Veröffentlicht: 28.03.2026. Rubrik: Unsortiert
Oster-Nostalgie
Um die Osterzeit schwärmten wir Kinder aus, Moos zu sammeln. Damit wurden die kleinen Gruben ausgepolstert, die man vorher aushob. Wozu? Damit der Osterhase seine Geschenke hineinlegen konnte! Das war ein Spaß und eine Freude. Es gab ja nicht nur viele bunt gefärbte Ostereier, sondern auch Süßigkeiten. Ein großer Schokoladen-Osterhase, in Goldpapier verpackt, mit einem Glöckchen am roten Band um den Hals, war immer dabei. Den hob ich mir bis zuletzt auf, wickelte ihn andächtig und sorgsam aus seiner Goldhülle - und biss ihm voller Wonne seine langen Ohren ab! Das Glöckchen zierte noch lange als Armband mein Handgelenk.
Einem großen Osterei aus Pappe, über und über mit Osterszenen bedruckt, mit grünem Kunstgras ausgelegt und kalorienreich gefüllt, gehörte mein Herz, und jedes Jahr feierte ich mit ihm frohes Wiedersehen. Selbst als ich schon lange nicht mehr an den Osterhasen glaubte, ließ ich den Opa im Garten die Schätze verstecken. Als meine Mutter das merkte, fragte sie mich empört nach dem Warum. Meine Antwort: „Ich wollte dem Opa den Spaß nicht verderben.“ Denn er musste ja versuchen, die von mir konstruierten Nester zu finden. Dabei beobachtete ich ihn heimlich vom Küchenfenster aus.
Auf der Wiese am Bach wurde dann ein Eierwerfen oder auch Eierlaufen veranstaltet, zu dem die Kinder aus der Nachbarschaft sich zusammenfanden und ihren Spaß hatten.
Vergessen waren dann die mehr oder weniger guten Zeugnisse, die ja auch an Ostern fällig waren, und ab und zu gab es auch einen leeren Platz im Klassenzimmer.....
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