser, welches ich finden konnte. Mir tobte jeder Hass. Mir war gleich, was passiert.
Ich wollte ihn niedergehen sehen. Langsam schlich ich ins Zimmer meiner Eltern. Ich bewegte mich zu meinem Vater hin und schnitt ihn durch den Hals. Das Blut spritzte erst und verlief danach langsam und schwer, als würde es all seine Sünden mit sich nehmen von seinem Hals runter. Ich würde in die Hölle kommen, dachte ich, aber der Teufel auf Erden sei mir erspart, mir und der Welt.

hab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von Susi56 am 17.02.2021:

Hallo Jamie, ich vermute, du bist nicht ursprünglich deutschsprachig? Du verwendest leider so viele merkwürdige Formulierungen, dass ich Deinem Text inhaltlich nicht folgen kann. Dazu "verschachtelst" Du Deine Aussagen gerne, was das Verstehen noch erschwert. Meine Empfehlung wäre, es erst einmal mit ganz kurzen Sätzen zu probieren und eventuell vor der Veröffentlichung einen Muttersprachler drauf schauen lassen. Trotzdem : toll, dass du es probierst! LG




geschrieben von Jamie Wulfers am 17.02.2021:

Ich bin Muttersprachler. Ich kann ihre Verwirrung nachvollziehen. In dieser Kurzgeschichte habe ich mich bei einen meiner Lieblingsschriftsteller ´`Franz Kafka`´ bedient. Sein Schreibstill lässt bei vielen Leuten eine verwirrte Aufnahme zurück und oft wird missverstanden, was er da eigentlich schreibt. Alles gewollt. LG




geschrieben von Jamie Wulfers am 17.02.2021:

Hinzuzufügen wäre auch noch, dass ihre anderen Kommentare oftmals beinhalten, dass sie die Geschichte, welche sie gelesen haben nicht verstehen. Literatur muss kein Verständnis geben und was man liest muss nicht verstanden werden. Entweder sie lesen es oder nicht. Wenn sie immer verstehen wollen, können sie das geschriebene nicht genießen. Und Genuss ist, was die Sache hier so schön macht. Genuss zu schreiben, Genuss zu lesen.




geschrieben von Susi56 am 18.02.2021:

Ja, so gesehen...

Weitere Kurzgeschichten von diesem Autor:

Der Taxifahrer