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geschrieben von Freddy (Freddy).
Veröffentlicht: 13.04.2026. Rubrik: Lustiges


Operation „Krone der Schöpfung“ – Ein Protokoll des Verrats

Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Der Tag fing schon verdächtig an.

SatirepatzerSatirepatzerKein Frühstück. Ich wiederhole: KEIN. FRÜHSTÜCK. 

In der Welt eines Mischlings von meinem Format ist das eine völkerrechtliche Kriegserklärung. Mein Mensch – wir nennen ihn der Einfachheit halber „Den Dosenöffner“ – schlich mit diesem gewissen Blick um mich herum. Ein Blick, der irgendwo zwischen Mitleid und „Ich habe gerade dein Erbe verprasst“ schwankte.

„Freddy, wir machen heute einen tollen Ausflug!“, flötete er in einer Tonlage, die selbst Fledermäuse erbrechen lässt.

Toller Ausflug? Mein Schwanz wedelte vorsichtshalber nur auf Halbmast. Als wir dann vor diesem Gebäude hielten, das nach Desinfektionsmittel und der nackten Angst von tausend Katzen riecht, war klar: Das ist kein Ausflug. Das ist das Ende der Zivilisation.

Wir traten ein. Der Mann im weißen Kittel – ich nenne ihn den „Gartenpfleger des Schicksals“ – lächelte mich an, als wäre ich ein besonders saftiges Steak, das man gleich fachgerecht zerlegt.

„Na, Freddy, heute werden wir mal ein bisschen Ballast abwerfen, was?“, sagte er und zwinkerte meinem Dosenöffner zu.

BALLAST?! Diese zwei Prachtexemplare, diese flauschigen Juwelen, meine persönlichen Glücksbringer, mein ganzer Stolz – er nennt sie Ballast? Ich wollte protestieren. Ich wollte ihm erklären, dass meine Gene das Beste sind, was dieser Straße seit der Erfindung der weggeworfenen Currywurst passiert ist. Aber dann kam die Spritze.

„Zähl bis drei, Freddy“, flüsterte der Verräter an der Leine.
Ich kam bis „Eins… oh, schau mal, ein tanzendes Einhorn auf einer Fleischwurst…“

Und jetzt liege ich hier. In diesem stylischen, durchsichtigen Plastik-Trichter, der mich wie eine Mischung aus einer defekten Satellitenschüssel und einer wandelnden Margarita-Bar aussehen lässt. Mein Ego? In der Tiefkühltruhe des Tierarztes. Meine Würde? Irgendwo im OP-Mülleimer zwischen Tupfern und Wattestäbchen.

Der Dosenöffner versucht mich mit Leckerlis zu bestechen. Er denkt wohl, ein Stück getrocknete Rinderlunge könnte den Verlust meiner Männlichkeit kompensieren. Lächerlich. Aber… schmeckt eigentlich ganz okay.

Eines sage ich euch: Wenn ich diese Halskrause los bin, werde ich den Rasen so dermaßen markieren, dass man es vom Weltraum aus sieht. Ohne meine „Jungs“ bin ich vielleicht aerodynamischer, aber im Herzen bleibe ich der Pate der Nachbarschaft. Auch wenn ich jetzt im Sopran belle.

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