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3xhab ich gern gelesen
geschrieben von uli_friedberg.
Veröffentlicht: 20.04.2022. Rubrik: Unsortiert


Egal wie, es ist falsch…

Patt beim Schach, kann es das auf beiden Seiten geben? Bemühen wir doch erst einmal Wikipedia: „Ein Patt ist eine Endposition einer Schachpartie, bei der ein am Zug befindlicher Spieler keinen gültigen Zug machen kann und sein König nicht im Schach steht. Ein Patt wird als Remis, also unentschieden gewertet.“
Soweit eine Definition.

Und nun der Blick in die Realität, denn manchmal lässt einen das Leben an etwas teilhaben, als würden zwei Parteien Schach auf der Bühne der Welt, in ihrer Kleinstadt, in ihrem Arbeits- oder ihrem Lebensumfeld spielen…

Was immer passiert ist, der Punkt ist erreicht, dass egal was und wer zieht, es immer nur noch falsch ist: beide Seiten stehen im Patt. Unmöglich vielleicht auf dem Schachbrett, weil es immer ein Nacheinander gibt, im Leben dann tragisch, weil es das Zugleich gibt. Man hat sich festgefahren in Animositäten, man spricht sich fehlendes fachliches Können zu und selbstbehauptet sich im Beharren darauf, es zu haben. War man noch ganz dick per „Du“, so schlappt die Falle des „Du“ jetzt zu und einem Spruch gleich gilt: „mitgefangen, mitgehangen“. Die Nähe des „Du“ wird im Konflikt zum Fallstrick.

Ein Schachspiel ist überschaubar auf dem Brett, zum Lebensspiel mutiert, wird es in seiner Komplexität nicht mehr überblickbar. Wer ist Bauer, wer ist Springer, wer zieht als Turm seine geraden Bahnen, wer grätscht diagonal als Läufer dazwischen, wird die Dame zum König und bleibt der König am Ende der König? Es gibt zwei Seiten, wer hat Figuren geopfert? Wer hat welche verloren? Wie alleine kann eine Königin agieren, um ihre Königsposition im Gefüge der Hierarchie zu erhalten?
Was für ein Spiel? Die Parteien stehen sich gegenüber, scharren ihre Lager um sich. Der Schiedsrichter gibt nur Empfehlungen und will keinen Präzedenzfall schaffen. Nur wozu sind Schiedsrichter dann da? Welche Interessen verfolgt er, welche Kräfte zerren an ihm in diesem Spiel?

Es kann nur Verlierer geben, Gewinnen wird keiner mehr und wenn doch, dann ist es ein schaler Sieg auf dem Schlachtfeld der Egozentrismus, auf dem jeder behauptet, keine Fehler gemacht zu haben und immer nur mit Bestnoten bewertet worden zu sein.

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