Veröffentlicht: 13.02.2026. Rubrik: Unsortiert
Einfach So
Wie abstrakt muss man denken oder handeln um eigentlich erfolgreich zu sein, in einer Welt in der es schon alles gibt, oder besser gesagt wo der Überfluss dominiert. Man kann sich tagelang, wochenlang oder sogar jahrelang den Kopf zerbrechen und einfach auf keinen grünen Zweig kommen und dann, aus heiterem Himmel heraus kommt der alles entscheidende Einfall. Und dann muss man in nur mehr erkennen, hoffen die Möglichkeit zu haben Ihn umzusetzen und danach noch hoffen, dass auch andere Ihn gut finden. Also worauf warten die ganzen Menschen eigentlich noch. Wie immer sitze ich allein zu Hause. Dunkelheit. Betrübtheit. Einsamkeit. Dennoch fühle ich mich wohl. Ich brauche Sie nicht. Die Besserwisser, die Alleskönnern die Fun-Gesellschaft Feierer. Niemand braucht Sie, doch alle wollen Sie. Keiner interessiert sich für mich und meine Ideen. Ob das daran liegt das ich Sie keinem erzähle? Ach was das will doch so und so keiner Wissen. Oder doch? Ich könnts doch einfach mal probieren. Ich könnt die Tür öffnen und auf die Strasse gehen und dann einfach so, aus heiterem Himmel, könnte ich den nächst besten Menschen einfach anreden. Aber was wird der sich von mir denken? Bevor ich wahrscheinlich den ersten Satz beendet habe, wird er davon laufen, nach Hilfe schreien oder mir eine überziehen. Wie in Gottes Namen soll ich Ihm dann noch Ihn Ruhe meine Idee erzählen. Was das früher auch schon so? Konnte man früher auch nicht einfach mit allen Menschen, ohne jeglichen Grund und Bekanntschaftsgrad, sprechen – Meinungen austauschen und einfach Mensch sein. Das könnte ich doch jemanden fragen. Tja nur wenn soll ich den Fragen? Die Leute aus meinem Internetforum werden genauso klug sein wie ich. Ich könnt doch mal meine Eltern fragen oder meine Grosseltern. Tja wenn ich nur nicht deren Email Adresse gelöscht hätte, aber ich könnt doch mal bei Google suchen und wenn ich Glück habe finde ich einen Eintrag von Ihnen und könnte dann zu Ihnen fahren und mit Ihnen sprechen und dann könnte ich mir ein Bild darüber machen, wie es war einfach mit Menschen zu sprechen. Oder sollte ich, falls ich die Mail Adresse finde, nicht doch lieber erste einmal eine mail schreiben und Ihnen erzählen was ich in den letzten – tja wie lange mag das wohl her sein – 25 Jahren gemacht habe. Leben meine Eltern eigentlich noch? Also ich könnt mich an keinen Newsletter von Freitodie.org erinnern, aber was ist wenn er als Spam sofort gelöscht wurde? Na früher war das sicher leichter als es noch keine Junkmails gab. Früher war doch sowieso alles leichter, hat doch meine Oma immer gesagt. Moment mal, habe ich eigentlich je mit meiner Großmutter gesprochen. Das letzte was ich von Ihre gesehen habe, war ein 10 Minuten Video in myvideo.de wo Sie von einer Leiter gestürzt ist, ich weiß noch genau wie mein Cousin mir ein sms schickte mit dem link zum Video. Der hat auch schon lange nicht mehr geschrieben. Ok so kann das nicht mehr weitergehen. Ich werde jetzt einmal den ersten Kontakt mit jemanden aufnehmen und einfach so drauflos reden. Ok Moment mal. Wie kann ich das am besten anstellen? Genau. Ich gehe mal zum Fenster, und nachdem ich den Vorhang zur Seite geschoben habe, kann ich hinausschauen, und dann... dann werde ich den ersten der mir in die Augen sieht einfach fröhlich zuwinken und mit dem Kopf nicken. Das mache ich. Ah Moment mal da ist gerade eine mail gekommen, die sehe ich mir noch kurz an. Nein ich bleibe jetzt konsequent und stehe auf. Schnell noch von der online Zeituhr abstempeln und schon mache ich meinen ersten Kontakt. Ok wo war noch mal das Fenster. Aha das ist der Vorhang mit dem Roten F, die Markierung habe ich doch damals gemacht als ich versehentlich hinaus gesehen habe, und einen Mann so erschreckt habe das er sofort die Polizei informierte, das in meiner Wohnung ein Einbrecher sein muss, natürlich hat die Polizei sofort gehandelt und auf meiner Festnetz Nummer angerufen und gefragt ob das stimmt. Selbstverständlich konnte ich Sie beruhigen und Ihnen mitteilen das ich kein Einbrecher bin. Da waren Sie froh. Sie teilten mir mit das Ihnen der Außendienst in letzter Zeit auch nicht mehr so Spaß mache wie früher.
Also gut das ist er nun der Vorhang mit dem F. Ich könnte doch einfach nur einmal kurz so von der Seite hindurch gucken und dann gleich wieder hinter dem Vorhang in Deckung gehen. Mein Gott. Was soll mir schon passieren. Es wird mich doch nicht gleich jemand erschießen. Obwohl da kann man sich auch nicht mehr so sicher sein. Hat nicht gestern in dem Newsletter von Yahoo gestanden, das China ein 96 Jähriger Mann von einem jugendlichen beim Fensterputzen erschossen wurde. Ok China ist nicht gleich um die Ecke, obwohl wissen kann ich es doch auch nicht genau, schreiben kann man viel. Quatsch China, alter Mann, erschossen. Ich wohne hier Ihn Wien da gibt’s doch so was gar nicht. Also gut. Eins, zwei, drei, vier. So der fünfte Schritt könnte mein letzter sein, sollte zufällig der psychopatische chinesische junge mit dem Snipergewehr auf der gegenüberliegenden Straßenseite sein Lager aufgeschlagen haben und nur auf so eine leichte Beute wie auch mich warten. Aber ich bin sicher nicht der, der sich einfach so erschießen lässt. Noch dazu von so einem Chinesischen Jungen der glaubt er ist der CounterStrikeKing persönlich. Also welche Taktik schlage ich ein. Mein Gott warum will ich nun schon wieder mit dem Kopf durch die Wand. Kein vernünftiger Mensch schaut heutzutage aus dem Fenster – warum haben unsere Häuser eigentlich Fenster. Moment Mal da kann jetzt aber was nicht stimmen. Wer sollte denn so blöd sein und sich die Mühe machen, extra Löcher in eine Wand zu schlagen und diese dann mit Glas zu schließen. Vielleicht ist das einfach ein Trick um Vorhänge zu verkaufen oder aber es ist den Bauleuten zu eintönig nur Mauern zu bauen. Oder haben diese Fenster wirklich einen Sinn. Vielleicht war es doch normal das man aus den Fenster schaut – aber was sollte man sehen. Es gibt doch nichts was ich nicht über meine Webcam sehen kann. Und noch dazu ohne Risiko von fanatischen chinesischen Jungrambos abgeknallt zu werden. Wobei ich ja nun wieder beim Thema wäre. Hängt dieser Psycho jetzt vor meinem Fenster oder nicht. Ja das ist ja nun die coolste Idee die ich heute gehabt habe. Ich link mich schnell auf Google Earth ein und schau einfach vom Weltall über den Satelliten auf die Strasse vor meinem Haus, sollte da eine Strasse sein – was man nichts gesehen hat und nur vorm Hörensagen kennt - könnte ja auch gar nicht vorhanden sein. Ach Mensch bin ich ein Genie. So, Strasse eingeben, zoomen, warten, zoomen, warten, zoomen warten – Mensch muss dieser Sattelite weit Weg sein wenn der so lange zum zoomen braucht. Aja da sind wir nun. Ecke schau nicht raus, geh nicht raus Nummer 10. So was sehe ich jetzt da? Eigentlich interessant. Schau mal an. Die Häuser sehen ja alle gleich aus. Wie soll den da jemand nach Hause finden? Quatsch ich Komiker. Es geht ja sowieso keiner raus also muss auch keiner wieder heimfinden. Ok Lage peilen. Vorm Haus – Kein Heckenschütze, hinterm Haus – kein Heck.. aber ja hallo was ist den das? Da ist eine längliche Holzlatte im Haus eingebaut, die sieht doch genauso aus wie meine Wohnungstür.
Also stimmt es doch. Man kann diese Häuser verlassen. Wie wenn ich es nicht schon immer gewusst hätte. Und der Chinese ist auch nicht da. Also auf alter Junge, hin zum Fenster und einen Blick riskieren. Das Schritte so schwer sein können. Ich habe das Gefühl als wenn meine Füße hunderte Kilo haben. Aber ich schaffe das. Sport ist doch auch gesund also gehe ich jetzt zum Fenster. So geschafft. Nur mehr die Rechte Hand heben, den Vorhang greifen. Warten, Überlegen. Was habe ich zu verlieren. Und jetzt mit einem sanften Zug. Peng. Stille. Kurz vorm Herzstillstand muss ich mich gerade befunden haben. Dieser Verdammte Computer. Ich sollte mir wohl einen anderen Signalton für den Maileingang wählen als den Pistolenschuss. Wieder etwas dazugelernt. Wer könnte mir den jetzt noch eine mail schicken? Ach ja, zurück zu meinem Fenster. Noch ein Stückchen weiter mit dem Vorhang. So jetzt müsste es gehen. Langsam, vorsichtig. Immer weiter – Stückchen für Stückchen. Geschafft. Wahnsinn. Für das habe ich mein Leben riskiert? Hab ich doch vor Jahren dieses Bild vors Fenster gehängt. Jetzt reicht’s. Wums. Hat mir sowieso nie gefallen. Wow! Geil. Das hätte ich nicht gedacht. Nichts. Absolut nichts. Nichts ist hinter dem Fenster. Wie gibt’s denn das? Was hat den nun so ein Fenster für einen Sinn. Das ist doch jetzt der Gipfel des Wahnsinns. Ich glaub das war genug Abenteuer für heute. Aber wenn ich schon so weit gekommen bin könnte ich noch weiter kommen. Vielleicht ist das Fenster nur so stark verschmutzt, das ich einfach nichts sehen kann. Das wird’s sein. Also Küche, Fensterputzmittel, Lappen, Kübel, Wasser. Mann was ich alles habe. Übrigens ich habe ein Fensterputzmittel. Wie geht das denn. Von wann ist das? Achso alles klar. Mindesthaltbarkeit 2010. Das muss noch dem Vormieter dieser Wohnung gehört haben. Also der war ein Abenteurer. Das kann ich dann genauso gut wenn nicht sogar besser. Mist das Mittel ist ausgetrocknet. Scheiß auf das Fenster. Vielleicht ist es ja auch aus schwarzem Glas. Hols der Kuckuck. Ich gehe jetzt einfach raus auf die Strasse und sehe mir das ganz an. Kann doch nicht sein das ich mit 44 noch nicht mal außerhalb der Wohnung war. Rams. Ich lass die Wohnungstür lieber mal offen, dann kann ich im Falle eines Rückzuges schneller in die Wohnung. Mein Gott wie sieht’s denn hier aus. Der Gang ist voller Schachteln und alter Möbeln. Ah da ist ja mein altes Bett. Komisch die Couch kommt mir auch Bekannt vor. Könnte es sein das dieser Internetmüllentsorgungsdienst eine Farce ist?





