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geschrieben 2018 von Noah (Noah).
Veröffentlicht: 25.04.2018. Rubrik: Nachdenkliches


Ein Deutschland voller Rechts

„Aufstehen“ sagte mein Bruder zu mir und schüttelte mich sanft. Na toll, es war schon wieder Montag. Das Wochenende war so schön, ich hatte keine nervigen Menschen um mich rum sondern einfach meine Ruhe. Ich zog mich an und folgte meinem Bruder in den Essensaal. Ich hatte echt keine Lust auf Schule und vor allem nicht auf den Schulweg. Ich nahm mir eine Schüssel und füllte sie mit Müsli, anschließend machte ich noch warme Milch hinein. Cornflakes - Ich lieb es einfach. Als ich gerade ein Löffel verschlang meine das heute und morgen in der Innenstadt Pegida- und Rechte Demos stattfinden werden. Na toll - Auf meinem Schulweg. - Deutschland, warum sollen wir hier leben, wir sind doch eh unerwünscht. Dank uns ist das ganze Land im Streit, dank uns geht Deutschland kaputt. Naja ich zwang mich jedenfalls zur Schule, ich musste ja lernen, schwänzen war aufjedendall keine Option. Ich ging hinaus und lief Richtung S-Bahn Haltestelle. Ein paar andere trapten mit mir Richtung S-Bahn Haltestelle, ich steckte die Kopfhörer in meine Ohren und machte das Lied „Galway Girl“ von Ed Sheram hinein. Ich hörte dieses Lied gerade andauernd. Ein paar Minuten später kam unsere Bahn. S5 - Rheinbergstraße. Wir stiegen ein, die Bahn war nicht so überfüllt wie normalerweise. Komisch, vielleicht lag es an der Demo. Nach ca. 2 Stationen, eine Ansage. Letzter Halt Marktplatz: Aufgrund einer Demo endet die Linie S5 hier. Alle strömten hinaus, ganz viele Polizisten. Ich ging weiter, nachdem ich ca. 5Minuten Richtung Südstadt gelofen bin plobte auf meine Handy eine Nachricht auf. Es war Luca, er schrieb im Klassenchat: ”LEUTEEEE!!!! HEUTE FÄLLT DIE SCHULE AUS, WEGEN SO DEMOS!!!!! 😄😄😄“. Yey - Pause tut immer gut. Ich beschloss beim zurücklaufen die Demo noch ein bisschen Anzuschauen. In der Bahn hatten bemerktenswert viele Leute das gleiche T-Shirt an. Bis zum bitteren Ende - Die Toten Hosen, sowas konnte ich entziefern. Bestimmt so ne Nazigruppe oder so. Es braute sich als ich ankam schon ein Mob zusammen. Pegida, Faschos, NPD- Banner und Flaggen sah ich im Menschengetümmel. Polizei überall. Wir sind sowas von unerwünscht hier, dachte ich traurig. Es ging los: Flüchtlinge raus! Gesänge hörte man. Der Mob zog weiter Richtung Schlossplatz. Auf einmal gab es Schreie. Bestimmt 500 Menschen stürmten auf den Nazi-Mob. Ganz viele mit diesen Shirts aus der Bahn. Sie hatten Baseball Schläger und andere Waffen dabei. Andere hatten auf ihren Shirts auch sowas wie Antifaschistische Aktion oder so stehen. Sie gingen auf den Nazi Mob ein die Polizei versuchte sie aufzuhalten, aber dafür waren es zu viele. Sie schlugen Nazis nieder, hauten auf sie ein, warfen sie um sich. Aufeinmal wurden Böller und Pyros gezündet. Es sah aus wie auf den Schlachtfelder in Syrien damals. Erinnerungen kamen hoch. Naja, jedenfalls lagen ganz viele Nazis auf dem Boden, und die Angreifer sangen sowas wie: Eure Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe! Die Polizei brachte die Situation irgendwann wieder unter Kontrolle. Ich schaute die ganze Szenen mit verstörten Augen an! Krank.. Einer mit nem Toten Hosen TShirt sah das mit mir etwas nicht stimmte und kam zu mir. Er redete mit mir mit beruhigender Stimme. Er sagte, ich brauche mir keine Sorgen machen, alles wird gut, dass nicht Flüchtlinge das Problem sind sondern die Nazis und dass die Deutschen das Problem wieder im Griff bekommen wird. Deutschland wird gegen die Nazis kämpfen!, sagte er zu mir. Zum Schluss zeigte er mir das Lied „Wilkommen in Deutschland” von den Toten Hosen und was soll ich sagen? Ich liebe es! Ich hab eine neue Lieblingsband

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Metti am 27.04.2018:

"Sie schlugen Nazis nieder, hauten auf sie ein, warfen sie um sich." ... "und die Angreifer sangen sowas wie: Eure Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe!" Gewalt gegen andere Gewalt. Wolltest Du uns hier bewusst einen Widerspruch aufzeigen oder ist das im Text einfach so passiert?

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