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8xhab ich gern gelesen
geschrieben 2022 von Stephan Heider (Stephan Heider).
Veröffentlicht: 03.12.2022. Rubrik: Nachdenkliches


Wortgeplansche

Der wohlige Druck unter dem Zwerchfell speist sich aus Eloquenz. Die Macht über Worte. Man weiß, dass man belesen ist und weiß, dass man studiert hat. Den Rest spinst man aus Google. Kann selber Texte fassen, die mit sanfter Kraft Bilder bauen,
doch fehlt jene Wucht, die uns Tränen aus dem Körper treibt. Sie muten eher künstlich an als kunstvoll. Perfekt in Form und ambitioniert. Mit runden Kanten, hübsch zu lesen in einer schwallenden Gedankenwelt. Nichts wirklich Großes.

Man genießt selbstgefällig die Fahrten mit ihren edlen Booten auf glitzernden Flüssen. Mit Freunden, die echte Aufmerksamkeit genießen und von denen man weiß, dass sie einem voraus sind. Man möchte sein wie sie. Ist ein Thomas Ripley, nur untalentiert.

Dann sieht man sie toben, die glücklichen Laien, wie sie ungestüm im seichten Wasser planschen und belangloses Zeug fabulieren, welches den Intellekt kränkt. Sie gehören zurechtgewiesen. Man fühlt sich bewogen den Planschern ihre Banalität und Unkenntnis vor Augen zu führen. Man lässt sich herab, stößt ihnen anständig Bescheid und unterstreicht damit eindrucksvoll den Selbstzweck seiner Überheblichkeit. Man sieht sich um, will das zustimmende Nicken der Freunde einheimsen. Sind es die guten oder die schlechten, die es einem geben?

Vor den anderen lässt es sich nicht verbergen, dass man auch nicht richtig schwimmen kann.

Und das ist alles in Ordnung, egal ob man Planscher, Leistungs- oder Rettungschwimmer, gar Taucher ist oder sich einfach nur treiben lässt.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von anschi am 04.12.2022:

Ja, so kann man's auch sehen, lieber Stephan - wie gut, dass uns immer wieder wer erklärt, wie dumm und eingebildet wir alle seien, die wir am Rand des Wörtersees zu planschen wagen. Solche Sichten ändern aber nichts daran, dass es mitunter welche gibt, die wirklich schwimmen und die Hundert Meter unter einer Minuten kraulen können. Kunst, lieber Stephan, kommt zuvörderst immer von "Können", nicht von "Wollen". Drum gibt's zwar überall und immer "Wünstler", aber kaum Künstler. Das schöne daran ist: Jeder kann die beiden Typen sofort voneinander unterscheiden: Wer beim Singen die Töne nicht trifft, macht keine Musik, sondern nur Lärm. Heiter ...... anschi




geschrieben von Stephan Heider am 04.12.2022:

Das ging ja schneller als gedacht, anschi. Aber klasse, dass Du es einsiehst mit Deinen Erklärungen, denn die DNA dieser Schreibstube hier basiert auf Wohlwollen. Das schätzen wir Planscher auch so sehr daran. Aber trotzdem schön auch Schnellkunstschwimmer dabei zu haben. Da können wir ja nur von lernen. LG Stephan




geschrieben von anschi am 04.12.2022:

Welche DNA Du hast, lieber Stephan, kannst nur Du selber wissen. "Die Schreibstube" hat jedenfalls keine, sondern besteht aus Individuen wie Dir und mir. Kann sein, dass darunter auch Künstler sind, oder auch nicht. Wer was ist, zeigt sich meist von ganz alleine - da braucht's keine Nachhelfer von außen. Wenn Du glaubst, ein schlechter Schwimmer zu sein, hilft das Maulen über andere nichts, sondern nur ein Schwimmkurs im Freien und jahrelanges Training auch dort, wo's tiefer wird. Nur so wirst Du zum "Fahrtenschwimmer" und kannst Dich vom "Warmduscher" unterscheiden. Liebe Grüße ..... anschi




geschrieben von Sandra Z. am 04.12.2022:
Kommentar gern gelesen.
Deine Kommentare hab ich auch gern gelesen, lieber Stephan :-)




geschrieben von Stephan Heider am 04.12.2022:

Die DNA der Plattform hat Metti ihr in die Wiege gelegt, Du kannst sie auf der Startseite unter "Konzept" nachlesen, anschi. Meine eigene verbietet mir jedenfalls François Text als Schulaufsatzniveau zu bezeichnen, Sandra heiter lachend zu raten Influencerin für Nichts zu werden, ORF für zu begriffsstutzig zu halten, als daß es Sinn machen würde, ihm Kino zu erklären, Horst mit Rechthaberei zu malträtieren und seine ersten Sätze als dürftig zu beurteilen. Für meine DNA klingt das nichts weiter als respektlos, unhöflich und blasiert. Du sagst, wer beim singen die Töne nicht trifft macht keine Musik, sondern nur Lärm. Das sehe ich genauso. Aber vielen Dank für Deine gönnerhaften Lebenstipps, ich schmeiss gleich nen Fünfer ins Phrasenschwein. Stephan .




geschrieben von anschi am 04.12.2022:

Du denkst ein bisserl zu Chinesisch, lieber Stephan. Chinas derzeitiger Kaiser meint auch, sein ganzes Volk bestünde nur aus einer DNA - der seinen. In Wirklichkeit sind es aber über 1,4 Milliarden, die im Reich der Mitte darüber nachdenken, womit man wohl glücklich würde. Auch der Rest der Welt hängt eigenen Vorstellungen nach. Wer den Mut hat, vertritt die seinen öffentlich. Wenn er Glück hat, wird er nicht sofort enthauptet, sondern kommt an eine wie mich, die ihm fallweise freundlich erklärt, wo er sich wohl irrt und genauer hingucken sollte. Es sind dies aber nur freundliche, stets mit Grüßen versehene Ratschläge. Dass nicht jeder mit Kritik umgehen kann, macht mir nichts; wer sich mitten in die anonymen Mengen begibt, muss mit Neid, Hass und Unhöflichkeiten rechnen - das gehört mit zum Geschäft. Übrigens - es gibt schon lang keine "Fünfer" mehr, lieber Stephan, die man irgendwohin "schmeißen" könnte. Die Mitteleuropäer haben nur noch den lautlosen Schein in der Hose knittern. Mit ganz herzlichen Grüßen ..... anschi




geschrieben von Stephan Heider am 04.12.2022:

Unhöflich bleibt unhöflich. Da kannst Du noch soviel freundliche Grüße drunter setzen und China Geschichten und Heiermann-Annekdoten erzählen, Teflon-Anschi. Lies Deine Kommentare. Lesen bildet, hast Du Horst geschrieben. Gute Nacht




geschrieben von Horst Radmacher am 04.12.2022:

@anschi: Seit ich deine putzigen G'schichterl nicht mehr lese, habe ich mehr Muße für deine Kommentare: immer anmaßend, häufig leicht übergriffig. Wer so einen Anspruch auf Deutungshoheit für Literatur u.a.m. ableitet, ist m.E. auf einem guten Weg ins Reich der Neurosen - professionelle Hilfe ist angeraten. Gute Besserung.




geschrieben von anschi am 04.12.2022:

Vielen Dank für Deine freundliche Zuschrift, lieber Horst - dann hilf mir doch mal! Kannst Du mir sagen, was Du unter "Literatur" verstehst? Wir reden sonst bestimmt aneinander vorbei. Heiter ..... anschi




geschrieben von Horst Radmacher am 05.12.2022:

@anschi: An Hilfsbereitschaft mangelt es mir nicht, bevorzugt bei Menschen, die ich kenne oder wertschätze. Dich kenne ich nicht; für eine Wertschätzung sehe ich keinen Anhaltspunkt. Die angedeutete professionelle Hilfe könnte ohnehin nicht durch mich erfolgen. Lass nicht ausgerechnet uns beide über eine Definition des Begriffs 'Literatur' debattieren, denn ich bin erstens deiner Aufforderung, das Richtige zu lesen, nicht gefolgt. Zum Zweiten: Auf die von dir konstruierte Metaebene fürs große Ganze zu gelangen, das erscheint mir unmöglich zu sein. Gruß: Heiter bis wolkig.




geschrieben von Christelle am 05.12.2022:
Kommentar gern gelesen.
Mir gefällt dein nachdenklicher Text gut, aber auch deine Kommentare dazu, lieber Stepan! Du bleibst sehr ruhig und gelassen trotz der ungerechtfertigten Vorwürfe. Auf das Konzept dieses Forums hast du ja schon hingewiesen. „Schreib wie du willst!“ lautet Mettis Motto. Die Geschichten, die man veröffentlicht, sollten einem selbst gefallen, deshalb ist es müßig, den Begriff „Literatur“ zu definieren. Wir sind schließlich Hobby-Literaten, obwohl sowohl Horst (Romane) als auch du (Kurzgeschichten) bereits Bücher herausgebracht haben.




geschrieben von anschi am 05.12.2022:

Ah ja, jetzt versteh ich, liebe Christelle: Hier möchten welche schreiben, was sie wollen, aber nicht dulden, dass andere das auch tun - nämlich ihnen freundlich erklären, dass nicht alle, die einen Stift in der Hand halten, Dummpupser sind. Es wird neben den Nichtschwimmern, den Lauduschern und Sonnenbadern auch immer welche geben, die über den großen, Doppelherzigen Strom schwimmen können, hin und zurück. Das sollte man sich sagen lassen können und aushalten, wenn man am öffentlichen Strand des WWW zum Planschen geht. Sonst wird's, wie ich vorher schon sagte, wohl nichts mit dem Freischwimmerabzeichen! Liebe Grüße ..... anschi




geschrieben von Stephan Heider am 05.12.2022:

🤔??? 🙂 Aber gut gemacht, anschi. Hat tatsächlich etwas gedauert bei mir. Chapeau! Nun ist aber auch gut. Quelle: Wikipedia: Troll (Netzkultur), Begriff aus der Netzkultur. Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, die im Internet vorsätzlich mit „zündelnden“ Flame-Kommentaren einen verbalen Disput entfachen oder absichtlich Menschen im Internet verärgern will. Dies geschieht zur Unterhaltung des Trolls normalerweise durch das Posten entzündlicher und abschweifender, irrelevanter oder nicht themenbezogener Nachrichten und Beiträge in einer Online-Community (beispielsweise einer Newsgroup, einem Forum, einem Chatroom oder einem Blog). Ihre Kommunikation in diesen Communitys ist auf Beiträge beschränkt, die auf emotionale Provokation anderer Gesprächsteilnehmer zielen. Dies erfolgt mit der Motivation, eine emotionale Reaktion der anderen Teilnehmer zu erreichen.




geschrieben von anschi am 05.12.2022:

Eigentlich, lieber Stephan Heider, war mein letztes Posting an Christelle gerichtet. Offensichtlich hast Du aber bei "Wikipedia" inzwischen etwas über den Antrieb gefunden, der Dich dazu gebracht haben könnte, uns öffentlich alle für "Wortplanscher" zu halten. Das darfst Du natürlich - wir sind ja nicht mitten auf hoher See, sondern dümpeln am Seeufer in knietiefem Wasser; da sehen wir alle ziemlich gleich aus. Obwohl wir, bei genauerem Hinsehen, nicht das Allergeringste miteinander gemein haben. Ob man nach etwas, das einem völlig fremd ist und wofür man gar keine Worte hat, wirklich googlen kann? Ich glaub nicht. Liebe Grüße ..... anschi




geschrieben von Stephan Heider am 05.12.2022:

Keine Chance mehr bei mir mit Deinem metaphorischen Poetry Spam, anschi. Ich hab's geschnallt. Heiter, Over and Out!




geschrieben von anschi am 05.12.2022:

Es hat Dich niemand um eine "Chance" gebeten, lieber Stephan, und ich glaub auch nicht, dass Du "es" geschnallt hättest - aber das hat ja auch niemand von Dir verlangt. Hoffentlich findest Du in Deinem "Out", wonach Du suchst. Ich drück Dir beide Daumen! Liebe Grüße ..... anschi




geschrieben von Christelle am 06.12.2022:

Liebe anschi, ich hatte gepostet:“Schreib wie du willst.“ Aber nicht:“Schreib was du willst.“ Richtig lesen hilft, ehe man sich ereifert.




geschrieben von Gari Helwer am 06.12.2022:
Kommentar gern gelesen.
Tja, Stephan, der um Anerkennung buhlende Neider, der den Intellekt gekränkt sieht... Niemals wird er so glücklich und selbstgenügsam sein, wie die im seichten Gewässer Planschenden, belanglos Fabulierenden! Weise, wer etwas Kluges zur rechten Zeit NICHT sagt! Im seichten Wasser zu planschen erfrischt mich kolossal, werde es nicht lassen und genießen... ;-) Liebe Grüße!

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