Veröffentlicht: 05.04.2026. Rubrik: Satirisches
Spargel!
Gestern fuhren wir zur Familie meines Schwagers. Im Gegensatz zu den Preisen an der Tankstelle ging es meistens bergab, denn die Verwandtschaft wohnt noch tiefer in der Provinz als wir. Taskforce Energie von der Bundesregierung, da kann ich nicht mal mehr darüber lächeln. Dabei sind ringsum Staaten, von denen man sicher abgucken könnte, wie man die eigene Bevölkerung möglichst schont. Die Bundesregierung erfindet lieber das Fahrrad neu, nur um die eigenen Pfründe und die ihrer Lobbys nicht schmälern zu müssen.
Auf der Höhe von Kutzleben, einem Spargeldorf in Thüringen sagte meine Frau zu mir. Du, höre mal, die Spargelsaison scheint eröffnet zu sein, eine Bekannte hat bereits welchen aus Beelitz (Brandenburg) verspeist und war ziemlich zufrieden.
„Ohah“ antwortete ich da „Weißt du was einen guten Spargel auszeichnet! Der kann strunzen dumm sein aber der Spargeluser muss hinterher beim Wasserlassen einen Gestank hinterlassen. Die armen Suppen, die an Spargelanosmie leiden, einen Gendefekt in der Nähe des Geruchsrezeptors 2 M7, können ihn leider nicht wahrnehmen, diesen stechenden Geruch nach faulen Eiern mit was dran. Damit sind sie sogar außerstande zu wissen, ob sie selbst Spargel gegessen haben oder nicht und immerhin sind 58 Prozent der männlichen Bevölkerung und 61,5 % der Frauen betroffen“. Meine Frau bekam das Fahrzeug wieder unter Kontrolle, sie war die Fahrerin und hielt erst mal am Straßenrand und rang mehrfach heftig nach Luft. Als ihre Gesichtsfarbe langsam wieder normale Farbtöne annahm fuhren wir weiter. Da wollte ich einmal ein ernstes Gespräch führen und dann das. Nicht so bald wieder schwor ich mir, egal wo der Asparagus (Spargel) herkam. Ob aus dem Brandenburgischen oder hier aus Thüringen. Ich halte vorerst die Klappe, vor allem wenn ich nicht am Steuer sitze.
(O.R.F.)
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