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geschrieben von Rottenmeier Ruby.
Veröffentlicht: 12.01.2022. Rubrik: Unsortiert


Briefe an Freud

Lieber Sigmund,

was sagt es über einen aus, wenn man mit zwei verschiedenen Schuhen aus dem Haus geht und selbst nicht merkt. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es sonst auch keiner gemerkt hat, oder vielmehr hat niemand etwas gesagt. Dir würde es hier gefallen, da bin ich mir sicher, ein Eldorado der Psychos, wie man so schön sagt.
Eine Kollegin von dir würde jetzt sagen, ein Potpourri der psychischen Krankheiten. Was ich dir hier schon verraten kann, eine Stromtherapie nützt nichts, zumindest nicht bei allen. Es gibt Zeiten, da klopft die Vergangenheit an und ist dann erschrocken, was sich da meldet. Eine Frau, die das Leben geliebt und genossen hat und jetzt, so scheint es, ist sie ein anderer Mensch. Ein gutes Beispiel dafür, was unser Unterbewusstsein und unsere Psyche mit uns machen kann.
Wusstest du vorher, welche Macht die Psyche hat? Rein rhetorische Frage. Sie kann dich retten und dir helfen zu heilen, oder sie bringt um. Alle Extreme sind möglich und wenn ich mich entscheiden könnte, wäre klar, in welche Richtung es gehen würde. Wie du selbst zu gut weißt, kann man es sich nicht aussuchen, aber man kann etwas tun um in die Richte Richtung zu gehen. Zumindest kann jeder selbst entscheiden, was er dagegen zu kann. Ich kenne eine junge Frau, die gezeichnet ist von Krankheit, es ist das beste Beispiel, was passieren kann, wenn man aufgegeben hat. Sie hat kurz vor ihrem Absturz die Richtung geändert und bin mir sicher, dass Hoffnung eine wesentliche Rolle gespielt hat.
Tja das Wunder des Lebens, ich glaube, so lange die Menschheit besteht, wird dieses Geheimnis nie gelüftet.
Es ist dasselbe, wie den Sinn des Lebens zu suchen, denn suchen bedeutet, es nicht gefunden zu haben, also lebe so, wie du es für richtig hältst. Es ist ein langer Weg, aber es lohnst sich am Ende, denke ich jedenfalls.

Wir werden uns ja am Ende unseres Lebens sehen und dann reden wir darüber.

In Liebe dein Brieffreund

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Horst Radmacher am 13.01.2022:
Kommentar gern gelesen.
Den Sinn des Lebens zu suchen, bedeutet auch, ihn noch nicht gefunden zu haben. Suchen kann auch erfüllend sein. Wenn man fündig geworden ist (wie langweilig!), mag es sich bestenfalls lohnen, aber es fehlt ein wesentlicher Teil des Daseins: Das Suchen und die Vorfreude auf den Sinn, und ohne dieses endet es in Sinnlosigkeit.

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