Veröffentlicht: 25.02.2026. Rubrik: Satirisches
Nächstenliebe!
Zu meinem großen Leidwesen musste ich heute der Onlineversion der Thüringer Allgemeinen entnehmen, dass am kommenden Freitag in Gesamtraum Erfurt der örtliche Nahverkehr nicht fährt da gestreikt wird. Ich solidarisiere mich mit dem unteren Personal da diese nicht unbedingt das Schwarze unter den Nägeln verdienen, die Schichtzuschläge einen sowieso nicht vom Hocker reißen und so weiter und so fort. Zwei Aspekte stimmen mich natürlich nachdenklich. Zum einen wenn die Gewerkschaft (Verdi) der kleinen Angestellten Erfolg hat und das wird sie, egal in welcher Form, dreht sich wieder die Preisspirale und die Fahrkarten für Bus und Bahn werden erneut teurer weil die Großkopferten (Putzoberen) meines ehemaligen Brötchengebers (Stadtwerke Erfurt) finanzielle Einbußen des Unternehmens sicherlich an den Normalo, falls er denn Kunde ist, weitergeben weil man selbst natürlich nicht an seinen Pfründen Miese machen will. Das führt garantiert wieder zur Erhöhung des privaten Autoverkehrs in der Stadt, da dieser dann wieder preiswerter ist als die Nutzung des öffentlich – örtlichen Nahverkehrs. Dann zieht man mit der Erhöhung der Spritpreise nach (Anpassung) und, und...und.
Hier beißt sich doch wieder einmal einiges in den eigenen Schwanz. Das Wort Schwanz ist allegorisch gemeint und hat hier keinerlei sexuelle Bedeutung
Zum anderen sehe ich mich genötigt für diesen Freitag meine Nächstenliebe hintenan zustellen, alldieweil ich eben nur noch zu Fuß den Secondhandshop von Oxfam Erfurt (wo ich Freitags oft ein Ehrenamt ausübe) erreichen könnte und wer bitteschön würde einen, weit über siebzig Jahre alten Mitmenschen, stundenlanges Latschen, hin zur Quelle der Solidarität (Oxfam) zumuten wollen, da ich normalerweise bis zu einem Pendler Parkplatz am Rande der Stadt fahre und den Rest mit Bahn erledige. Das gedenke ich auch in nächster Zeit nicht zu ändern. Dieser Freitag würde also ausfallen, zumindest was mich betrifft.
(O.R.F.)
2x



