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6xhab ich gern gelesen
geschrieben von Matty63.
Veröffentlicht: 09.02.2026. Rubrik: Unsortiert


Ein untypischer Teenager

Es war ein Sommermorgen wie er nicht schöner hätte sein können. Die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel, und in meinem Dachstockzimmer wurde es warm. Ich hatte Sommerferien, konnte also eigentlich ausschlafen; doch bei dieser Hitze war an Schlaf nicht mehr zu denken.
So stand ich auf und duschte. Meine Kleidung hatte ich schon am Vortag bereitgelegt. Sie bestand nur aus einer dunkelblauen, kurzen Sporthose wie sie in den Achtzigerjahren üblich war.
Freudig und beschwingt ging ich die Treppe hinunter. "Pitsch, pitsch, pitsch" machten meine Füße auf dem glatten steinigen Untergrund.
Barfuß laufen- wie ich das damals liebte! Die Füße fühlen sich frei, Sie sind nicht in enge Schuhe und Strümpfe eingezwängt. Sie können sich vielmehr frei bewegen fühlen den Boden unter sich: Kühl und steinig das Treppenhaus; weich und sanft der frisch gemähte Rasen, massierend der Sandkasten der kleinen Schwester, wenn die trockenen Körnchen zwischen den Zehenzwischenräumen hindurchrieseln. Da machte es mir 18- jährigem Bruder besonders viel Spaß, mit dem Schwesterchen zu spielen.
Barfuß laufen, das gehört für mich bis heute untrennbar zum Sommer dazu. Und auch damals erlebte ich viele solcher Tage. Es ist einfach angenehm und außerdem ja auch noch sehr gesund.
An manchen Abenden ließ sich hier auch noch das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Wenn es einige Tage lang nicht geregnet hatte, war der Garten sehr trocken, und dann musste er mit dem Gartenschlauch gewässert werden. Dies war ebenfalls immer ein schönes Erlebnis, weil sich dann auf den Gartenwegen Pfützen bildeten, durch die man so herrlich hindurchpatschen konnte. Und außerdem waren meine Füße so abgehärtet, dass ihnen auch die Ackererde auf den Wegen zwischen den Beeten nichts ausmachte.
Nach dem Wässern des Gartens ließen sich die Füße dann unschwer mit dem Gartenschlauch säubern und freuten sich schon wieder auf den nächsten Barfußtag.
Meine damaligen Freunde wollten immer zu meiner großen Verwunderung nicht barfuß sein. Selbst bei 30° hatten fast alle noch geschlossene Schuhe an; auch die Mädchen.
So gesehen war ich, weil ich immer so gerne barfuß laufen wollte, ein untypischer Teenager. Das heißt: Meine 15- jährige Schwester mochte das auch. Sie war also die zweite Ausnahme. Und als meine andere Schwester in dieses Alter kam, war sie die dritte Ausnahme. Aber sonst habe ich damals kaum barfüßige Teenager gesehen; weder solche, die irgendwelche Schuhe barfuß trugen noch solche, die "ganz barfuß", also ohne irgend etwas, im heimischen Garten unterwegs waren.
Nicht dass ich immer allen auf die Füße schaue, aber heute scheint das ähnlich zu sein.
Jetzt bin ich 63 Jahre alt und laufe immer noch gerne und viel barfuß; und auch jetzt sehe ich nicht viele, die es ebenso machen.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Phoberos am 09.02.2026:

Erinnert mich an die Sommer bei meinen Grosseltern auf dem Bauernhof.
Wir Kinder liefen bis in den Herbst barfuss.
Und wenn die Füsse kalt waren, stritten wir uns ernsthaft darum,
wer barfuss in den Kuhfladen steigen durfte.
Wärme war Wärme.




geschrieben von lüdel am 10.02.2026:


Matty, habe ich sehr gerne gelesen. Es hat mich direkt an meine Jugendzeit erinnert – wir vier Mädels, und besonders ich, sind viel barfuß gelaufen.
Leider ist es kaum noch möglich wegen Scherben oder anderer Gefahren …
Aber im Gras oder im Sand gehe ich mit meiner Tochter auch heute noch gerne barfuß.
Schöne Barfußgrüße
von Lüdel




geschrieben von Matty63 am 10.02.2026:

Hallo Lüdel,
danke für deinen freundlichen Kommentar.
Auch heute laufe ich noch gerne barfuß; am liebsten zusammen mit meiner Frau im Urlaub Am Meer, im Gras...
Ich habe noch viele Geschichten zu diesem Thema auf Lager. So nach dem Motto: "Barfußlaufen ist nicht alles; aber ohne Barfußlaufen ist alles nichts":-)
Auch einen Abenteuerroman habe ich mal geschrieben, weiß jedoch nicht, ob dieser hier den Rahmen sprengen würde, weil er knapp 120 000 Wörter hat...
Liebe Grüße
Matty




geschrieben von lüdel am 10.02.2026:

Matty:
Einen Roman übers Barfußlaufen – interessant …
Vielleicht könntest du daraus sogar eine Serie machen, extra hier fürs Forum?
Lüdel🧚‍♂️




geschrieben von Matty63 am 10.02.2026:

Ich glaube, das war jetzt ein Missverständnis; der Roman ist im Wilden Westen angesiedelt, wo Cowboys Stiefel und Indianer Mokassins tragen; ein echter Abenteuerroman.




geschrieben von Jo Hannes Coltitz am 10.02.2026:

Hallo Matty, ich als großer Abenteuererzählungen-Fan und -Schreiber bitte Dich, dass Du Deinen Abenteuerroman hier veröffentlichst. Du kannst ihn als PDF oder mit Fortsetzungen hochladen. Aber bitte tue es.
Viele Grüße, Jo




geschrieben von En-hedu-ana am 10.02.2026:

Moin :-)

Der untypische Teenager birgt sich v.a. zwischen den Zeilen und das fühlt sich so wunderbar an, dass ich von ihm gern noch mehr lesen würde. Wer als 18-jähriger gern durch Pfützen platscht, der wirkt verspielt, aber auch mit sich und seiner Umwelt im Reinen, der bewegt sich im heiligen Raum der Selbstvergessenheit.

Hab lieben Dank für deinen Text!

LG
Eni




geschrieben von Jo Hannes Coltitz am 11.02.2026:

Hallo @En-hedu-ana, Deine Worte sind für mich ein Ritterschlag. Ich zähle mich zu den Babyboomern und hüpfe heute noch gern durch Pfützen.
Hab mich über Deinen Kommentar sehr gefreut...
Viele Grüße, Jo




geschrieben von lüdel am 12.02.2026:

Martty... trau dich Abenteuer und Wildwesten lese ich gerne...
Vieleicht als Serie?
Schöne Schreib Grüße lüdel





geschrieben von ehemaliges Mitglied am 16.02.2026:

Ich erinnere mich an den Garten meiner Großeltern, für mich war es immer wichtig, mein ganzes Leben lang, einen Garten zu haben, ich lebte zeitweise in der Innenstadt von Frankfurt, ohne Garten oder Balkon und da bin ich fast verwelkt..
Also ich erinnere mich an den Garten meiner Großeltern, ich liebte es mit dem Gartenschlauch den Rasen und die Blumen in heißen Sommern, barfuß zu gießen. Einen Tag habe ich besonders in Erinnerung. ich stand gedankenverloren im Garten und "war ganz weit weg", als plötzlich mein Opa mich von hinten ansprach und ich mich, immer noch gedankenverloren, samt Gartenschlauch in seine Richtung umdrehte, ich muss mich gerade noch immer totlachen, wie göttlich das aussah: Mein Opa in voller Kleidung, pitschnass und ich hatte keine Möglichkeit vor "Schreck" den Gartenschlauch herunterzunehmen...Ich war wie erstarrt und lies es regnen...

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